Nach einer letzten Saison zum Vergessen grüßt Schalke 04 aktuell nun wieder von den oberen Tabellenrängen. Ein neuer Trainer und Verbesserungen im Kader zu Saisonbeginn sorgen für gute Ergebnisse auf Schalke. David Wagner und sein Trainerteam haben eine sehr positive Atmosphäre geschaffen, die es erlaubt, von den internationalen Startplätzen zu träumen. Wir werfen einen Blick auf die Leistungen und Ergebnisse von S04 und suchen nach Erklärungen für den positiven Trend.


Fußball kann manchmal so einfach sein. Wagner beschränkt sich auf fußballerische Basics wie Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und Einsatz mit hoher Intensität – sein Team belohnt ihn und die Fans mit einer sehr effizienten Spielweise. 


Gemessen an den expected goals (xG), den Treffern also, die Schalke anhand der statistischen Wahrscheinlichkeit hätte erzielen dürfen, liegt Schalke deutlich über dem Durchschnitt. 24 erzielte Tore verglichen mit 16 xG (Quelle: understat.com) weisen die höchste positive Abweichung in der ​Bundesliga auf und sprechen für eine extrem effiziente Spielweise der Schalker. Königsblau macht zurzeit einfach mehr aus den eigenen Chancen und zeigt hier eine sehr gute Performance.


Schalke ist stark nach Standards


Doch nicht nur hier kann Schalke glänzen. Das Team gewinnt die drittmeisten Kopfballduelle in der Liga und zeichnet sich somit durch eine herausragende Lufthoheit aus (Quelle: whoscored.com). Dies führt dazu, dass Schalke offensiv bereits sechs Tore nach Standards erzielen konnte und mit ​Bayern und ​Gladbach in dieser Statistik auf Platz eins der Bundesliga liegt. 

David Wagner

Der Vater des Erfolgs - David Wagner ist seit dieser Saison Cheftrainer von Schalke 04



Doch nicht nur offensiv, auch defensiv weiß S04 hier zu überzeugen. Erst zwei Gegentore musste Schalke nach gegnerischen Standardaktionen hinnehmen – nur Wolfsburg, Leverkusen und Augsburg sind mit jeweils nur einem Gegentreffer besser.


Auch das Spielglück kehrt zurück

Hinzu kommt, dass Kommissar Zufall seinen Dienstsitz wieder nach Gelsenkirchen verlegt hat und Schalke drei Eigentore der Gegner beschert hat. Wenn’s läuft, dann läuft es eben…

Auch moralisch scheint die Mannschaft intakt zu sein. Spiele wie gegen Augsburg oder Paderborn werden nach (mehrfachen) Rückständen gedreht. Mal wird das Glück wie gegen Augsburg erzwungen und Tore nach Standards oder gegnerischen Eigentoren eingesammelt. In anderen Fällen bleibt das Team auch trotz eines frühen Rückstands geduldig (Paderborn) und spielt den Gegner im weiteren Matchverlauf mit den eigenen spielerischen Mitteln an die Wand.


Fazit

Nicht nur punktetechnisch, sondern häufig auch spielerisch stimmt die Leistung auf Schalke. Besonders hervorzuheben ist hier auch das Revierderby gegen ​Dortmund, als der schwarz-gelbe Nachbar fast über die gesamte Spielzeit nach Belieben dominiert wurde. Zwar ist am Ende kein Sieg herausgesprungen, es spricht aber vieles dafür, dass der aktuelle Erfolg nachhaltiger Natur ist. Ein wenig erinnert der Saisonverlauf an die Vizemeister-Saison unter Tedesco, macht aber insgesamt den Eindruck, fußballerisch ausgereifter zu sein. Wo die Reise unter Wagner letztlich hingeht, bleibt abzuwarten. Eine derart effiziente Spielweise ist aber noch nie ein schlechter Reisebegleiter gewesen.