​Vor nur wenigen Stunden konnte sich Flamengo Rio de Janeiro die südamerikanische Krone aufsetzen. Im Finale der Copa Libertadores setzten sich die Brasilianer gegen den argentinischen Titelverteidiger River Plate durch. Wie gewohnt ging es dabei mehr als hitzig zu, an Spannung war das Endspiel kaum zu überbieten.


Außerhalb Europas ist die Copa Libertadores eines der größten Highlights des Weltfußballs. Der höchste südamerikanische Vereinswettbewerb wird schon seit Jahren ausgespielt und bietet in jeder Ausgabe enorme Spannung. In diesem Jahr standen sich Flamengo und River Plate im Finale gegenüber.


Das Endspiel in Lima sollte erneut zum Festakt werden, vor rund 50.000 Zuschauern gab es dabei eine Prämiere. Zum ersten Mal in 60 Jahren gab es nur eine Austragung des Endspiels, wer gewinnt, würde sich also automatisch zum Champion krönen. Dies gelang am Ende den Brasilianern, die kämpferisch überzeugen konnten und durch den späteren Matchwinner einen Rückstand aufholten.


Gabriel Barbosas Wahnsinns-Abend


Der Start in die Partie gestaltete sich durchaus eng und umkämpft, beide Teams tasteten sich erst einmal ab. Nach nur 14 Minuten war es allerdings River Plate, di​e den Führungstreffer bejubeln konnten. Rafael Borré war nach einem Steilpass der Nutznießer und vollendete eiskalt ins untere Eck. Danach brauchten die Brasilianer ein wenig Zeit, um wieder ins Spiel zu finden. Vor allem defensiv stand der Titelverteidiger zu dieser Zeit stabil. 


Nach der Pause war Flamengo weiterhin gewillt und kam zu einer richtig gefährlichen Annäherung, doch erst Barbosa und Everton Ribeiro scheiterten beide nach gut einer Stunde. Zwischenzeitlich wurde der ehemalige ​Werder- und ​Wolfsburg-Profi Diego eingewechselt. Dieser brachte weitere Offensivqualitäten und war Zeuge eines spektakulären Endes.


Es war die 89. Minute, als Flamengo endlich zum verdienten Ausgleich kam. Barbosa stand nach einer Hereingabe völlig frei und sorgte für Freudentaumel auf Seiten der Brasilianer. Viel sprach danach für eine Verlängerung, doch der Held des Abends hatte etwas dagegen. Es war erneut Barbosa, der Flamengo letztendlich in Führung brachte, nachdem Javier Pinola den Ball zu kurz geklärt hatte. Das Drama war perfekt, hatte aber noch ein Kapitel zu schreiben.


Doppel-Rot in der Nachspielzeit


Denn in den letzten Zügen kam der wahre Charakter dieses Endspiels noch einmal zum Vorschein. Als sich Exequiel Palacios einen Aussetzer leistete, wurde es hitzig. Torschütze Barbosa ließ sich ebenfalls zu einer Tätlichkeit hinreißen, beide Übeltäter sahen die Rote Karte. Danach war Schluss ​und Flamengo ließ sich zurecht feiern. 


Die extrem spannende Partie erhielt viel Aufmerksamkeit auf der ganzen Welt, viele Zuschauer verfolgten das Spiel gebannt. In einer Nacht von Helden und Verlierern sorgte Gabriel Barbosa letztendlich für den Unterschied und sicherte Flamengo den insgesamt zweiten Erfolg in einem Endspiel der Copa.



Die Atmosphäre im Stadion war gewohnt spektakulär und beide Fanlager lieferten ihren Beitrag zum packenden Duell. Doch der Fokus lag am Ende des Abends ganz klar auf dem brasilianischen Helden, der mit seinem späten Doppelpack in vielen Jahresrückblicken auftauchen wird.

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​​Manche Fans zogen Parallelen zum durchaus ähnlichen Champions-League-Finale 1999, als ​Manchester United mit einem späten Comeback über den​ FC Bayern München triumphierte.

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