Beim Montagspiel der ​Bundesliga kam es im Rhein-Main-Duell zwischen ​Mainz 05 und ​Eintracht Frankfurt erneut zu Fan-Ausschreitungen. Neben gezündeten Pyros, die sogar auf das Feld geworfen wurden, wurde mit Sebastian Rode auch ein eigener Spieler beleidigt. Eintracht-Verantwortliche verurteilen diese Aktionen.


​Der ​befreiende 2:1-Sieg für die Mainzer dürfte schlussendlich die richtige Antwort auf die Frankfurt-"Fans" gewesen sein, die zuvor nicht nur Pyros zündeten, sondern diese auch auf den Platz warfen, das Schiedsrichter-Gespann somit zu Unterbrechungen zwangen und weitere Sicherheitsmaßnahmen wie das Ballfangnetz dadurch aufgegeben werden mussten. Ausgerechnet die Fans, die bei internationalen Auftritten in der Europa League zuletzt keinen Zugang und teilweise sogar Auftrittsverbote für die jeweilige Stadt hatten - so zeigt man sich eher nicht von der besten Seite. 


Eintracht-Fans werfen Pyros auf den Rasen - SGE-Kapitän wird vom eigenen Lager beleidigt


Bereits vor dem Anpfiff fingen Eintracht-Anhänger an, zahlreiche Leuchtraketen und Pyros zu zünden. Ein Vorgang, der an sich erstmal nicht mehr allzu ungewöhnlich ist. Als dann mutwillig der Start des Spiels mit fliegenden Raketen, im wahrsten Sinne des Wortes torpediert wurde, sah sich Schiedsrichter Manuel Gräfe dazu gezwungen, beide Mannschaften vorerst wieder in die sicheren Kabinen zu schicken. 


Dann wollte Sebastian Rode zu den zündelnden Anhängern. Der 29-Jährige war für David Abraham als Kapitän eingesprungen, wollte so weitere Ausschreitungen und Verzögerungen verhindern. "Sie haben selbst zu mir gesagt: 'Verpiss dich'!", berichtete Rode kurz darauf dem Schiedsrichter-Assistenten. Nicht einmal auf die eigenen Spieler, auf den eigenen Kapitän wollten sie hören - stattdessen wurde er mit Beleidigungen zurückgeschickt. Ein Symbolbild für das mutwillige Randalieren, wo das jeweilige Fußballspiel nicht der Anlass, sondern viel mehr die pure Möglichkeit ist, sich zu inszenieren.


"Das schadet Eintracht Frankfurt sehr!" - Bobic warnte vor wenigen Wochen noch vor Ausschreitungen und Verboten


Während des Spiels wollten die "Fans" dann noch klare Stellung zu den unerwünschten Montagsspielen beziehen. Mit 15 Minuten und 30 Sekunden Schweigen sollte die Standard-Anstoßzeit am Samstagnachmittag in den Vordergrund rücken. Zudem musste das Ballfang-Netz hinter einem Tor aufgrund der Pyros entfernt werden, sodass der Stadionsprecher die Zuschauer dahinter explizit warnen musste. "Das schadet Eintracht Frankfurt sehr!", war sich Vorstand Axel Hellmann sicher. 


Erst vor wenigen Wochen hatte sich SGE-Sportvorstand Fredi Bobic im kicker sehr besorgt über ​ein womöglich kommendes Stehplatz-Verbot gezeigt, sollten derartige Ausschreitungen nicht abnehmen. "Der Bogen darf nicht überspannt werden", gab er zu Protokoll, während er sich auf "Pyrotechnik, Raketen und Maskierte" bezog - wie die Faust aufs Auge, wenn man auf das gestrige Spiel blickt. Bobic sprach zudem davon, dass viele seiner Kollegen diese Befürchtung teilen, und "das möchte sicherlich niemand, kein Normalo und auch kein Ultra". Fakt ist: Am Montagabend hat man sich durch solche Aktionen sicherlich nicht weiter vom potenziellen Verbot entfernt.


Auch in den sozialen Netzwerken entlud sich die Wut auf die zahlreichen Vermummten, die nichts anderes zu tun hatten, als den gesamten Verein in ein schändliches Licht zu rücken. Zahlreiche Anhänger distanzierten sich zusätzlich von den gezeigten Aktionen.