In Zeiten, in denen es immer wieder Ausschreitungen zwischen bzw. mit Ultra-Gruppierungen gibt, dazu unschöne Einsätze von Pyrotechnik, wächst die Furcht vor dem Verbot von Stehplätzen. Diese teilt auch Fredi Bobic, Sportvorstand bei ​Eintracht Frankfurt, im kicker-Interview.


"Der Bogen darf nicht überspannt werden", urteilt Fredi Bobic gegenüber dem kicker im Hinblick auf die Einsätze von "Pyrotechnik, Raketen und Maskierten". Innerhalb der letzten Jahre kam es immer wieder zu unschönen Szenen, wie etwa Ausschreitungen, aggressive Provokationen oder abgefeuerte Raketen auf Fans und das Spielfeld. 


Bobic fordert konsequentes Vorgehen - "Sitzplatzstadien" würden zu viel zum Negativen verändern


So zuletzt auch geschehen beim ​Berlin-Derby in der ​Bundesliga. Bobic merkt an, man müsse "gegensteuern und Leute, die gegen das Gesetz verstoßen und damit nicht zuletzt andere vorsätzlich in Gefahr bringen, aus den Stadien verbannen". Das sagt der 48-Jährige auch, weil er, wie "viele Kollegen" auch, ein Stehplatz-Verbot fürchtet - es sei eine große Sorge, "dass irgendwann wirklich mal etwas ganz schlimmes passiert [...] und Stehplätze verboten werden."


"Das möchte sicherlich niemand, kein Normalo und auch kein Ultra", so Bobic, der auch auf die Entscheidungen in anderen Ländern verweist. "Preise, die deutlich steigen werden, Stimmung, Fankultur, soziale Vielfalt", würden sich drastisch verändern, wenn es lediglich "Sitzplatzstadien" geben würde. Schließlich wolle man, "dass das Stadion für alle zugänglich ist: für den sozial Schwächeren genauso wie für den Reichen, der sich eine Loge leisten kann. Der Fußball ist für alle da", betonte der Sportchef.