​Borussia Dortmund ist mit einem, wenn nicht dem besten Kader der vergangenen Dekade in die neue Saison gestartet. Bislang konnte die Mannschaft die in sie gesteckten Erwartungen aber nicht einmal im Ansatz erfüllen. Eine der Achillesfersen ist das Fehlen eines zweiten Stürmers neben dem verletzungsanfälligen Paco Alcacer. Dieser Fehler soll im Winter korrigiert werden - und wir werfen dafür einen Blick auf den Bundesliga-Markt.


Traditionell ist der Winter kein gutes Pflaster für Transfers. Beim BVB besteht allerdings Handlungsbedarf; das Versäumnis im Sommer, keinen zweiten Stürmer verpflichtet zu haben, hängt der Borussia nach und muss korrigiert werden. Dabei müssen die Verantwortlichen des Vizemeisters allerdings ein schwieriges Profil bedienen: Der BVB kann weder mit viel Spielzeit, noch mit sportlichem Reiz dienen. ​Dass ein Mario Mandzukic dem Verein bereits abgesagt haben soll, ist nur folgerichtig. 


Die Optionen, die der BVB neben oder hinter Paco Alcacer hat, sind daher entweder perspektivischer (Erling Braut Haaland) oder realistischer Natur - sprich: eine dezidierte Nummer Zwei im Sturm. Auf dem nationalen Markt lassen sich zumindest eine handvoll Kandidaten finden, die diese Profile ansatzweise erfüllen.


Michael Gregoritsch


Obgleich sich Michael Gregoritsch und der FC Augsburg in der Öffentlichkeit wieder versöhnt und vereint zeigen, ist klar, ​dass der Österreicher im Winter einfach nur weg will. Sein Potenzial konnte der kopfballstarke Angreifer in der Fuggerstadt im Ansatz aufblitzen lassen, in dieser Saison konnte "Gregerl" aber noch keine Argumente für sich sammeln. Wirklich wählerisch dürfte er bei der Vereinssuche daher nicht sein.

Im Kontext seiner Situation und seinem Potenzial dürfte Gregoritsch für nahezu jeden Bundesligisten im Winter eine Option sein. Der Österreicher bringt Qualität, Wucht und Torgefahr mit und dürfte zudem ein Schnäppchen werden. Beim BVB würde seine Flexibilität zum Trumpf werden: Gregoritsch kann nicht nur im Sturmzentrum, sondern auch als hängende Spitze und auf den Außen eingesetzt werden. Als Allround-Ersatzspieler könnte er damit die gesamte Offensive entlasten und den Konkurrenzkampf anheizen. Fraglich nur, ob sich Gregoritsch nach seinem Intermezzo in Augsburg mit wenig Spielzeit in Dortmund zufrieden geben würde.

Andrej Kramaric


Apropos Flexibilität: Auch Andrej Kramaric ist in der Offensive variabel einsetzbar. Und über die Qualität des Kroaten brauchen wir nicht reden. Vier Tore in bislang vier Bundesliga-Einsätzen in dieser Saison (fehlte lange verletzt) sprechen ihre eigene Sprache. Mit seinen 28 Lenzen steht Kramaric auf seinem Zenit; viele Chancen, noch einmal zu einem Topclub zu wechseln, werden sich dem Stürmer nicht mehr bieten. 

Kramaric würde allerdings nicht gerade günstig werden. Bei laufendem Vertrag in Hoffenheim bis 2022 hält die TSG alle Trümpfe in der Hand. Zudem würde sich der kroatische Nationalspieler wohl kaum mit einem Platz auf der Bank zufrieden geben; eine Stammplatzgarantie oder zumindest -perspektive kann der BVB nicht bieten. Mittelfristig könnte Kramaric vom Abgang von Jadon Sancho profitieren; der Kroate ist aber zu wenig Außenspieler, um diese Lücke füllen zu können. Ein Winterwechsel von Andrej Kramaric nach Dortmund ist nahezu ausgeschlossen.

Luca Waldschmidt 


Perspektivisch wäre die Verpflichtung von Luca Waldschmidt einzuordnen. Der Youngster und frisch gebackene deutsche Nationalspieler passt ins Dortmunder Profil (siehe Nico Schulz, Julian Brandt, Mahmoud Dahoud) und ist in seiner Entwicklung noch nicht so weit, als dass er Stammplatz-Forderungen stellen kann. Auch beim SC Freiburg ist der 23-Jährige nicht immer gesetzt.

Der BVB wäre für Waldschmidt ganz klar der nächste Schritt. Der Stürmer nimmt seit seinem Wechsel nach Freiburg (vor anderthalb Jahren) Fahrt auf und will mittelfristig auch bei einem absoluten Top-Club spielen. In Dortmund wäre der Nationalspieler sicher gut aufgehoben, müsste sich aktuell allerdings auch massivem Konkurrenzkampf stellen. ​Zudem fehlt Waldschmidt bis zum neuen Jahr verletzt und wäre vermutlich keine Sofortlösung. Dass Freiburg, die bislang eine überragende Saison spielen, ihr Juwel überhaupt im Winter abgeben würde, ist schon unwahrscheinlich. 

Jean-Philippe Mateta


Groß, robust, technisch versiert, kopfballstark und torgefährlich: Jean-Philippe Mateta bedient haargenau das Profil, das sich viele BVB-Fans wünschen würden. Der Franzose ist mit 22 Jahren zudem noch extrem jung und hat noch viel Luft nach oben. Dass er Mainz 05 als Sprungbrett nutzt, ist ein offenes Geheimnis.


Die Rheinhessen haben in dieser Saison allerdings ihre Müh und Not. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Mateta verletzungsbedingt noch nicht ein Spiel absolvieren konnte. Mainz 05 ist in der Rückrunde auf den Youngster angewiesen - und damit ist ein Transfer im Winter nahezu kategorisch ausgeschlossen.


Fazit


Das Winter-Transferfenster ist schwierig. Der BVB sucht ein diffiziles Profil, das nur wenige Kandidaten im Ansatz erfüllen. Zudem gibt es kaum Spieler auf dem Markt. In der Bundesliga käme eigentlich nur Michael Gregoritsch in Frage. Ob der Österreicher allerdings genug Qualität mitbringt, um dem Vizemeister helfen zu können, darf angezweifelt werden. Eine interessante Option wäre er für den BVB aber allemal.