​In den letzten Jahren mauserte sich​ Borussia Mönchengladbach zu einem der besten Vereine in der Bundesliga. Immer wieder konnten die Verantwortlichen um Manager Max Eberl herausragende Transfers aus dem Hut zaubern. Natürlich konnte dabei nicht jeder Spieler einschlagen; die Zeit der beiden Stürmer Josip Drmic und Luuk de Jong am Niederrhein ist zum Beispiel eher als Missverständnis zu verstehen. Auf der anderen Seite konnten Transfers bei der Borussia immer wieder auf Anhieb weiterhelfen. Die Transfers von Breel Embolo und Stefan Lainer beispielsweise zeigen, dass Eberl auch im zweiten Anlauf die Gelegenheit nutzt, einen Wunschspieler an Land zu ziehen, sofern sie sich ihm bietet.


Am Niederrhein läuft es in Sachen Fußball im Moment so gut wie lange nicht mehr. Nach dem elften Spieltag winken die Gladbacher von der Tabellenspitze und träumen von der ersten Meisterschaft seit 1977. Der bisherige Erfolg ist vielen verschiedenen Faktoren zu verdanken. Vor allem der Trainerwechsel und die damit einhergehende Umstellung des Spielsystems spielen sicherlich eine entscheidende Rolle. Auch die Entwicklung der jungen talentierten Spieler im Kader wie Nico Elvedi und Lázsló Bénes ist positiv hervorzuheben. Hinzu kommt, dass die Transfers, die im Sommer getätigt wurden, bisher voll eingeschlagen sind. Gerade Marcus Thuram und Stefan Lainer gehören bereits zu den absoluten Leistungsträgern der Mannschaft.


Auch Breel Embolo zeigte bereits vielversprechende Ansätze, war in neun Spielen der Bundesliga bereits an vier Treffern beteiligt und scheint voll in das System von Marco Rose zu passen. Allerdings musste der 22-jährige einen leichten Muskelfaserriss aus dem Spiel gegen ​Eintracht Frankfurt auskurieren, nahm aber zuletzt wieder unter kleinen Einschränkungen am Mannschaftstraining teil und könnte bereits eine Option für das Auswärtsspiel bei ​Union Berlin sein. Ramy Bensebaini erzielte am letzten Spieltag gegen ​Werder Bremen sein erster Tor im Fohlen-Dress, flog allerdings am Ende des Spiels unnötig mit Gelb-Rot vom Platz. Jedoch scheint es so, dass sich der dynamische Algerier, der sich bisher die Position mit Routinier Oscar Wendt teilt, auch immer besser eingliedert. ​Die anschließende Länderspielpause kam insofern genau richtig, damit sich die Personallage wieder entspannen konnte.


Gladbach: Transferstrategie anhand Beispiel Ginter


Bereits beim deutschen Nationalspieler Matthias Ginter, verfolgte Eberl denselben Ansatz, wie auch bei Lainer und Embolo. Im Vorfeld der Verpflichtung des 25-jährigen im Sommer 2017 war Gladbach bereits an einer Verpflichtung des ehemaligen Freiburgers interessiert, der sich damals allerdings für einen Wechsel zum ​BVB entschieden hatte. Nachdem sich Ginter dort nicht als unangefochtener Stammspieler festspielen konnte, lotste Eberl den Deutschen für eine Ablöse von 17 Millionen Euro zur anderen Borussia. Auch im Sommer 2016 bekundete der 46-jährige sein Interesse an Ginter, allerdings waren die Dortmunder damals noch nicht gewillt den Verteidiger ziehen zu lassen. Bei den Fohlen wurde Ginter auf Anhieb Stammspieler und zeigte starke Leistungen. Auch unter Löw spielte er sich seit dem WM-Aus 2018 immer mehr in den Fokus und hat gute Chancen auf einen Platz in der ersten Elf bei der kommenden Europameisterschaft 2020. 


Obgleich die Situation bei Lainer und Embolo eine andere war, die Strategie von Eberl war nahezu gleich. An Embolo war die Borussia bereits vor dem Transfer zu ​Schalke 04 im Sommer 2016 interessiert, konnte allerdings bei den aufgebotenen Summen für den talentierten Schweizer nicht mithalten und musste aus dem Transferpoker aussteigen. Letztlich wurde der Offensivspieler bei den Königsblauen allerdings nicht richtig glücklich und hatte mit vielen schwerwiegenden Verletzungen zu kämpfen. Ohne Frage war die Verpflichtung von Embolo demnach nicht ohne Risiko. Bei den Knappen sah man für ihn keine Zukunft, Eberl und Rose hingegen glaubten weiterhin an sein Potenzial und überzeugten Schalker Sportvorstand Jochen Schneider und Trainer David Wagner von einem Deal. 


Gladbach: Lainer folgt Rose - Max Eberl behält Wunschspieler im Blick


Stefan Lainer folgte seinem Trainer, unter dem er schon bei Red Bull Salzburg Stammspieler war an den Niederrhein. Nach Informationen der Sport Bild soll Gladbach allerdings schon 2018 an einer Verpflichtung des Österreichers interessiert gewesen sein. Am Ende kam es in diesem Sommer zu der Verpflichtung des von Rose betitelten "Mentalitätsmonsters". Auch der 27-jährige Rechtsverteidiger ist eine große Bereicherung für die Fohlen-Elf. Mit seiner Laufbereitschaft, seinem Einsatz und seinem unabdingbarem Willen treibt er die Mannschaft an und reißt sie mit sich mit. Ein solcher Typ hatte der Truppe allem Anschein nach in der letzten Saison gefehlt. 


Gerade bei den drei benannten Spielern erwies sich die Strategie als äußerst sinnvoll. Indem die Verantwortlichen die Spieler weiter unter Beobachtung behielten und die Chance eines Transfers genutzt haben, sobald sie sich ihnen geboten hatte, konnte eine hohe individuelle Qualität dazugewonnen werden. Außerdem passen sie als Mensch selbst sehr gut in das Gefüge des Teams und identifizieren sich voll und ganz mit dem Verein. Die Transfers waren somit gut durchdacht und hatten einen klaren Plan. Anders als in seiner Karriere als aktiver Fußballprofi, wo der Gladbach-Manager kein Tor erzielen konnte, nutzt er in dieser Hinsicht also seine Chancen. Chapeau Herr Eberl!