Am Samstagnachmittag gastiert der FC Bayern München bei Borussia Mönchengladbach. Im Borussia-Park wartet ein echtes Spitzenspiel auf die Zuschauer, die Vorfreude ist auf beiden Seiten groß. Nach der Niederlage gegen Leverkusen wollen die Münchner ein Ausrufezeichen setzen und den Tabellenführer bezwingen, um sich in den übrigen Spielen bis zur Winterpause eine gute Ausgangslage für die Rückrunde zu verschaffen. Um gegen Gladbach zu bestehen, wird es allerdings auf einige Dinge ankommen.


Die Chancenverwertung

Robert Lewandowski

Es gibt Tage, da ist es wie verhext. Trotz zahlreicher Torchancen will der Ball einfach nicht im Tor landen und segelt stattdessen knapp vorbei, streichelt das Aluminium oder wird vom Torhüter pariert. So fühlte sich für den Rekordmeister die 1:2-Pleite gegen Bayer Leverkusen an. Gleich dreimal rettete der Pfosten die Gäste, zudem war Lukas Hradecky mit einigen sehenswerten Paraden zur Stelle. Oftmals war es allerdings das eigene Unvermögen, das einen Torerfolg verhinderte.


Um gegen Gladbach zu bestehen, darf sich die Offensive solch ein Fehlschuss-Festival nicht noch einmal erlauben. Die Fohlen haben beim 4:2 gegen den SC Freiburg eindrucksvoll bewiesen, dass sie es ihrem Gegner extrem schwer machen, aus dem Spiel heraus Chancen zu kreieren. Bei Standards wiederum waren sie nicht allzu aufmerksam; ein entscheidendes Mittel für die Bayern?


Die Konterabsicherung

FC Bayern Muenchen v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Am vergangenen Wochenende tat sich die Defensive mit dem enormen Tempo, das die Leverkusener über Leon Bailey und Moussa Diaby mitbrachten, extrem schwer. Die Werkself erzielte beide Tore nach Umschaltmomenten und blieb über die gesamten 90 Minuten nach Ballgewinn gefährlich. 


Das beherrscht auch die Borussia, die sich sowohl durch das Zentrum als auch über die Außenbahnen schnell durch die gegnerischen Abwehrreihen kombiniert. Entscheidend wird daher sein, die Konter im Keim zu ersticken - dafür muss das Gegenpressing nach Ballverlust perfekt abgestimmt sein und die nötige Absicherung im Mittelfeld existieren. Ist dies nicht der Fall, wird es für Manuel Neuer brenzlig.


Marcus Thuram 

FBL-GER-BUNDESLIGA-MOENCHENGLADBACH-FREIBURG

Marcus Thuram ist voll eingeschlagen. In 13 Bundesligaspielen war der Franzose bereits an zehn Toren direkt beteiligt, gegen Freiburg erzielte er wettbewerbsübergreifend schon sein neuntes Saisontor. Sowohl im Zentrum als auch auf der linken Außenbahn ist er brandgefährlich, neben seiner körperlichen Wucht verfügt er über ein enormes Tempo und einer feinen Ballbehandlung. 


Am vergangenen Wochenende bekam Freiburg Thuram in den ersten 25 Minuten des Spiels überhaupt nicht in den Griff. Immer wieder verlagerte die Borussia das Spiel auf die linke Außenbahn, wo der 22-Jährige Tempo aufnahm und zahlreiche Chancen kreierte. Thuram zu bändigen, dürfte eine der Hauptaufgaben der Münchner Defensive sein; doch selbst dann tummeln sich immer noch Spieler wie Breel Embolo, Alassane Plea, Lars Stindl oder Patrick Herrmann im letzten Drittel.


Dominanz ausstrahlen

Serge Gnabry,Thomas Mueller

Unter Marco Rose haben die Gladbacher ein enormes Selbstbewusstsein entwickelt. Wie in den Spielen zuvor wird die Mannschaft auch am Samstag mit breiter Brust den Rasen betreten und den Kampf von der ersten Sekunde an annehmen. Genau deshalb wird es für den FC Bayern wichtig sein, die zurückgewonnene Dominanz auszustrahlen. Nach dem Motto: "Gegen uns könnt ihr nicht gewinnen."


Dazu sind die Münchner fähig. Besonders, wenn sie genau so auftreten müssen - wie in der Rückrunde der vergangenen Saison, im Auswärtsspiel bei RB Leipzig am vierten Spieltag oder auch im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund vor der Länderspielpause. Konzentration, Entschlossenheit und Biss sind Eigenschaften, die auch gegen Gladbach gefragt sind.