​Der ​​1. FC Köln musste sich am Sonntagnachmittag dem Mitaufsteiger 1. FC Union Berlin ​mit 0:2 geschlagen geben und hat nach 14 Spieltagen die rote Laterne der Bundesliga inne. Trainer Markus Gisdol und vor allem Geschäftsführer Horst Heldt zeigten sich nach der erneuten Pleite mehr als unzufrieden und der Kaderplaner des Effzeh drohte gar mit personellen Konsequenzen.


Als sich Gisdol und Heldt vor drei Wochen auf die Rettungsmission der Kölner eingelassen hatten, waren sich beide alten Hasen der Brisanz und auch der Komplexität dieser Aufgabe durchaus bewusst. Was ihre neuen Schützlinge in der Folge auf den Rasen brachten, löste aber selbst bei dem erfahrenen Duo eine Menge Ernüchterung aus. Für einen erneuten Tiefschlag sorgten die Geißböcke nun durch ihre schwache Leistung im wichtigen Spiel gegen die Eisernen, ging es doch gegen einen Klub, der auf dem Papier eine ähnliche Kragenweite wie der Effzeh aufweist.


Heldt legt Finger in die Wunde


Anstatt den Kampf gegen die robusten Berliner anzunehmen, ließen sich die Kölner aber auch in diesem Spiel nach einer ordentlichen Anfangsphase den Schneid abkaufen und stellten sich durch eigene Unzulänglichkeiten selbst ein Bein. Erschreckend dabei, dass sich nach der Partie längst nicht jeder Spieler der Kölner so selbstkritisch zeigte wie Angreifer Simon Terodde, der zugab vor dem 0:1-Rückstand geschlafen und so den Treffer von Union-Stürmer Sebastian Andersson begünstigt zu haben.

Markus Gisdol,Horst Heldt

Nach Abpfiff holte ein sichtlich angefressener ​Horst Heldt zum Rundumschlag aus und kritisierte dabei alle Manschaftsteile der Kölner. "Wir laden den Gegner mit eigenen Fehlern in der Vorwärtsbewegung ein. Wir machen die Tore nicht und kriegen sie zu leicht", wird der Kaderplaner vom kicker zitiert. 


Ein besonderes Ärgernis war für Heldt dabei, dass die Kölner sowohl in ihren Offensivbemühungen, als auch im Zweikampfverhalten nicht die nötige Überzeugung an den Tag gelegt hatten. Auch ​Trainer Markus Gisdol schlug in die gleiche Kerbe und forderte von seiner Mannschaft für die Zukunft eine andere Arbeitseinstellung ein: "Du hast keine Chance, wenn du nicht über 90 Minuten konsequent spielst."


Heldt droht mit Konsequenzen


Heldt kündigte im Nachklapp eine gründliche Aufarbeitung der erneuten Nicht-Leistung an und deutete an, dass rund um das Geißbockheim in Zukunft ein noch deutlich rauerer Wind wehen wird: "Jeder einzelne muss Verantwortung übernehmen. Wir werden das intern behandeln, klar aufzeigen und auch konsequent handeln."


Rücksicht auf Spieler, die bislang aus welchen Gründen auch immer noch nicht an ihr eigentliches Leistungsniveau herangekommen sind, wird es demnach nicht mehr lange geben: "Wir können auf keinen warten. Jeder muss bereit sein, alles dafür zu tun. Das ist unsere Erwartungshaltung." Dabei stellte der 50-Jährige laut dem geissblog.koeln auch personelle Umstrukturieren im Winter in Aussicht: "Wenn wir das Gefühl haben, dass nicht jeder bereit ist alles dafür zu tun, werden wir versuchen die zu finden, die uns dieses Gefühl geben."