​Vor dem zwölften Spieltag belegt ​Borussia Dortmund in der Bundesliga den sechsten Tabellenplatz und musste zuletzt eine herbe 0:4-Klatsche gegen den FC Bayern München hinnehmen. In einem Interview bezog ​Cheftrainer Lucien Favre nun nicht nur zur aktuellen Situation Stellung, sondern äußerte sich unter anderem auch zu dem Vergleich mit der BVB-Ikone Jürgen Klopp und der derzeitigen Formschwäche von Shootingstar Jadon Sancho.


In dem Gespräch mit der BILD zeigte sich Favre sehr selbstbewusst und betonte, dass sich die Borussen von dem Ergebnis aus München nicht aus der Ruhe bringen lassen sollten. In gewohnt sachlichen Worten erklärte der 62-Jährige, dass man bei der Partie gegen den Rekordmeister schlichtweg viel zu passiv agiert habe und es so "gegen jeden Gegner schwer" würde. Ein zu langer Blick in den Rückspiegel sei aber wenig hilfreich und daher gehe es nun darum sich auf die kommenden Aufgaben zu fokussieren.


Favre stärkt Sancho den Rücken


Um zurück in die Erfolgsspur zu kommen, stünde dem BVB ein ​Jadon Sancho in Topform definitiv sehr gut zu Gesicht. In den vergangenen Wochen lief der Senkrechtstarter der Vorsaison seiner Form aber meilenweit hinterher und wirkte ungewohnt gehemmt und fast schon teilnahmslos. Die immer lauter werdende Kritik an dem 19-jährigen Briten wollte Favre aber nicht unkommentiert stehen lassen.


Das Spielerprofil von Jadon Sancho:


​Position​RA
​Alter​19
​Marktwert​100 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2022
​BVB-Spiele​71
​BVB-Scorerpunkte​49


(Marktwert laut transfermarkt.de)


"Er ist ein richtiger Typ, ich komme bestens mit ihm zurecht. Bei der ganzen Debatte dürfen wir nicht vergessen, dass wir hier über einen 19-Jährigen sprechen, auf den derzeit mächtig etwas einprasselt und der – gemessen an seinem Alter – lange außergewöhnlich konstant gespielt hat", so der BVB-Coach über sein Offensiv-Juwel. Dabei erklärte Favre, dass die sportliche Leitung der Borussen bereits vor der Saison eine Leistungsdelle des Youngsters schon allein aufgrund der immer wieder aufkommenden Transfergerüchte gewissermaßen einkalkuliert habe.


Unterm Strich mahnt Favre bei der Causa Sancho vor allem zu einem: Geduld. Wie alle Spieler in seinem Alter müsse Sancho erst noch lernen "ein professionelles, fokussiertes Leben zu führen". Sollte dies dem englischen Nationalspieler gelingen, könne er "einer der Besten werden". Der BVB stehe im dabei zur Seite.


Favre über die Nachfolge von Jürgen Klopp


Im Laufe des Interviews fiel - wie sollte es auch anders sein - natürlich auch der Name ​Jürgen Klopp​. Seit dem Abgang des ehemaligen BVB-Trainers warten die Schwarz-Gelben sehnsüchtig auf ihren nächsten Titel und die Fans vermissen auch die authentische Art des aktuellen Liverpool-Coaches sehr. Favre weiß daher um das schwere Erbe, das The Normal One hinterlassen hat: "Ein Nachfolger von ihm zu sein, ist nie einfach – das ist kein Geheimnis. Er ist ein toller Trainer, hatte hier sieben hervorragende Jahre, hat die Leute begeistert und Pokale geholt."


Obwohl ihm bereits bei seinem Amtsantritt die Sehnsucht nach Klopp entgegen schwappte, habe Favre aber keinerlei Problem damit, dass Klopp noch immer ein derart hohes Standing bei den BVB-Anhängern habe, schließlich habe er sich dies verdient. Vergleiche bezüglich der Emotionalität beider Trainer kommen bei Favre jedoch eher weniger gut an: "Sicherlich bin ich ein ruhigerer Typ, aber ich erinnere mich auch an Spiele, in denen ich mal auf die Tribüne geflogen bin. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Leute mich hier noch gar nicht richtig kennen."


Diese Aussage tätigte der Schweizer zwar mit einem Augenzwinkern, dennoch dürfte mehr als nur ein Funken Wahrheit dahinter stecken. Um noch mehr zu betonen, dass in dem Übungsleiter weitaus mehr als der ruhige Beobachter schlummert, unterstrich Favre daher zudem den Unterschied seiner internen und externen Darstellung: "Sie dürfen nicht den Fehler machen, den Lucien Favre vor der Kamera mit dem in der Kabine zu verwechseln. Fragen Sie die Spieler."