Wenn wichtige Entscheidungen beim ​FC Bayern München anstehen, kommt einem Mann seit vielen Jahren eine große Verantwortung zu: Giovanni Branchini. Der Italiener ist eine wichtige Anlaufstelle für den Rekordmeister, seine guten Kontakte helfen bei der Vermittlung von Spieler- und Trainer-Transfers. Doch wer ist Branchini überhaupt?


Berater und Vermittler nehmen im Fußball seit vielen Jahren eine bedeutende Rolle ein. Einer der berüchtigsten Männer ist der Italiener Mino Raiola, der zahlreiche Stars vertritt und als knallharter Hund in den Verhandlungen gilt. Auch Jorge Mendes kommt einem in den Sinn, der Portugiese betreut beispielsweise Cristiano Ronaldo. Der Name Giovanni Branchini fällt hingegen eher selten, obwohl er gewiss kein unbeschriebenes Blatt ist.


Ein gern gesehener Gast des Hauses


Nicht nur, aber vor allem beim FC Bayern München ist Branchini der Mann für wichtige Transfers. Sei es die Verpflichtung von Luca Toni, Pep Guardiola oder Lucas Hernandez, auch beim letztlich gescheiterten Transfer von Leroy Sané soll der Italiener laut BILD "eine tragende Rolle" gespielt haben. ​Das Boulevardblatt sichtete Branchini am Mittwoch gemeinsam mit Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic in München, spekuliert wird über Gespräche bezüglich des am Dienstag bei Tottenham Hotspur entlassenen Mauricio Pochettino.


Oft halte er sich an der Säbener Straße auf, tausche sich regelmäßig mit den Bayern-Bossen aus und darf auch an den Banketts nach Champions-League-Spielen teilnehmen. Doch anders als Raiola oder Mendes zieht sich Branchini aus der Öffentlichkeit zurück. Direkte Aussagen von ihm finden sich nur selten, Interviews gibt er keine. 


1986 gründete er gemeinsam mit Carlo Pallavicino die "Branchini Associati", prominentester Klient ist aktuell Mattia De Sciglio von Juventus Turin. Anders als die meisten Spielerberater kümmert er sich im Zuge eines Transfers aber nicht darum, seinen Lebensunterhalt in Form eines ordentlichen Honorars zu verdienen. Das Glück seiner Spieler sei das, "was uns reich macht", so Branchini. Über seinen Beruf sagte er einst: "Wir managen Menschen, die uns viel Vertrauen geben. Sie legen ihr Leben und ihre Familien in unsere Hand. [...] Das ist eine große Verantwortung."


Große Namen in der Vita


In der Vergangenheit soll sich Branchini laut Globesoccer unter anderem um Rui Costa, Ronaldo, Sebastian Frey und Clarence Seedorf gekümmert haben, beim 2003 vollzogenen Transfer von Cristiano Ronaldo, der Sporting Lissabon verließ und sich Manchester United anschloss, war er offenbar involviert. Der größte Coup aus Bayern-Sicht: Die Verpflichtung von Pep Guardiola. Rückblickend sagte er: "Es war schwieriger, Bayern zu überzeugen, als ihn."  


Das Treffen mit Rummenigge und Salihamidzic könnte ein ganz normaler Termin gewesen sein, oder aber es wurde wieder über eine wichtige Personalie gesprochen. Der Vorstandsvorsitzende und der Sportdirektor sind die führenden Kräfte in der Trainerfrage, Präsident Herbert Hainer zieht sich zurück. "Der Vorstand der AG hat auch von dem Aufsichtsrat den Auftrag bekommen, in aller Ruhe den richtigen Trainer zu suchen und dann mit Vorschlägen an den Aufsichtsrat heranzutreten. Dann werden wir das auch im Aufsichtsrat besprechen und dann hoffentlich die richtige Wahl treffen", sagte der 65-Jährige, der Uli Hoeneß am vergangenen Freitag ablöste, laut ​tz