​Drei Spiele, drei Siege, 10:0 Tore - die Bilanz von Interimstrainer Hansi Flick beim ​FC Bayern München könnte besser kaum sein. Der Rekordmeister fand unter dem erfahrenen Co-Trainer zurück in die Spur und entdeckte seinen Spaß am Fußball wieder. Im Interview mit der tz (via Sport Bild) äußert sich nun Bayern-Star Philippe Coutinho über den neuen Coach und dessen Spielweise.


Vorausschauend, uninspiriert und auf Einzelspieler fixiert. Das System unter Ex-Trainer ​Niko Kovac hatte viele Mankos. Unter Flick scheint diese Phase bereits vergessen, der FCB überzeugt und beeindruckt wieder.


Coutinho: Erfolgreiche Taktik und motivierte Spieler


Leihspieler Coutinho, der noch bis Sommer 2020 beim FCB unter Vertrag steht, hebt besonders das Spielprinzip des neuen Trainers hervor, welches im Endeffekt den Unterschied mache. "Ich denke, die Gründe sind vor allem taktischer Natur", so der Brasilianer. "Der Trainer legt enormen Wert auf ein geschlossenes, koordiniertes und zeitweise hohes Pressing, damit der Gegner erst gar nicht zur Entfaltung kommen kann."

FBL-GER-BUNDESLIGA-DUESSELDORF-BAYERN-MUNICH

Nehmen Fahrt auf: Der FCB mit Philippe Coutinho (rechts)


Doch eine Taktik kann noch so gut sein, es sind die Spieler, die mitziehen müssen. Laut Coutinho gab es hierbei keinerlei Probleme: "Wir haben von Anfang an verstanden, wie er tickt und was er von uns will – sowohl auf dem Trainingsplatz als auch in der Kabine. Deswegen läuft es und wir sind alle happy." Flick habe das Talent, jederzeit den Spielern das Gefühl zu geben, ein "ein wichtiger Baustein innerhalb dieses Gebildes" zu sein. Im Endeffekt sei dies "die Basis für all das, was derzeit auf dem Platz vonstatten geht."


Von einem ekligen Konkurrenzkampf zwischen Coutinho und Müller ist keine Spur mehr


Coutinho selbst musste unter dem neuen Trainer zunächst zurückstecken und fand sich in den ersten beiden Partien lediglich auf der Bank wieder. Für den ehrgeizigen Spieler, der eben in der Hoffnung auf mehr Spielpraxis zu den Bayern gewechselt war, eine sicher nicht optimale Situation. Statt Coutinho stellte Flick Thomas Müller auf.


In Interview ist Coutinho allerdings voller Lobes für Bayern-Urgestein Müller und nimmt ihm seinen Startelfeinsatz keineswegs übel: "Thomas ist ein grandioser und für den FC Bayern sehr wichtiger Spieler. Er bringt alles mit, Talent und Erfahrung, was ihn zu einem fundamentalen Spieler in dieser Mannschaft macht." ​Beim 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf ließ Flick in der Startelf schließlich beide Akteure von der Leine - mit Erfolg. 


Coutinho selber stellt letztendlich den Wert der Mannschaft in den Vordergrund, auch beim Konkurrenzkampf zwischen ihm und Müller: "Ich habe meine Stärken, er (Müller, Anm. d. Red.) seine – es zählt jedoch nur, dass wir alle sie für den FC Bayern vereinen."


Flick bringt den den FC Bayern auf Kurs


Im Endeffekt stützen die Aussagen von Coutinho nur die Beobachtungen, die man seit zwei Wochen von außen machen kann. Interimscoach Flick schaffte es, in München wieder Ruhe hereinzubringen. Unter anderem durch sportlichen Erfolg, aber auch durch ein gesundes Mannschaftsgefüge, herrscht wieder ein vertrauensvolle Basis an der Säbener Straße, welches unumgänglich für ehrgeizige sportliche Ziele ist.


Respekt muss man ihm vor allen für die Lösung des Streitthemas um Coutinho und Müller zollen. Müller, der unter Kovac öffentlich in die zweite Reihe abgeschoben wurde und ​mit einem Wechsel sympathisierte, scheint wieder Freude am FCB gefunden zu haben. Dass Positionskonkurrent Coutinho nun sein Ego in den Hintergrund stellt und den Dienst für die Mannschaft als oberste Priorität ansieht, zeugt von viel Taktgefühl des Trainers. Das Team scheint vollends hinter Flick zu stehen.