Trotz anhaltendem Formloch kriegt Manuel Akanji beim BVB weiterhin das Vertrauen von Cheftrainer Lucien Favre geschenkt. Im Interview mit dem Blick sprach der Verteidiger über die Kritik an seiner Person, die ihm häufig zu schwarz und weiß gehalten wird.


Lucien Favres Nibelungentreue zu Manuel Akanji reicht tief. Tief genug zumindest, dass der Verteidiger trotz mauer Leistungen in 20 von 22 möglichen Spielen in dieser Saison in der Startelf stand. Im Interview mit dem Blick gab Akanji allerdings zu denken, dass die Berichterstattung zu einseitig gehalten wird: "Ich glaube nicht, dass ich bisher nur schlecht gespielt habe. Aber in der letzten Saison war es auch einfacher für mich. Wenn es der Mannschaft läuft, sieht man automatisch auch besser aus."


Akanji kriegt Druck von Zagadou und Balerdi


Auch die bisher ambivalente Dortmunder Saison, die viele Höhen und viele Tiefen zu bieten hatte, will Akanji nicht zu schlecht einordnen: "Aus meiner Sicht ist die Saison bisher ganz okay", sagte der 24-Jährige. "Natürlich, der Start hätte besser sein können. Aber Sie wissen ja wie es in der letzten Saison war. Da hatten wir neun Punkte Vorsprung auf Bayern und holten nachher nichts mehr. Wenn wir es nun umgekehrt machen und in der Rückrunde aufdrehen, hat keiner etwas dagegen." 


In der Rückrunde könnte der Kredit des Schweizers aber vorerst aufgebraucht sein. ​Dan-Axel Zagadou bestach gegen die Hertha und gegen Fortuna Düsseldorf mit bärenstarken Leistungen, auch der junge Leonardo Balerdi feierte am vergangenen Wochenende sein Debüt für den BVB. Die Luft für Akanji wird dünner; kehrt Lucien Favre zu seiner angestammten Viererkette zurück, dürfte das Rennen zwischen Akanji und Zagadou um den Platz an der Seite von Mats Hummels enger geworden sein. 


Akanji fordert Kritik und ehrliches Feedback


Selbstkritik ist allerdings eine Qualität, die Akanji hat. Und der Schweizer fordert eine ehrliche Bewertung seiner Leistungen ein. "Alle in meinem Umfeld", antwortete er auf die Frage, wer seine größten Kritiker seien. "Ich will, dass sich meine Freunde kritisch mit mir auseinandersetzen. Vielleicht haben einige Fussballer zu viele Schulterklopfer um sich. Aber es geht auch schnell: Spielst du am Anfang gut, bist du in den Medien sofort der Held. Zu schnell aus meiner Sicht, bevor du etwas erreicht hast."


Fakt ist: Akanji hat beim BVB wichtige Entwicklungsschritte gemacht und muss nun wieder ein konstanteres Level finden. Im weiteren Verlauf der Saison dürfte der Schweizer allerdings deutlich mehr Druck von den Reservisten bekommen.