Über die letzten Jahre musste Fin Bartels von ​Werder Bremen immer wieder Verletzungs-Rückschläge hinnehmen. Nun steht er erneut einige Wochen vor einer Rückkehr ins Mannschaftstraining. Das Winter-Trainingslager auf Mallorca und ein Comeback in der Rückrunde gab der Publikumsliebling als Ziel aus.


"Er ist lange im Verein, als Typ ist er sehr wichtig für die Mannschaft", sagte Bremens Sportchef Frank Baumann vor rund einem Monat gegenüber der Bild, als er Fin Bartels ​Hoffnungen auf eine Vertragsverlängerung machte. Der 32-jährige Offensivspieler arbeitet nach einer Knie-OP derzeit an seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining.


Bartels arbeitet am Comeback - Winter-Trainingslager als Ziel


"Von morgens bis zum späten Nachmittag" sei er zurzeit am Arbeiten, damit er möglichst schnell wieder vollständig auf dem Platz stehen kann, verriet Bartels im Interview mit dem ​Weser-Kurier. "Ich fühle mich gut", so der gebürtige Kieler weiter, der optimistisch in die nächsten Wochen und Monate blickt: "Ich bin guter Dinge, dass es auch bei mir nicht mehr Ewigkeiten dauert, bis ich wieder an die Mannschaft heranrücke." Seinen letzten Ligaeinsatz hatte er Mitte März mit 15 Minuten Spielzeit gegen ​Bayer 04 Leverkusen


In der Winterpause werden die Bremer ins Trainingslager nach Mallorca reisen, um sich für die Rückrunde vorzubereiten. Bartels würde zu diesem Zeitpunkt gerne wieder "voll da sein" - bis dahin mache er sich jedoch nicht allzu viel Druck. Wenn er vorher schon ein paar Einheiten mitnehmen kann, würde er das natürlich gerne machen. "Es geht mal einen Tag bergauf und dann gibt es wieder einen kleinen Rückschlag", sagte Bartels, auf ein mögliches Comeback in der Rückrunde angesprochen. Schließlich könne es sein, "dass sich das Knie doch nochmal meldet", wenn es mit der vollen Belastung konfrontiert wird.

Fin Bartels

Im Sommer vor der Knie-OP: Bartels im Bremer Trainingslager


Durch mehrere, äußerst langfristige Verletzungen wurden ihm fast zwei volle Jahre seiner Karriere genommen. Vom Achillessehnenriss Ende 2017, der sich bis ins Frühjahr 2019 zog, über muskuläre Probleme, bis hin zur im August notwendigen Operation am Knie. "Das wirft einen zurück und ermüdet einen vom Kopf her. Man ist enttäuscht und sauer", erklärte Bartels im Hinblick auf immer wieder auftretende Probleme, nachdem man sich mühsam zurückkämpfen konnte: "Dass die Knieoperation nötig wurde, war auch nochmal ein Riesenschlag." Der anschließende Ausfall war vom Verein "sehr optimistisch" für rund vier Wochen angegeben worden - Vorsicht und Geduld spielen dabei jedoch eine wichtige Rolle. 

Vorzeitiges Karriereende kein Thema


An ein vorzeitiges Karriereende habe er jedoch nie gedacht. "Ich bin noch nicht fertig", sagte er kämpferisch. Mit Trainer Florian Kohfeldt sei er in ständigem Austausch, auch der Kontakt zur Mannschaft ist "sehr eng", schließlich sehe er die Mannschaft täglich. Eine große Hilfe im erneuten Kampf bis zum Comeback sei der Support der Werder-Fans: "Das bewegt mich am meisten. Wie man nach fast zwei Jahren trotzdem Woche für Woche Zuspruch bekommt. Ich habe viele Gespräche geführt, in denen mir Fans gesagt haben: Du fehlst uns."


Bei der bereits von Baumann ​angedeuteten Vertragsverlängerung scheint auch aus Sicht von Bartels nichts dagegen zu sprechen: "Ich fühle mich bei Werder jetzt auch sauwohl. Deswegen muss ich auch nicht nochmal ganz woanders hin."