Über den Sommer kam Benito Raman als einziger Offensiv-Neuzugang zu ​Schalke 04. Rund 6,5 Millionen Euro sollen für den 25-Jährigen an ​Fortuna Düsseldorf geflossen sein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint er nun richtig angekommen zu sein - in den letzten vier Spielen kommt er bereits auf fünf Torbeteiligungen.


Gegen Arminia Bielefeld vor vier Wochen gelang ​Benito Raman augenscheinlich sein Durchbruch auf Schalke. Mit einem Doppelpack trug er maßgeblich dazu bei, dass man sich gegen den Zweitligisten durchsetzen und in die nächste Pokal-Runde einziehen konnte. Zu Beginn der Saison hatte so mancher Fan befürchtet, es würde noch länger dauern, bis sich der Transfer bezahlt macht - zuletzt sah das bereits ganz anders aus. 


Gute Form sichert Raman vorerst einen Stammplatz im zuletzt schwachen S04-Sturm


Fünf Torbeteiligungen in den letzten vier Pflichtspielen sprechen dabei eine deutliche Sprache. Nimmt man das zähe Spiel gegen den FC Augsburg, was alles andere als ein "Stürmerspiel" war, wie David Wagner sagte, aus dieser Statistik noch raus (Raman ohne Tor und Vorlage), sind es sogar nur drei Spiele. Über die letzten Wochen konnte sich der Belgier zum wichtigen Teil der S04-Offensive spielen. Anfangs war er noch viel zu wenig ins Offensivspiel eingebunden, zudem plagten ihn Probleme mit dem Sprunggelenk. Nach sechs Liga-Spielen ohne Einsatz scheint nun der richtige Zeitpunkt zum Durchstarten gekommen zu sein. 


Über die nächsten Spiele wird Wagner auf ihn weder verzichten wollen, noch können. Dabei war es zuletzt egal, ob er - wie gegen ​Werder Bremen - als einziger Stürmer im 4-2-3-1, oder als Teil der Doppelspitze im 4-4-2 (Raute) agierte. Mittlerweile merkt man schnell, dass er viel aktiver und im Spiel eingebunden ist. Die Laufwege, das Pressing und die standardmäßigen Abläufe funktionieren inzwischen deutlich flüssiger. Damit hat er sich gegenüber allen anderen S04-Stürmern einen großen Vorteil erspielt. Weil weder Guido Burgstaller, noch Mark Uth überzeugen konnten, und Ahmed Kutucu bislang noch keine Chance bekam, dürfte Raman seinen Platz nun vorerst sicher haben.

Der regelmäßiger Einsatz von Raman könnte zum Vorteil der gesamten Mannschaft werden


Das ist nicht nur für ihn als Neuzugang und Spieler wichtig, sondern auch für alle anderen Mitspieler. Auch wenn man bestimmte Abläufe und Situationen trainiert, verhält sich jeder Spieler im Spiel nochmal unterschiedlich. Wenn man mit Raman nun endlich einen Stürmer hat, der konstant und regelmäßig spielen wird, wird es auch dem Mittelfeld leichter fallen, sich darauf einzuspielen. Man wird sich gegenseitig besser kennen, die jeweiligen Laufwege und Ideen vorhersehen können. Kurz gesagt: Die Abstimmungen könnten besser funktionieren und das Offensivspiel einfacher sowie flüssiger werden - das wäre ein weiterer, wichtiger Schritt in der Entwicklung. 


Wichtig wäre das nicht nur mittel- und langfristig gesehen, sondern auch ganz aktuell. Zuletzt wirkte das Spiel nach vorne teilweise zu mühsam, sodass zu wenig klare Torchancen herausgespielt wurden. Exemplarisch dafür kann man den 2:1-Sieg gegen Bremen nehmen. Dort machte Harit aus einer fast unmöglichen Situation ein Tor (nach Vorlage Raman), und Raman selbst erzielte aus einem Fehler der Werder-Verteidigung den zweiten Treffer. Da man sich darauf nicht verlassen darf und es auch nicht kann, wäre eine aktivere und noch mehr belebte Offensive eine wichtige Verbesserung. Zurzeit sieht es ganz danach aus, als könne Benito Raman dazu beitragen.