Mit einem heftigen Knall wechselte im vergangenen Sommer ​Mickael Cuisance von Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern München. Der junge Franzose sah seine Zukunft nicht mehr bei den ​Fohlen, sondern wollte beim deutschen Rekordmeister durchstarten. Gegenüber Sport1 äußert sich nun Gladbach-Sportdirektor Max Eberl zu Cuisance, der beim FCB aktuell ein Reservistendasein pflegt.


​In zwei Jahren am Niederrhein kam Cuisance auf 39 Pflichtspiele für die Borussen. Besonders in seiner ersten Saison 2017/18 absolvierte der damals 18-Jährige eine beachtliche Anzahl an Einsätzen (26). Im zweiten Jahr jedoch blieb Cuisance häufiger außen vor. Zu häufig, wenn es nach der Ansicht des Franzosen ging. Kurz nach seinem 20. Geburtstag wechselte der Mittelfeldspieler schließlich zum FC Bayern.


Versprach sich Cuisance mehr Einsätze in München?


Der Wechsel wurde von vielen belächelt. Zum einen, weil Cuisance eher nicht der lang erhoffte Megatransfer war, von dem der ​FCB im Sommer träumte. Zum anderen, weil der Spieler selber beim Schwergewicht aus München wohl kaum mehr spielen dürfte als bei der Talentschmiede aus Gladbach.


Wie sich zeigte, bewahrheiteten sich die Befürchtungen. Cuisance ist auch beim FCB nur zweite Wahl und kam für die erste Mannschaft bisher nur zweimal durch Einwechslungen zum Einsatz. Immerhin drei Spiele sind es für den FC Bayern II in der 3. Liga.

Michael Cuisance

Ob der Münchner Bankplatz besser ist? Mickael Cuisance beim FCB


Im Interview mit Sport1 spricht Eberl über den Wechsel. Man habe Cuisance über drei Monate hinweg gesagt, dass er mit Gladbach einen Verein habe, bei dem er sich weiterentwickeln könne, so Eberl. Dass er in der vergangenen Saison nicht immer am Zug gewesen sei, "ist aber völlig normal." Die Erwartungshaltung sei eventuell so hoch gewesen, "dass eben auch er seine eigenen Erwartungen gar nicht erfüllen" konnte. Gerade bei jungen Spielern sei dies allerdings nicht überraschend, wie der Funktionär jedoch versichert.


Eberl: Spieler musste weg, um einen "sauberen Kader" zu haben


"Er hat sich damit nicht zufrieden geben wollen und hat für sich andere Ziele im Kopf gehabt", begründet Eberl schließlich den Wechsel von Cuisance. Man wünsche ihm natürlich auch weiterhin alles Gute, auch weil man von Cuisance noch immer überzeugt sei. Für die Borussia kam es jedoch an einem Punkt, "wo wir gesagt haben, dann lieber einen sauberen Kader haben." Im Endeffekt wurde der Transfer also aufgrund des Mannschaftsklimas getroffen.


Während Cuisance aktuell zwischen erster und zweiter Mannschaft des FCB pendelt, ist die Borussia inzwischen auf den ersten Platz der Bundesliga gestiegen. In Gladbach wird man dem Abgang des Talents also wohl eher wenig hinterher trauern, ​da man auch so momentan sehr gut aufgestellt ist.