Nach dem nächsten Eklat um Jadon Sancho macht das nächste Wechselgerücht die Runde. Wie der Daily Star unter Berufung auf einen Bericht der Times behauptet, plane Sancho seinen Abschied von ​Borussia Dortmund und peile einen Wechsel in die spanische Primera Division an. Wie viel Wahrheit steckt dahinter?


In der vergangenen Saison machte Jadon Sancho ausschließlich positiv von sich reden, seit einigen Wochen aber wirkt es so, als würde sich der 19-Jährige als nächster Problemfall beim BVB entpuppen. Nach der Nichtnominierung für das Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach, seiner Auswechslung im Spitzenspiel gegen den FC Bayern München nach nur 36 Minuten und der Entscheidung von Lucien Favre, ihn gegen den FC Barcelona nicht für die Startelf zu nominieren, brodelt die Gerüchteküche stetig weiter.


Laut einem Bericht der Sportwebsite The Athletic ​fühle sich der Youngster "gedemütigt", ein Abschied im Sommer, der nach dem Verbleib in diesem Jahr ohnehin wahrscheinlicher wirkt, rücke in greifbare Nähe. Dass Sancho angeblich aus der Startelf gegen Barcelona flog, ​weil er zu spät zu einer Mannschaftssitzung erschien, passt in das Gesamtbild: Es scheint, als würde ein Keil den Klub und seinen hochtalentierten Spieler langsam aber sicher spalten.


​Im September deutete Sportdirektor Michael Zorc einen Transfer nach Saisonende an, Sancho selbst hält sich über seine Zukunftspläne bedeckt. ​Eine Rückkehr nach England, ebenso wie ein Wechsel nach Spanien, könne er sich allerdings vorstellen, wie er dem Daily Mirror verriet. Es ist nur logisch, dass sich Europas Spitzenklubs mit dem so spielfreudigen und trickreichen Sancho befassen, ​angeblich sei Manchester United sogar dazu bereit, die hohen Forderungen des BVB zu erfüllen


Wechselt Sancho nach Spanien?


Der Mirror berichtete über eine Ablösesumme von 115 Millionen Euro, laut BILD fordere Schwarz-Gelb 140 Millionen Euro. Ungeachtet dessen behauptet der Daily Star unter Berufung auf der englischen Tageszeitung The Times, dass Sancho eine erste Entscheidung getroffen habe und einen Wechsel nach Spanien bevorzuge. Das Boulevardblatt Daily Star genießt keinen guten Ruf und erschien in der Vergangenheit alles andere als vertrauenswürdig, die Times wiederum besitzt die gegenteilige Reputation. Dementsprechend schwierig ist es einzuschätzen, welchen Wahrheitsgehalt das Gerücht besitzt.

Will Real? Kann Barça?


Klar ist, dass bei einem Wechsel in die Primera Division lediglich ​Real Madrid und der ​FC Barcelona in Frage kommen. Die Madrilenen verpflichteten im Sommer Eden Hazard für stolze 100 Millionen Euro und sind auch sonst auf den Flügeln gut aufgestellt: Mit Marco Asensio, Vinicius Junior, Gareth Bale, Rodrygo und Lucas Vazquez besitzt Zinedine Zidane fünf weitere Alternativen. Asensio, Vinicius und Vazquez sind derzeit jedoch verletzt, weshalb Isco beim 2:2 gegen Paris St. Germain auf der rechten Außenbahn zu finden war. 


Die Verpflichtungen von Vinicius und Rodrygo haben aufgezeigt, dass Real in Sachen Transfers langfristig plant. Doch solange Gareth Bale, der noch bis 2022 unter Vertrag steht, keinen neuen Verein findet, dürfte es für Sancho schwierig werden, regelmäßig zu spielen - ob des Überangebots wäre die Sinnhaftigkeit eines Transfers fraglich.


Auch Barcelona will sein Geld langfristig investieren und ​die Ära nach Lionel Messi vorbereiten. Noch steht der 32-Jährige aber bis 2021 unter Vertrag und der Klub peilt eine erneute Verlängerung an. ​Da ein weiterer Mittelstürmer gesucht wird, sind Messi, Ousmane Dembélé und Antoine Griezmann für die Außenbahnen im 4-3-3 zuständig, nicht zu vergessen sind die beiden Nachwuchsspieler Ansu Fati und Carles Perez. 


Fraglich erscheint vor allem, ob sich die Katalanen Sancho überhaupt leisten könnten. Günstiger als Neymar, der im Sommer mit einer Rückkehr liebäugelte und auch für die neue Saison auf dem Zettel stehen dürfte, wäre er in jedem Fall.

Sancho-Zukunft bleibt offen


Es gibt wohl keinen Top-Verein, der sich nicht mit Sancho beschäftigt. Aber nach den bisherigen Meldungen und Spekulationen erscheint eine Rückkehr nach England am wahrscheinlichsten, sollte er seine Zelte in Dortmund abbrechen. 2017 verließ der gebürtige Londoner sein Heimatland als großes Talent, das für viel Geld den Sprung ins Ausland wagte. Drei Jahre später könnte er als eines der größten Juwele zurückkehren und auch in der Premier League durchstarten. Denn trotz seiner disziplinarischen Verfehlungen ist er noch immer ein hochgradig veranlagter Fußballer.