​Alexander Nübel gilt als eines der größten deutschen Torwart-Talente. Der Schlussmann und Kapitän des ​FC Schalke 04 strahlt trotz seines immer noch jugendlichen Alters von nur 23 Jahren bereits eine große Souveränität und Ruhe aus. Mit eben dieser inneren Stabilität hat er auch seinen gestrigen Patzer im Spitzenspiel ​bei Bayer Leverkusen (1:2) ohne Ausflüchte auf seine Kappe genommen. 


Es lief die 15. Minute in der BayArena in Leverkusen. Die Hausherren beim Eckball. Und für diesen Standard hatten sie sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Alle Mann in den Fünfer, wenn man so will. Ein Pulk von vier, fünf Leverkusenern bevölkerte den Fünfmeterraum, als der Ball von Bailey hereingeschlagen wurde. Der dadurch geblockte Nübel machte erst einen Schritt nach vorne - und musste in diesem Moment schon erkennen, dass es ein Fehler war. 


In der Konsequenz segelte er dann unter Baileys Ecke hindurch, und der völlig blank stehende Alario hatte keine Mühe, zum Führungstor einzunicken. "Ich habe mich ein bisschen mitziehen lassen von dem Pulk, das war der Fehler. Das ist dann bitter, aber ich glaube, wir haben es als Mannschaft sehr gut aufgefangen", analysierte Nübel hinterher gegenüber der WAZ diese Szene. 


Bayers Eckenvariante - für Nübel nichts Neues!


Doch dass er sich von der Ballung an Bayer-Spielern in seinem Torraum habe irritieren lassen, wollte der Keeper so nicht stehen lassen: "Erstens waren wir darauf vorbereitet. Und zweitens macht man das in Skandinavien sehr oft, ich habe das auch schon bei der U21-EM ein- oder zweimal gehabt. Deswegen war es für mich nicht neu." Nicht neu, aber für den Gegner am Ende doch erfolgreich.

Alexander Nuebel

Stand einige Male im Fokus: Alexander Nübel (Nummer 35)


Doch schocken ließ sich Nübel von diesem Fehlgriff nicht. Im Gegenteil: Noch in der ersten Halbzeit bewahrte er seine Mannschaft vor einem noch höheren Rückstand, als er gegen den völlig frei vor ihm auftauchenden Alario stark retten konnte. Zwar verloren die Knappen am Ende denkbar knapp mit 1:2, doch Nübel hat gezeigt, dass er auch nach größeren Fehlern nicht den Fokus verliert. So gesehen könnte dieser Patzer für die weitere Entwicklung von Alexander Nübel am Ende sogar noch wertvoller sein als so manche Glanzparade.