​In der ​Bundesliga ist Jannik Vestergaard einigen Fans ein Begriff. Schließlich stand er ganze neun Jahre in Deutschland unter Vertrag, im vergangenen Sommer wagte er dann den Sprung auf die Insel. Dabei läuft es für ihn vor allem persönlich richtig gut. Wir zeigen, wie der heute 27-Jährige zu einem gestandenen Defensivspieler der Premier League avancierte.


Der 1,99 Meter große Hüne ist in Deutschland kein Unbekannter. Jannik Vestergaard spielte in seiner bisherigen Karriere fast ausschließlich in Deutschland, dabei fiel er nicht nur durch seine enorme physische Präsenz auf. Angefangen hat seine Karriere allerdings in seiner Heimat in der Jugend von Bröndby, lange dauerte es aber nicht, bis er die internationale Konkurrenz von sich überzeugen konnte. 


Mit gerade einmal 17 Jahren wagte der Däne den Sprung nach Deutschland. Bei der ​TSG Hoffenheim fand er schell ein Zuhause und spielte sich durch die Nachwuchsabteilung bis in die Bundesliga-Mannschaft. Seine erste Einsatzminute feierte er bereits im April 2011, das Potential von Vestergaard war da schon lange bekannt. In der darauffolgenden Saison entwickelte er sich immer mehr zum Vollprofi und absolvierte bereits die komplette Rückrunde.


Vielseitiger Vestergaard macht auf sich aufmerksam


Seine Stärken lagen vor allem in der enormen Zweikampfstärke, die Vestergaard durch geschickte Körperbeherrschung einzusetzen wusste. Doch auch durch lange und zielgenaue Bälle konnte er brillieren, dominant war er dagegen ebenfalls nach ruhenden Bällen. 14 Tore sollten ihm bis heute in der Bundesliga gelingen, nur wenige Defensivspieler konnten eine solche Quote aufweisen.

FBL-GER-BUNDESLIGA- HOFFENHEIM-NUREMBERG

In der Luft führte nur wenig an Vestergaard vorbei



Die Saison 2012/13 war vor allem aufgrund eines Außenbandrisses eine herbe Enttäuschung, nur etwa die Hälfte aller Ligaspiele konnte er überhaupt absolvieren. Nach einem weiteren starken Jahr folgte dann allerdings der Wechsel zum ​SV Werder Bremen, wo Vestergaard voll aufblühte. Die Grün-Weißen verpflichteten den Dänen in einer schwierigen Situation, es sollten alle Parteien von diesem Wechsel profitieren. 


Bei Werder wurde er auf Anhieb zum Stammspieler und konnte sein großes Potential noch weiter ausschöpfen. Als einer der stabilsten Akteure der Liga verdiente er sich seinen Platz in der Nationalmannschaft - dort sammelte er immer mehr Erfahrungen. Über die weitere Station Borussia Mönchengladbach zog es den ausgereiften Verteidiger dann nach England, der FC Southampton sollte das nächste Kapitel sein.


Startprobleme sind vergessen


Der Sprung in die womöglich härteste Liga Europas ist für jeden Profi eine ​große Herausforderung. Auch für Jannik Vestergaard bedeutet der Schritt in die ​Premier League einen großen Umbruch, dazu wurde er aufgrund der Ablöse von 25 Millionen Euro mit großen Hoffnungen verbunden. Anpassungsschwierigkeiten hatte der Däne ab dem Start keine, in der körperlichen Liga schien er sich wohl zu fühlen.


Trotzdem verlief der Start alles andere als einfach, nach wenigen Wochen verlor er seinen Stammplatz und Southampton immer mehr Spiele. Die Leistungen des Dänen reichten nicht aus, um gegen die hochveranlagten Offensivreihen der Gegner nur wenig zuzulassen. Nur vier weiße Westen konnte der nun 27-Jährige in seiner ersten Saison in England überhaupt nachweisen, auch zwischenzeitliche Leistenprobleme machten ihm zu schaffen.

Jannik Vestergaard

Der Däne übernahm schon früh das Kommando



Das erste Jahr verlief für Vestergaard also holpriger als vorgestellt, immerhin machte er von Spiel zu Spiel den nächsten Schritt und gewann enorm an Reife und Überzeugung. Im Sommer nahm er sich deshalb vor, seinen Stammplatz in der Dreierkette der Saints nicht mehr abzugeben. Aktuell hat er dieses Ziel erreicht, denn bis auf eine Erkrankung stand er nahezu immer auf dem Platz.


Mit Vestergaard gegen den Abstieg


Trotz der vielen Einsätze kann sich der Däne aber nicht vollends glücklich schätzen. ​Mit Southampton steht er momentan auf einem Abstiegsrang, acht Niederlagen musste er mit seiner Mannschaft schon hinnehmen. Doch auf dem Weg zu einem der stabilsten Verteidiger der Liga will sich Vestergaard beweisen und gegen den Abstieg kämpfen. In Sachen Übersicht und Zweikampfbeherrschung konnte er noch einen Schritt nach vorne machen.


Unter Trainer Ralph Hasenhüttl erhält er das nötige Vertrauen, ihre gemeinsame Zeit in England war bisher konnte stets durch großen Zusammenhalt und viel Verständnis füreinander geprägt. Auch in der Nationalmannschaft will sich der Hüne unverzichtbar machen, Bewährungschancen wird er in den kommenden Monaten genug erhalten. Bis dahin hat der ehemalige Bundesliga-Profi weiterhin viele Träume. Mit der Teilnahme an der Europameisterschaft und dem Klassenerhalt auf der Insel könnte er zwei große Ziele erreichen.