​Der aktuelle Kader von Borussia Dortmund ist auch in der Breite so hochkarätig besetzt wie schon seit etlichen Jahren nicht mehr. Dennoch kommt es vor, dass Spieler auf zuvor ungewohnten Positionen ran müssen.


90min zeigt, welche Positions-Experimente Lucien Favre in seiner Zeit beim BVB bislang ausprobiert hat - und wie sie gelaufen sind.


Achraf Hakimi

Achraf Hakimi

Hakimi ist gelernter Außenverteidiger - für den Marokkaner macht es dabei keinen großen Unterschied, ob er auf der rechten oder auf der linken Seite auflaufen muss. In seiner ersten Saison beim ​BVB kam er auf beiden Seiten fast gleichhäufig zum Einsatz.


In dieser Saison hatte Favre allerdings eine neue Position für Hakimi parat: Der 21-Jährige musste (oder durfte) als offensiver Flügelspieler ran. Erstmals wurde die ​Real-Leihgabe beim Auswärtsspiel in Prag auf der für ihn zuvor ungewohnten Position eingesetzt - und siehe da: mit zwei Treffern avancierte Hakimi prompt zum Matchwinner.


Favre ließ Hakimi seitdem häufiger auf der offensiveren Position auflaufen, was dem Spieler durchaus entgegen kommt. Für einen Außenverteidiger sind seine defensiven Schwächen (vor allem im Stellungsspiel) noch zu eklatant. Offensiv macht dem pfeilschnellen Marokkaner dagegen kaum einer etwas vor.


Fazit: Experiment geglückt


Julian Weigl

Julian Weigl

Bereits in der letzten Saison musste Julian Weigl aufgrund von personellen Engpässen in der Innenverteidigung aushelfen - und das war aus seiner persönlichen Sicht auch gut so, denn im defensiven Mittelfeld, seiner angestammten Position, war ihm zuvor der Rang abgelaufen worden.


Weigl gab im Abwehrzentrum zudem keine allzu schlechte Figur ab, so dass Favre auch in dieser Saison häufiger an dem Experiment festhielt. Doch zuletzt hatte der 24-Jährige als Innenverteidiger aufgrund seiner Geschwindigkeitsdefizite häufiger das Nachsehen. Zusammen mit dem ebenfalls langsameren Mats Hummels ist das ein Problem für die Dortmunder - erst recht, wenn der Gegner auf Konter setzt und über schnelle Spieler verfügt.


Daher ist es absolut unverständlich, warum Weigl in der Innenverteidigung trotzdem den Vorzug gegenüber einem Dan-Axel Zagadou erhält.


Fazit: Nur als Notlösung brauchbar


Julian Brandt

Julian Brandt

Brandt galt vor Saisonbeginn neben ​Hummels als DER Königstransfer des BVB - doch bislang ist der 23-Jährige noch nicht vollends in Dortmund angekommen, auch wenn seine Formkurve zumindest nach oben zeigt. Ein Grund, warum es für Brandt im schwarz-gelben Trikot noch nicht komplett rund läuft, ist die Tatsache, dass er weiterhin nach seiner optimalen Position sucht.


Im offensiven Mittelfeld, seiner bevorzugten Position, ist Marco Reus gesetzt. Auf den Außenbahnen, auf denen Brandt ebenfalls häufiger spielte, haben Hakimi, Jadon Sancho oder Thorgan Hazard die Nase vorn.


Da Paco Alcacer in dieser Saison jedoch erneut mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat, wurde Brandt des Öfteren als Sturmspitze aufgeboten. Dort machte der Neuzugang bislang jedoch eine ziemlich schlechte Figur - mit dem Rücken zum Tor stehend den Ball zu verarbeiten, gehört sicherlich nicht zu seinen größten Stärken. Vielmehr müsste Brandt eigentlich aus der Tiefe kommen, um am Kombinationsspiel teilnehmen zu können.


Fazit: Experiment als Stoßstürmer nicht zukunftstauglich


Manuel Akanji

Manuel Akanji

Seit mehreren Monaten ist Akanji nun schon außer Form, dennoch darf er zumeist in der Innenverteidigung des BVB ran. Dort sorgt er allerdings immer wieder für einen Lapsus, der nicht selten zu gegnerischen Torchancen führt.


Favre setzt seinen Landsmann gelegentlich auch als Rechtsverteidiger ein. Da Akanji für einen Abwehrspieler über ein ordentliches Tempo verfügt, eine nachvollziehbare Wahl. Doch auch als Außenverteidiger hinterließ Akanji nur selten einen stabilen Eindruck - die Formkrise scheint ihn unabhängig von seiner Position zu verfolgen.


Fazit: Sollte Akanji seine Form wiederfinden, durchaus eine Option


Dan-Axel Zagadou

Dan-Axel Zagadou

In dieser Saison kam Zagadou erst einmal zum Einsatz - und das auf seiner angestammten Position als Innenverteidiger. In der Vergangenheit wurde der Youngster notgedrungen allerdings häufiger auch als Linksverteidiger aufgeboten.


Schon allein aufgrund seiner Körpergröße von 1,96m lässt sich erahnen, dass diese Position nicht unbedingt die beste für Zagadou ist. Im Rahmen seiner Möglichkeiten hat er die Aufgabe hinten links zwar ordentlich gelöst, im Zentrum ist der 20-Jährige jedoch um einiges wertvoller.


Fazit: Nur als Notlösung brauchbar