​Noch ist völlig offen, welcher Cheftrainer in der kommenden Spielzeit die Geschicke des ​FC Bayern München leiten wird. Die sportliche Führung rund um ​Kaderplaner Hasan Salihamidzic werkelt dennoch parallel bereits an einem schlagkräftigen Kader. Dem Vernehmen nach wollen die Münchner dabei auch auf ihr Eigengewächs Adrian Fein setzen, welches in der 2. Bundesliga für dessen Leihklub ​Hamburger SV bislang vollends zu überzeugen wusste.


Seit dem Sommer 2006 durchlief der heute 20-jährige Mittelfeldspieler mehrere Jugendmannschaften der Bayern und konnte sich auch für Einsätze in den U-Mannschaften des DFB empfehlen. Der Sprung in den Profikader der Bayern blieb dem hoch veranlagten Sechser aufgrund der namhaften Konkurrenz beim Rekordmeister aber verwehrt und daher wurde ​Adrian Fein im vergangenen Sommer von der zweiten Mannschaft der Münchner in Richtung des Hamburger SV abgegeben. Zuvor hatte er bereits für ein Jahr beim Zweitligisten Jahn Regensburg wichtige Erfahrungen sammeln können.


Fein macht Werbung in eigener Sache


Die auf ein Jahr festgelegte Leihe zu dem ambitionierten Zweitligaklub zahlte sich bislang für alle Beteiligten voll aus. So entpuppte sich Fein für die Hanseaten im Matchplan ihres neues Cheftrainers Dieter Hecking als enorm wichtiges Puzzlestück und verpasste bislang keine einzige Minute. Dabei bestach der gebürtige Münchner in gleich mehreren wichtigen Aspekten und konnte nicht nur mit seiner robusten Spielweise, sondern vor allem auch durch seine für sein Alter ungewöhnliche Ruhe am Ball überzeugen. Nicht von ungefähr spulte Fein bislang von allen HSV-Profis zudem die meisten Kilometer ab (145).


Laut Informationen der tz, sollen die starken Leistungen des Youngsters auch den Entscheidungsträgern bei den Münchner nicht verborgen geblieben sein. Unabhängig von der Trainerfrage beim Rekordmeister, soll Fein daher definitiv im kommenden Sommer an die Isar-Metropole zurückkehren. Der HSV hingegen, hofft noch immer auf eine Ausweitung der Leihe, zumal die Hamburger bereits in der Vorsaison mit Orel Mangala einen ähnlich überzeugenden Leihspieler an dessen Stammklub - in diesem Falle dem VfB Stuttgart - hatten abgeben müssen.


FC Bayern (noch) eine Nummer zu groß?


Trotz aller vorhanden Qualitäten des Bayern-Eigengewächses darf aber dennoch die Frage erlaubt sein, ob eine Rückkehr zum amtierenden deutschen Meister für Fein womöglich doch ein bisschen zu früh kommen würde. Noch kann der dreifache U21-Nationalspieler schließlich keinerlei Erfahrungen in der 1. Bundesliga vorweisen. Bei einem - Stand jetzt ziemlich wahrscheinlichen -  Aufstieg mit den Rothosen, würde Fein zwar auch bei einem Verbleib deutlich intensiver auf Herz und Nieren getestet werden als derzeit im Unterhaus, das auf ihn gerichtete Scheinwerferlicht wäre aber im hohen Norden nicht ganz so brennend. 


Das Spielerprofil von Adrian Fein:

​PositionDMF
​Alter​20
​Marktwert​3 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2020 (Leihe)
​HSV-Spiele​15
​HSV-Torbeteiligungen​4


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Fein wäre bei weitem nicht das erste Talent, dass auf der Ersatzbank der Münchner verwelken könnte. Unterm Strich dürfte also doch die Trainerfrage eine entscheidende Rolle spielen. Sitzt im kommenden Sommer ein Trainer an der Seitenlinie, der den Münchner ein spürbar frischeres Gesicht verleihen will, könnten die Aktien von Fein in die Höhe schießen. Ob die HSV-Leihgabe diesem Druck aber auch tatsächlich gewachsen wäre, lässt sich kaum abschätzen. Das nötige fußballerische Rüstzeug, um sich zumindest langfristig bei den Bayern durchzusetzen, bringt Fein aber definitiv mit.