​Selbstkritik im Profisport ist nicht nur ungemein wichtig, sie kann auch ganz lustig sein. Nikola Dovedan vom ​1. FC Nürnberg sorgt nun mit einer sehr ehrlichen Selbsteinschätzung für das ein oder andere Schmunzeln. Der sommerliche Neuzugang bilanziert seine Leistungen der vergangenen Woche als "Katastrophe".


Im Sommer kam der Österreicher für zwei Millionen Euro vom Zweitligisten ​1. FC Heidenheim zum Bundesligaabsteiger Nürnberg. Dovedan bewarb sich mit 14 Toren und elf Vorlagen aus 58 Ligaspielen für einen Stammplatz im Mittelfeld des 'Glubbs'. Diesen Stammplatz erspielte sich der Wunschtransfer vom damaligen FCN-Trainer Damir Canadi auch rasch, in den ersten zwölf Spielen in Deutschlands ​zweithöchster Liga kam Dovedan von Anfang an zum Einsatz.


Dovedan: Zu Beginn mit Leistung, dann "grottenschlecht"


Mit fünf Torbeteiligungen in den ersten ersten sieben Spieltagen rechtfertigte der 25-Jährige seine Aufstellungen. Dann ließ sich aber auch Dovedan vom allgemeinen Nürnberger Formtief anstecken. Gegenüber der nordbayern bilanziert der Mittelfeldspieler seine erste Zeit in Nürnberg. Am Anfang sei er zufrieden gewesen mit sich, "aber seit drei, vier Wochen bin ich eine Katastrophe. Die Leistung war grottenschlecht."


Trocken, ehrlich und ohne Ausreden - Dovedan ist keinesfalls einverstanden mit seinem Dienst für die Mannschaft. Am vergangenen Spieltag gegen Arminia Bielefeld verpasste Interimscoach Marek Mintal ihm einen Denkzettel, nachdem Dovedan beim ​1:3 gegen den VfL Bochum vor dem 0:2 patzte. ​Camadi wurde im Anschluss an dieses Spiel gefeuert. Bei der deftigen 1:5-Niederlage gegen die Ostwestfalen eine Woche später saß Dovedan schließlich erstmals volle 90 Minuten auf der Bank.


​Inzwischen steht mit Jens Keller ein neuer Trainer an der Nürnberger Seitenlinie. Dovedan habe wegen des Trainerwechsels ein schlechtes Gefühl, wie immer, wenn solch etwas passiert. Doch bei Camadi wird Dovedan die Entlassung besonders schmerzen, beide kennen sich noch gut aus der gemeinsamen Zeit beim SCR Altach. Beide sollen auch privat ein sehr gutes Verhältnis haben.


Guter erster Eindruck von Keller - Hoffnung auf einen Platz in der Zentrale


Ob die Arbeit von Camadi in Nürnberg eine andere als beim österreichischen Klub gewesen sei, will Dovedan nicht sagen. "Meine Aufgabe ist es, Leistung zu bringen. Ich bin Teil der Mannschaft und nicht des Trainerteams", so der Spieler zu diesem Thema. Wie es dem Ex-Trainer nun gehe, will Dovedan nicht groß besprechen. Ihm selbst gehe es aber jetzt wieder besser, "meine Familie ist gesund, ich habe wieder Spaß."


Den ersten Eindruck vom neuen Trainer Keller hat Dovedan bislang überzeugt: "Das Training ist intensiver, es gibt kürzere Spielformen, das liegt mir." Von Spielerseite hoffe er auf eine kleine Systemumstellung. Unter Camadi kam der im eigentlichen Sinne zentrale Mittelfeldspieler häufig auf der Außenbahn zum Einsatz. Dovedan hoffe nun, bald wieder in der Zentrale ran zu dürfen.