Dass ​Schalke mit Juan Miranda über den Sommer einen talentierten Linksverteidiger für zwei Jahre hat ausleihen können, war eine wichtige Verstärkung für den Kader. Bislang bleibt er jedoch noch immer ohne Einsatzminute, zum Ärger des ​FC Barcelona. Zwischen den Katalanen und S04 herrscht anscheinend eine unterschiedliche Betrachtungsweise der Leihe - Einsätze werden nun immer wichtiger.


Auf der Pressekonferenz vor dem Liga-Spiel gegen ​Werder Bremen hatte sich David Wagner zur angeblichen Ernüchterung seitens des FC Barcelona bezüglich der Ausleihe von Juan Miranda geäußert. "Wir sind im guten Dialog mit Barcelona, insbesondere Michael Reschke und Jochen Schneider, [...] und da haben sie genau das Gegenteil kommuniziert", entgegnete Wagner zu vorigen Berichten, dass die Katalanen sehr unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf seien. 


Schalke zeigt sich mit Miranda-Leihe zufrieden - Barca könnte im Winter die Notbremse ziehen


Im Gegensatz dazu hatte die spanische Mundo Deportivo berichtet, dass auch ein vorzeitiges Ende der Leihe eine durchaus denkbare Möglichkeit sei. Vor allem die fehlenden Einsätze würden Anlass zu derartigen Überlegungen geben. Auch Jugendleiter Patrick Kluivert hatte sich dort ähnlich geäußert (via waz.de): "Das darf nicht passieren. Weder dem Spieler, noch dem Klub. Es ist schade, es tut mir leid, dass Miranda nicht spielt. Wir müssen sicherstellen, dass ein Spieler auch spielt, wenn er verliehen wird. Denn wenn er das nicht tut, dann müsste er auch nicht gehen."


Die Ausgangslage vor der Saison sah vor, dass man sich auf der Linksverteidiger-Position unbedingt noch verstärken wollte. Nur mit Bastian Oczipka in die Saison zu gehen, dazu mit einer laufintensiven und offensiven Aufgabe für diese Position, erschien weder für die Fans noch die Verantwortlichen eine Option zu sein. Mit Miranda fand man ein junges Talent, mit viel Potenzial im Spiel nach vorne. Nach zwölf Spieltagen wartet der 19-Jährige allerdings noch immer auf seine ersten S04-Minuten. Zuletzt musste er zwei Spiele aufgrund von Sprunggelenksproblemen aussetzen. 

Juan Miranda

Juan Miranda musste bisher immer auf der Bank platz nehmen - zum Unverständnis Barcelonas


Für Schalke ist Miranda als Option neben, bzw. zurzeit hinter Oczipka, zu wichtig, als dass man eine vorzeitige Abreise riskieren kann. Man benötigt definitiv einen zweiten Spieler für diese Position und Rolle, und auch wenn Oczipka seinen Job derzeit souverän erledigt (jedoch mit Schwierigkeiten im Spiel nach vorne), wird er nicht jedes Spiel spielen können. David Wagner wird nun nach und nach versuchen müssen, Miranda einzusetzen. Würde das notwendige Vertrauen in seine Fähigkeiten fehlen, hätte man ihn erst gar nicht ausgeliehen.


Mehrere Vereine an Leihe interessiert - Wagner wird Miranda nun nach und nach integrieren müssen


Die Bild berichtet zudem, dass mehrere Vereine aus der Niederlande und aus Spanien Interesse an einer Miranda-Leihe signalisiert haben sollen. Zudem wird ​Juventus Turin von der Gazetta dello Sport in den Ring geworfen. Im Bericht wird auch Jochen Schneider optimistisch zitiert: "Wir sind mit seiner Entwicklung zufrieden." 


Unabhängig von der Sichtweise von Barcelona wird es nun immer wichtiger, Miranda auch Einsätze zu ermöglichen. Früher oder später wird er (womöglich notgedrungen) spielen müssen, und dann nach vielen Monaten ohne jegliche Spielpraxis in die Bundesliga geworfen zu werden, wäre kein optimaler Einstand. Gegen ​Union Berlin am Freitagabend würde sich die nächste Möglichkeit für das Schalke-Debüt des Spaniers bieten.