​Jetzt ist es quasi amtlich - der ​Hamburger SV ist auf der Suche nach einem Außenverteidiger. Die Verletzung des etatmäßigen Rechtsverteidigers Jan Gyamerah konnten die Rothosen mit der internen Lösung Josha Vagnoman noch gut auffangen. Doch spätestens nachdem sich nun auch noch der U21-Nationalspieler beim Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart (1:2 n.V.) verletzt hat, sieht sich Trainer Dieter Hecking zu einer Verlegenheitslösung mit Khaled Narey gezwungen. Im Winter planen die Hamburger deshalb, nach Berichten der Bild-Zeitung, auf dem Transfermarkt tätig zu werden.


Wie das dann am Ende genau aussehen wird, ist zu diesem frühen Zeitpunkt logischerweise noch nicht klar. Der Optionen sind es eigentlich genau zwei: Entweder man leiht sich einen Spieler bis zum Saisonende aus, der momentan bei seinem Klub hintendran ist, oder man kauft sich einen. 


Viel Geld ist zwar nicht in der Kasse, aber einen gewissen Spielraum soll es wohl nach Angaben der Verantwortlichen geben. Zumal man im Sommer auch keine Unsummen ausgegeben hat. Immerhin stand bis vor kurzem auch noch eine winterliche Verpflichtung eines Stürmers im Raum. Diese Suche soll dem Boulevard-Blatt zufolge aber nicht ganz so intensiv angegangen werden wie die nach einem Rechtsverteidiger. 


Auch ein Stürmer könnte kommen


Mit smartem Scouting und einer guten Vernetzung auf dem Markt haben die Macher vom Volkspark, allen voran der Coach und sein Sportvorstand Jonas Boldt, bereits im Sommer unter Beweis gestellt, auch mit relativ bescheidenen Mitteln einen schlagkräftigen Kader formen zu können. Spieler wie Sonny Kittel, Adrian Fein (kostenlose Leihe), Jeremy Dudziak, Lukas Hinterseer oder eben Jan Gyamerah kamen bekanntlich ablösefrei nach Hamburg. 


Zwar ist Trainer ​Dieter Hecking kein Freund von Wintertransfers, aber diese Ablehnung teilt er mit eigentlich allen seinen Trainerkollegen in der 1. und 2. Liga. Denn Wintertransfers implizieren ja irgendwo auch immer, dass Not am Mann ist. Entweder selbstverschuldet, weil man es im Sommer verpennt hat, das adäquate Personal zu holen. Oder fremdbestimmt, wie in diesem Fall, weil es in Fußballklubs nunmal einfach vorkommt, dass sich der eine oder andere Kicker verletz und über einen längeren Zeitraum ausfällt.


Jetzt sind es beim HSV schon mehr als der eine oder andere, und entsprechend sind der HSV und seine Entscheidungsträger gefordert. Schließlich will man ein Szenario wie im letzten Jahr vermeiden, als der lange als sicher angesehene Wiederaufstieg nicht gelang. Unter anderem war dies auch dem permanenten Verletzungspech einiger Leistungsträger (Hunt) geschuldet. 

Damit sich dies nicht wiederholt, wird Hecking mit seinen Prinzipien brechen müssen.