​Borussia Mönchengladbach erkämpft sich in Österreich einen 1:0-Erfolg über den Wolfsberger AC und springt damit vor dem letzten Spieltag der Europa League auf Rang eins in Gruppe J. Der Treffer von Kapitän Lars Stindl nach einer Stunde reichte dem Bundesliga-Spitzenreiter zu den enorm wichtigen drei Punkten.


Tore: 1:0 - Stindl (60. Minute, Vorlage Wendt)


Nach der krachenden 0:4-Niederlage im Hinspiel wollte die ​Borussia aus Gladbach beim Wolfsberger AC Revanche nehmen. Fohlen-Coach Marco Rose musste in Österreich seine Defensive mächtig umstellen - die Stamm-Innenverteidiger Ginter und Elvedi fielen aus. Stattdessen setzte Rose auf eine Dreierkette mit Strobl, Zakaria und Bensebaini. Davor bildeten Wendt, Hofmann, Benes und Lainer eine Viererkette im Mittelfeld, hinter Kapitän Lars Stindl als Spielmacher, der die beiden Spitzen Thuram und Plea bedienen sollte.


Nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Roma war die Ausgangslage für die Fohlen klar: Mit einem Sieg gegen den WAC würde die Tür für die K.o.-Runde ganz weit aufstehen. Die Österreicher dagegen gingen nicht gerade in Topform in das Duell: Nur zwei der vergangenen acht Partien konnte der WAC gewinnen.


In Graz, wo die Partie 85 Kilometer entfernt von Wolfsberg stattfand, wurden die Gladbacher von zahlreichen Anhängern begleitet. 



Gladbach begann die Partie engagiert und bestimmend. Nach einem Abschluss von Plea in der zehnten Minute aus aussichtsreicher Position weit über den WAC-Kasten, kamen die Hausherren aber immer besser ins Spiel. Der WAC versuchte es wieder mit der Marschroute aus dem Hinspiel: Pressingsituationen schaffen. 


Folglich war es auch Wolfsberg mit der ersten richtig gefährlichen Aktion im Spiel. In der 30. Minute verlor Bensebaini den Ball am eigenen Strafraum, Werder-Leihgabe Schmid flankte sofort nach innen, wo WAC-Stürmer Niangbo völlig frei stand, den Ball aber nicht richtig traf. Im Nachfassen kam brachte Niangbo den Ball aber per Kopf an Sommer vorbei, Strobl konnte aber noch vor der Linie klären.


Insgesamt blieb die Borussia vor der Pause offensiv ungefährlich und hatte zunehmende Probleme mit den Österreichern. Das lag auch an der eher schwachen Passquote der Fohlen, die nach 45 Minuten bei 78 Prozent lag. Wirklicher Kombinationsfluß kam im Spiel nach vorne nicht zustande - und so blieben auch Chancen Mangelware.


Stindl mit dem goldenen Treffer


Nach der Pause ging es erstmal rucklig weiter. Doch nach rund einer Stunde war es der Kapitän, der die Fohlen erlöste. Nach einer punktgenauen flachen Hereingabe von Wendt, war Stindl zur Stelle und hatte aus kurzer Distanz keine Mühe, zum 1:0 einzuschieben.


Nur sechs Minuten später hätte Plea beinahe auf 2:0 gestellt. Ähnliches Muster wie beim Führungstreffer: Thuram legte flach quer auf seinen französischen Landsmann, der frei vor dem Tor am herausstürmenden WAC-Keeper vorbeischob, aber auch am Gehäuse der Gastgeber.


Den Hausherren schien ein wenig die Luft auszugehen. Trotzdem gab es noch eine Gelegenheit für den WAC: In der 77. Minute bediente Liendl Leitgeb per Freistoßflanke, der Kopfball stellte aber kein großes Problem für Sommer im VfL-Kasten dar. Auf der Gegenseite hatte Benes in der 82. Minute die riesen Chance auf die Entscheidung. Der eingewechselte Herrmann bediente Benes mustergültig, der Slowake grätschte den Ball in Richtung langes Eck, WAC-Keeper Kofler lenkte den Ball gerade noch am Pfosten vorbei.


Gladbach springt auf Rang eins - Direktes Duell mit Istanbul entscheidet über das Weiterkommen


Mit dem Erfolg in Österreich springen die Fohlen auf Platz eins in der Gruppe. Im Parallelspiel gewann die Roma in Istanbul deutlich mit 3:0 und rangiert punktgleich mit Gladbach an der Spitze der Gruppe J. Durch ist Gladbach damit aber noch lange nicht - Basaksehir liegt vor dem direkten Duell im Borussia-Park vor dem letzten Spieltag mit nur einem Zähler weniger in Lauerstellung. Gegen die Türken braucht es mindestens einen Punkt für die K.o.-Phase. Ein Sieg wäre gleichbedeutend mit Platz eins in der Gruppe.