Das Herzstück der Frankfurter Eintracht ist im Sommer weggebrochen. Die Büffelherde um Luka Jovic, Ante Rebic und Sebastien Haller hat das Weite gesucht, und als wäre das nicht schlimm genug, so klagen ihre Nachfolger über unterschiedliche Probleme. Hat sich die Eintracht im Sommer verzockt oder ist es bloß Pech?


Der Blick richtet sich vor allem auf Bas Dost und André Silva. Die beiden Neuzugänge sind alles andere als eine Konstante; Goncalo Paciencia, der in seiner zweiten Saison den Durchbruch gemeistert hat und zum jetzigen Zeitpunkt mit wettbewerbsübergreifend neun Treffern der zuverlässigste Torschütze ist, darf wiederum als solche bezeichnet werden.


Pechvogel Dost


Eigentlich ist die Torjäger-Rolle prädestiniert für einen Spieler wie Dost. Der Niederländer, der nach drei erfolgreichen Jahren bei Sporting Lissabon (127 Spiele, 93 Tore) wieder in die Bundesliga zurückgekehrt ist, hängt körperlich jedoch seit Monaten hinterher. In zwölf Einsätzen verbuchte er 685 Einsatzminuten, in denen er sogar fünf Tore bejubeln durfte, aber nach vereinzelten Ausfällen im Oktober und November ​ist das Fußballjahr 2019 für den 30-Jährigen bereits beendet

Bas Dost

Bas Dost hat seine Qualitäten bereits unter Beweis gestellt. Verletzungsprobleme hindern den Niederländer aber daran, endgültig durchzustarten.



"Die Belastung ist sehr hoch, und er bekommt immer wieder Schmerzen", sagte Trainer Adi Hütter auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Dost müsse sich "in Therapie begeben", seit mittlerweile zwei Monaten bereitet die Leiste Probleme. Schon seit über einem Jahr hat Dost mit muskulären Verletzungen zu kämpfen, verpasste in der abgelaufenen Saison 18 Pflichtspiele. Im Mai kehrte er von einer Knieverletzung zurück, richtig fit war er seither nicht. Der Ausfall bis Jahresende ist bitter, einen Fehler haben die Verantwortlichen mit der Entscheidung pro Dost aber nicht gemacht. Nun brauchen beide Seiten Geduld, ehe er wieder bei 100 Prozent ist und auf Torejagd gehen kann.


Unglückliches Tauschgeschäft mit Milan


Anders sieht die Lage bei André Silva aus. Im Tausch mit Ante Rebic wurde der Portugiese für zwei Jahre vom AC Mailand ausgeliehen, nach einem ordentlichen Start mit drei Toren in vier Bundesligaspielen lassen die Leistungen aber deutlich zu wünschen übrig. Hütter monierte, der 24-Jährige war "zuletzt nicht auf dem Level, das wir uns vorgestellt haben". Im Zuge dessen darf man nicht außer Acht lassen, wie der Transfer überhaupt zustande gekommen ist.


Frankfurt und Milan einigten sich am letzten Tag der Transferperiode über den Spielertausch. Rebic wollte wechseln, nachdem Jovic frühzeitig bei Real Madrid präsentiert wurde und Sebastien Haller den Sprung zu West Ham United wagte. "Er wollte unbedingt weg, weil er das Gefühl hatte, dass er sonst als einziger der drei Stürmer bei Eintracht hängen bleibt", erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Steubing gegenüber BILD (zitiert via ​Frankfurter Rundschau). In Mailand ist Rebic allerdings Reservist - diese Rolle droht nun auch Silva bei der SGE.


Silva fehlt die Konstanz bei Eintracht Frankfurt


Der Portugiese wechselte nach einer erfolgreichen Saison mit 21 Toren für den FC Porto im Sommer 2017 für 38 Millionen Euro zu den Rossoneri. Die Erwartungen waren hoch, erfüllen konnte er sie nicht. Unter Vincenzo Montella und Gennaro Gattuso kam Silva meist von der Bank, absolvierte in der Serie A lediglich sieben Spiele von Anfang an und wurde nach der erfolglosen Saison an den FC Sevilla ausgeliehen. Doch auch bei den Andalusiern kam er nicht wirklich in Fahrt, obwohl ihm immerhin neun Tore in der Primera Division gelangen und er 25 Startelfeinsätze feiern durfte. 

Andre Silva

    Hat es verpasst, den Schwung mitzunehmen: André Silva.



Wie in Sevilla hat Silva nun auch in Frankfurt damit zu kämpfen, dass seine anfänglich starken Leistungen drastisch abfallen. In der vergangenen Saison erzielte er sieben seiner neun Tore in den ersten sieben Spielen; in Frankfurt wartet er seit exakt zwei Monaten auf einen Torerfolg. Im Zuge eines Rebic-Transfers war Silva allerdings die naheliegendste Lösung: Auf der einen Seite wollte Rebic die SGE unbedingt verlassen, auf der anderen Seite hatte Silva bei Milan keine Zukunft. Da die Eintracht den Kroaten keinesfalls ersatzlos abgegeben hätte und die Zeit äußerst knapp war, einigten sich beide kurzerhand auf dieses Tauschgeschäft. Gelohnt hat es sich weder für die Spieler, noch für die Klubs. 


Eine Mischung aus beidem


Entsprechend unglücklich fällt die Bewertung der Neuzugänge aus. Allerdings muss man zwischen den Gründen für die mäßigen Leistungen differenzieren. Während Dost seit seiner Ankunft über körperliche Beschwerden klagt, ist Silva seit über zwei Jahren auf der Suche nach Konstanz. Sollte er diese nicht wiederfinden, wird er in Frankfurt keine Zukunft haben.