Auch im Spiel Nummer drei unter Hansi Flick lieferte der ​FC Bayern München eine starke Vorstellung. Nach der Machtdemonstration gegen Fortuna Düsseldorf waren die Spieler hochzufrieden. Ein besonderer Dank galt Flick, der innerhalb der Mannschaft ein exzellentes Ansehen genießt.


Die Fans des Rekordmeisters mussten lange auf solch eine Leistung wie am Samstagnachmittag in Düsseldorf warten. In der ersten Halbzeit dominierten die Bayern die Partie nach Strich und Faden, kombinierten sich ansehnlich durch die Abwehrreihen der Fortuna und ließen potentielle Konter wie schon beim 4:0 über Borussia Dortmund im Keim ersticken. 


Die Änderungen im Vergleich zur Spielweise unter Niko Kovac sind klar ersichtlich: Die einzelnen Mannschaftsteile sind enger beisammen, die riesigen Lücken im Mittelfeld ​wurden geschlossen. Die nominellen Flügelspieler Philippe Coutinho und Serge Gnabry ziehen im letzten Drittel ins Zentrum, sodass die Außenverteidiger Alphonso Davies, allen voran aber Benjamin Pavard weit aufrücken und an zahlreichen Offensivaktionen beteiligt sind. Thomas Müller präsentiert sich aufgrund seiner neuen Freiheiten auf dem Spielfeld wieder in Höchstform, einzig Robert Lewandowski machte gegen die Fortuna negativ auf sich aufmerksam: Zum ersten Mal in dieser Bundesliga-Saison erzielte der Stürmer kein Tor, dafür gelangen ihm zwei starke Vorlagen.


Das konnten die Münchner aber verschmerzen, bereits nach 34 Minuten stand es 3:0. In der elften Minute traf Pavard zur Führung, 16 Minuten später erhöhte Landsmann Corentin Tolisso, Serge Gnabry sorgte für die Vorentscheidung. Nach dem Seitenwechsel setzte Coutinho in der 70. Minute den Schlusspunkt. 


Spiel drei ohne Gegentor - Kimmich: "Das ist die Basis"


Die Bayern sind in bester Laune, Grund dafür ist auch der starke Defensiv-Verbund. Immer wieder war zu sehen, wie Innenverteidiger Javi Martinez in der Endverteidigung auf die Rechtsverteidiger-Position auswich, wenn Pavard noch nicht zur Stelle war. Daraufhin schloss Kimmich die Lücke im Abwehrzentrum. David Alaba und Alphonso Davies lieferten eine ähnlich starke Vorstellung wie gegen Dortmund ab, kurzum: Diese Bayern sind nur sehr schwer zu knacken.


"Vor allem in der ersten Halbzeit war es wirklich sehr gut, da haben wir gar nichts zugelassen", freute sich Joshua Kimmich am Mikrofon der Sportschau. Gleichzeitig kritisierte der 24-Jährige einige Nachlässigkeiten nach dem Seitenwechsel: "In der zweiten Halbzeit hatten sie [Fortuna Düsseldorf, Anm. d. Red.] nach dem 4:0 zwei, drei Chancen. Es ist wichtig für unsere Dominanz, dass wir öfter zu Null spielen und wenig Chancen zulassen. Das ist die Basis."


Müller: Flick "gibt uns Sicherheit"


Diesen Eindruck teilte auch Hansi Flick. "In der der zweiten Hälfte hatten wir dann noch Luft nach oben. Wir hatten zu viele und zu leichtsinnige Ballverluste. Daran müssen wir in den nächsten Wochen noch arbeiten", wird der 54-Jährige bei ​kicker zitiert. Verglichen mit den Problemen im bisherigen Saisonverlauf, wirken solche Mängel allerdings wie Marginalien. Dass Flick auch dafür eine Lösung finden wird, scheint nur wie eine Frage der Zeit. 


Innerhalb kürzester Zeit hat er der Mannschaft ein anderes Gesicht verpasst, die Auftritte sind ähnlich dominant wie nach der Rückkehr von Jupp Heynckes vor zwei Jahren. "Er gibt uns alternativlos vor, was zu tun ist. Das gibt uns Sicherheit", schwärmte Thomas Müller nach dem Spiel von Flick (Quelle: ​kicker). 


Der Offensivspieler, unter Niko Kovac noch häufig auf der Bank zu sehen, wertete die Partie in Düsseldorf als "Charakterprüfung". Die wurde in seinen Augen zweifellos bestanden: "Das haben wir absolut bestätigt. Und es stimmt uns positiv, dass wir es hier so umsetzen konnten. Natürlich haben wir mehr Qualität als Düsseldorf. Aber darum geht es im Fußball nicht immer zu hundert Prozent. Wir haben sie eingeschnürt und vor allem in der ersten Hälfte klar den Ton angegeben."


Gnabrys klares Statement


Wie positiv die Resultate unter Flick sind und wie gut der Übergangstrainer innerhalb der Mannschaft ankommt, wird selbstverständlich in der Führungsetage registriert - und auch Flick selbst ist voll des Lobes über die bisherige Arbeit: "Es macht mir Spaß, die Mannschaft setzt alles hervorragend um", sagt er, angesprochen auf eine Beschäftigung über den Winter hinaus bleibt er weiterhin realistisch: "Ich kann mir vieles vorstellen, aber bis dahin ist es ein ganz weiter Weg." 

Wenn es nach Gnabry geht, ist das nur eine rein rhetorische Frage. Angesprochen darauf, ob die Mannschaft will, dass Flick bleibt, antwortete er kurz und knapp: "Korrekt."