​Am heutigen Dienstag wird der ​Einspruch von ​Eintracht-Kapitän David Abraham gegen seine siebenwöchige Sperre verhandelt. Seit elf Uhr tagt das Sportgericht in Frankfurt unter dem vorsitzenden Richter Hans E. Lorzenz.


Abraham sorgte vor der Länderspielpause bekanntlich für einen Eklat, als er in der Nachspielzeit Freibrugs Trainer Christian Streich umcheckte. Es folgte eine Rudelbildung und Platzverweise für den Argentinier sowie ​Freiburgs Grifo, der Abraham in den Würgegriff nahm.


Abraham verteidigt Grifo


Vor dem Sportgericht nahm der SGE-Kapitän Freiburgs Mittelfeldspieler indirekt in den Schutz. Abraham machte laut einem Bericht des kicker deutlich, dass er den Griff von Grifo an seinen Hals überhaupt nicht gesprürt habe. Beide hatten sich ohnehin bereits kurz nach dem Schlusspfiff ausgesprochen. Grifo wurde vom DFB für drei Partien gesperrt - auch er legte Einspruch ein.


Keine Absicht? Chefankläger spricht von "Märchenstunde"


Mehr als die Aktion von Grifo infolge der Rudelbildung steht und stand aber Abrahams Verhalten als Auslöser im Mittelpunkt. Der Verteidiger betonte bei der Verhandlung, er habe sich bei der Aktion auf den Ball konzentriert. Der Zusammenstoß mit Streich sei also keine Absicht gewesen.


Wirklich glauben mochte man das beim Kontrollausschuss nicht. Als "Märchenstunde" und "blanken Unsinn" bezeichnete der Vorsitzende Dr. Anton Nachreiner die Ausführungen Abrahams. Nachreiner sei mit der siebenwöchigen Sperre einverstanden. "Wenn es aber durchgestritten werden sollte, werde ich andere Anträge stellen", machte der Chefankläger deutlich.


Heißt, Abraham muss tatsächlich sogar befürchten, nach seiner Berufung ​noch länger gesperrt zu werden. Der Argentinier und die SGE hoffen dagegen, dass Teile der Strafe auf Bewährung ausgesetzt werden. Eine Hoffnung, die sich noch am Dienstag zerschlagen dürfte!