​Jürgen Klinsmann muss auch nach dem zweiten Spiel als neuer Cheftrainer von ​Hertha BSC auf seinen ersten Sieg warten. Trotz einer 2:0-Führung im Gastspiel bei ​Eintracht Frankfurt mussten sich die Berliner schlussendlich ​mit einer Punkteteilung zufriedengeben. Klinsmann und auch sein Frankfurter Pendant Adi Hütter haderten nach der Partie mit der verpassten Chance und auch im Netz wusste man mit dem Remis nicht wirklich etwas anzufangen.


Bereits in der ersten Halbzeit waren zumeist die Frankfurter am Drücker gewesen. Die Gäste aus der Hauptstadt konnten aber mit Effektivität punkten und gingen nach einem klugen Spielzug durch Dodi Lukebakio in Führung. Mit mächtig Wut im Bauch ging die Eintracht in die zweite Halbzeit, ließ sich zu allem Überfluss dann aber auch noch bei einem Standard düpieren und lief nun einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Die Elf von Adi Hütter bewies aber einmal mehr eine starke Moral und konnte endgültig die Hoheit über das Spiel gewinnen. Die zwei Treffer der Gastgeber waren daher nur folgerichtig und absolut verdient.


Hütter kritisiert Schiedsrichterleistung


Obwohl die Frankfurter die vierte Niederlage in Folge schlussendlich noch hatten abwenden können, war mit ihrem Cheftrainer Adi Hütter nach der Partie nicht gut Kirschen essen. Der  Coach schoss dabei laut der hessenschau auch in Richtung des Schiedsrichters: "Es waren viele Entscheidungen heute unglücklich. Ich habe vom Schiedsrichter heute keine gute Leistung gesehen. Das muss ich klar sagen." Unzufrieden zeigte er sich bei seiner Mannschaft lediglich ob des Ertrags und gratulierte seinem Team für die starke Moral.


Keeper Frederik Rönnow monierte, dass die Treffer der Hertha "viel zu einfach" gefallen seien. Angesicht der Vielzahl eigener Chanen hätte man die Partie dennoch eigentlich gewinnen müssen und hätte mehr verdient gehabt. Selbst ​Sebastian Rode, dem in der Schlussphase der späte Ausgleichstreffer gelungen war, zeigte sich nach der Partie eher geknickt: "Wir müssen heute enttäuscht sein, wir haben sehr viele Chancen herausgespielt, aber wir haben es nicht geschafft, das zu Ende zu spielen. Wir sind froh über den Punkt, aber es sollte heute deutlich mehr sein."


Klinsmann erkennt positive Tendenz


​Hertha-Coach Jürgen Klinsmann erkannte im Vergleich zur 1:2-Niederlage gegen den BVB in der Vorwoche bereits einige Fortschritte und sprach laut echo-online nach der Partie von einem "packenden Spiel". Dennoch gab auch der kalifornische Strahlemann zu, dass man nach einer 2:0-Führung gerne drei Punkte mitgenommen hätte. "Aber das Unentschieden geht in Ordnung. Die Eintracht hat gerade in der zweiten Halbzeit unglaublich Druck gemacht. Für uns ist es ein großer Schritt nach vorne. Ich bin seit einer Woche in dieser Rolle und es ist spannend, mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Es ist was am Heranwachsen. Wir sind sehr zufrieden mit dem Punkt", so der ehemalige Bundestrainer.


Auch die Spieler der Herthaner zogen nach der Partie ein positives Fazit. Angreifer Davie Selke betonte gegenüber DAZN dabei, wie schwer es sei in Frankfurt zu spielen. "Dass wir nicht alles verteidigen können, ist klar. Aber mit etwas mehr Glück nehmen wir hier drei Punkte mit. Auch wenn es nur ein Punkt war, es ist ein guter", so der 24-jährige Stürmer. In eine ähnliche Kerbe schlug Niklas Stark, der ebenfalls stolz auf den Auftritt seiner Mannschaft war: "Wir wollen eklig spielen, das ist ein Ziel von uns. In der zweiten Halbzeit war es schwer, aber wir haben es gut hinbekommen."


Selke wird im Netz zum großen Buhmann


Bei der hitzig geführten Partie war den Anhängern der Eintracht vor allem Hertha-Stürmer Davie Selke ein Dorn im Auge. Der Angreifer ließ sich häufig bereits bei geringstem Körperkontakt theatralisch fallen.




​​

Die Hertha-Fans indes konnten ihre zwischenzeitliche Führung selbst kaum fassen...

Dass man am Ende aber nur einen Punkt verbuchen konnte, war eher weniger erfreulich.


Mehr Optionen auf der Ersatzbank hätten der Hertha bestimmt gut getan.