​Anstatt nach der Länderspielpause die erhoffte Trendwende einzuleiten, geriet ​Hertha BSC am Sonntag beim FC Augsburg komplett unter die Räder und wurde mit einer ​0:4-Pleite nach Hause geschickt. Noch ist unklar, ob Cheftrainer Ante Covic eine weitere Chance erhält oder ob die Berliner die Reißleine ziehen. Im Falle einer Trennung könnte sich die jüngst eingefädelte Zusammenarbeit mit Jürgen Klinsmann bereits bezahlt machen.


Eigentlich hatten sich die Herthaner für die Partie bei den Fuggerstädtern eine Menge vorgenommen. Umso konsternierter wirkten die Hertha-Profis nach dem wieder einmal alles andere als überzeugenden Auftritt - auch ​Coach Ante Covic wirkte unmittelbar nach Abpfiff regelrecht ratlos. "Wir haben nicht das auf die Platte bekommen, was wir uns vorgenommen haben. Ich weiß nicht warum, aber das hat auch etwas mit dem Kopf zu tun", so der sichtlich gefrustete 44-Jährige gegenüber Sky.


Hertha-Manager Preetz verzichtet auf klare Ansage


Obwohl Covic vor seiner Amtsübernahme in diesem Sommer noch keine Erfahrungen in der Bundesliga vorzuweisen hatte, kennt der langjährige Jugendtrainer der Herthaner das Profigeschäft gut genug, um zu wissen, dass seine Weiterbeschäftigung dieser Tage am seidenen Faden hängt. Platz 15 nach elf Spieltagen und zuletzt vier Niederlagen in Folge lassen sich überhaupt nicht mit den gesteigerten Ansprüchen des Hauptstadtklubs vereinbaren.​


Manager Michael Preetz, der vor wenigen Monaten noch eine Europapokal-Qualifikation als möglich erachtet hatte, konnte seinen Unmut über die Anti-Leistung der Berliner nach Abpfiff kaum verbergen und erklärte, dass man das Ergebnis erst einmal sacken lassen müsse. Eine klare Rückendeckung für den Trainer hört sich definitiv anders an; daher könnte spätestens das kommende Heimspiel gegen Borussia Dortmund zum Schicksalsspiel für Covic werden.


Welche Rolle kann Jürgen Klinsmann spielen?


Laut Informationen der B.Z. könnte im Falle einer Trennung von Covic vor allem Jürgen Klinsmann gefragt sein. Der ehemalige Bundestrainer war vor wenigen Wochen ziemlich überraschend ​als Aufsichtsratsmitglied bei der Hertha eingestiegen und gilt als enger Vertrauter von Großinvestor Lars Windhorst. Nun könnte - früher als erhofft - die sportliche Expertise des 55-Jährigen gefragt sein.


Die Trainerstationen von Jürgen Klinsmann:

​Verein/VerbandAmtszeit​
​Deutschland​26.07.2004 - 11.07.2006
​FC Bayern München​01.07.2008 - 27.04.2009
​USA​29.07.2011 - 21.11.2016

Dem Bericht zufolge könnte es dabei zu zwei verschiedenen Szenarien kommen. Als deutlich wahrscheinlicher wird erachtet, dass Klinsmann seine exzellenten Kontakte im internationalen Fußball geltend machen und so die Suche nach einem passenden Coach vereinfachen könnte. Denkbar soll dem Vernehmen nach aber auch sein, dass der TV-Experte zumindest interimsweise selbst auf den Trainersessel zurückkehrt.


Ob den Berlinern in der ohnehin angespannten Lage der Medientrubel infolge einer Rückkehr von Klinsmann tatsächlich gut tun würde, darf aber zumindest bezweifelt werden. Eine komplett andere Variante, die zuletzt immer wieder einmal die Runde machte, wäre es, ​Pal Dardai wieder zurück ins Boot zu holen. Der 43-Jährige hatte bis zum vergangenen Sommer für über vier Jahre die Geschicke des Hauptstadtklubs geleitet und dabei durchaus erfolgreich gearbeitet. Ob sich Preetz tatsächlich die Blöße geben würde, so kurzfristig bei seinem Ex-Coach anzuklopfen, steht auf einem anderen Blatt Papier.