​Auf einer besonnenen Jahreshauptversammlung feierte Uli Hoeneß am Freitagabend seinen Rückzug aus vordersten Reihe des ​FC Bayern München. Von der Bildoberfläche wird der 67-Jährige aber nicht verschwinden, die 'Abteilung Attacke' soll weitergehen.


Mit den Worten "Das war's. Ich habe fertig" beendete Uli Hoeneß seine Abschiedsrede auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern. Nach insgesamt 40 Jahren als Manager und Vereinspräsident zieht er sich nun zurück, wird dem Klub aber als einfaches Aufsichtsratsmitglied weiter zur Verfügung stehen. An vorderster Front wird Hoeneß aber nicht mehr zu sehen sein - außer bei Heimspielen, wenn er auch weiterhin die Allianz Arena besucht.


Doch bereits am vergangenen Wochenende kündigte er an, sich keineswegs aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. "Der eine oder andere Journalist muss sich jetzt schon gefallen lassen müssen, dass ich die Abteilung Attacke wieder ausfahre, jetzt, wo ich dann keine offizielle Funktion mehr habe", sagte Hoeneß laut BILD beim Basketballspiel der Münchner Bayern gegen Alba Berlin. 

Als nach dem Ende der Veranstaltung eine zusätzliche Pressekonferenz abgehalten wurde, untermauerte der 67-Jährige dieses Vorhaben. "Wenn ich nicht mehr Präsident bin", so Hoeneß, "kann ich meine Meinung deutlicher sagen, weil sie nicht gleichzeitig Rückschlüsse auf den FC Bayern zulässt."


Ärger über Mitglieder-Kritik


Das bekamen die anwesenden Journalisten sofort zu spüren - denn Hoeneß ärgerte sich über die Wortmeldungen einiger Mitglieder, die sich wie im Vorjahr kritisch über die Zustände des Vereins äußerten (zitiert via ​Sport Bild). "Bis zu den Wortmeldungen war es eine Super-Veranstaltung. Und dann lässt man sich das von ein paar Krakelern – ich will nicht sagen alles kaputt machen – aber die ganze Sache beschädigen. Unter dem Deckmantel Demokratie, freie Meinungsäußerung. Dann kommen Fragen, die sind so hanebüchen. Ich habe mich heute so sauwohl gefühlt. Und dann kommen diese Wortmeldungen."


Ein Mitglied kritisierte unter anderem die Außendarstellung von Salihamidzic und empfahl dem Bosnier, "einen Rhetorik-Kurs" zu besuchen. Kurz darauf ergriff Rummenigge das Wort und plädierte dafür, Salihamidzic nicht vorschnell zu verurteilen: "Ich bitte Sie mit diesen Themen in Zukunft sensibler umzugehen. Deutsch ist nicht seine Heimatsprache. Uli war die Benchmark für alle. Glauben Sie mir eins: Hasan ist auf einem guten Weg, geben Sie ihm die Chance. Er verdient sie."


"Wenn es den Leuten partout nicht gefällt bei uns", polterte Hoeneß weiter, "dann gibt es immer noch die Möglichkeit auszutreten." Aussagen wie diese oder auch der Anruf beim 'Doppelpass' am vergangenen Sonntag zeigen: Das war's noch nicht, im Gegenteil. Jetzt nimmt die 'Abteilung Attacke' erst recht Fahrt auf.