Nach 49 Jahren als Spieler, Manager und zuletzt Präsident des ​FC Bayern München tritt Uli Hoeneß zurück. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung kam es zum emotionalen Tag des großen Abschieds. 90min.de zeigt euch die Highlights seines emotionalen Abgangs und seiner starken Rede. 

​Die Versammlung des Bundesligisten in der Münchener Olympiahalle am Freitagabend war mit mehr als 10000 Mitgliedern gut besucht. Kein Wunder, denn jeder wollte den Rücktritt von Bayern-Legende Hoeneß und seine letzte Rede als Präsident sehen. Ganz zu Ende ist seine Bayern-Ära allerdings noch nicht. Bis 2023 bleibt Hoeneß weiterhin im Aufsichtsrat seines Herzensklubs. 

​Gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung bekam Hoeneß Standing Ovations und Sprechchöre wie "Uli Hoeneß, du bist der beste Mann!" hallten durch den Saal. Mit den Worten "Vielen, vielen Dank! Aber irgendwann müssen wir anfangen", legte Hoeneß sichtlich gerührt nach dem vierminütigen Applaus los. 

​​

Hoeneß lobt Flick und die Mannschaft

Vorerst gab der 67-Jährige allerdings das Wort ab, ehe er gut eine Stunde später mit seiner starken Abschiedsrede begann. Zur Einleitung erwähnte Hoeneß die starke Leistung der Bayern am vergangenen Samstag gegen den BVB. "Unsere Mannschaft hat ​Borussia Dortmund attackiert, dominiert und am Ende deklassiert", lobte er das Team sowie ​Trainer Hansi Flick und ergänzte selbstbewusst: "Wenn wir so spielen würden wie letzten Samstag, gäbe es wenig Mannschaften in Europa, die uns schlagen können."


Hoeneß
​... über den Beginn als Manager


​Danach begann er, die letzten 49 Jahre seiner Amtszeit Revue passieren zu lassen. Beginnend mit seiner anfänglichen Zeit als Manager: "Wir hatten 7 Mio Mark Schulden, 20 Mio Mark Umsatz, 20 Mitarbeiter. Das große Glück war: Wir hatten Karl-Heinz Rummenigge. Denn den konnte ich nach Mailand verkaufen. Für die damals sagenhafte Summe von 11 Mio. Wir hatten keine Schulden mehr. Ich habe für 2 Mio. Mark Lothar Matthäus aus Gladbach geholt, Roland Wohlfahrt für 1 Mio. aus Duisburg. Aus der übrigen Mio. Mark ist später nie mehr ein Kredit entstanden."


​… über die Nachfolger

​Hoeneß langjähriger Freund Herbert Hainer, der seit 15 Jahren Chef von Adidas ist, soll den Posten übernehmen. "Dass es uns gelungen ist, für den Posten des Präsidenten eine Persönlichkeit wie Herbert Hainer zu gewinnen, ist wunderbar. Und dass es uns gelungen ist, Oliver Kahn als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge zu gewinnen, ist etwas ganz besonderes", erzählte Hoeneß in seiner Abschiedsrede.


​… verrät seinen Traum 

​Danach ließ der ehemalige Präsident seine Zuhörer in einen Traum abschweifen. "Wenn ich vom FC Bayern träume, denke ich, das ist so ein Tanker, der auf dem Weltmeer gleitet, möglichst nicht mit Schweröl, ohne Container an Bord. 293000 Mitglieder sind auf dem Schiff, Millionen Fans in den Beibooten. Und dieser Tanker muss immer geradeaus fahren. Nicht nach links schauen und schon gar nicht nach rechts!" Für diesen Appell erhielt Hoeneß viel Applaus.


​… über die Werte des Vereins

"Dieser Verein soll immer den Menschen in den Vordergrund stellen. Der Verein muss sozial sein, selbstbewusst sein, nicht arrogant. Er muss auch an die Kleineren denken. Ich werde in Zukunft wohltätige Dinge tun. Noch mehr!"


"​Ich habe fertig!"

Nach knapp 20 Minuten war Hoeneß dann durch. Er beendete seine Abschiedsrede mit den Worten "Das war's! Ich habe fertig. Danke". Seine Rede war nicht unbedingt mit emotionalen, dafür aber mit klaren und deutlichen Worten geschmückt. Die ein oder andere Träne floss trotz alle dem. Und genügend Applaus der Zuhörer gab es allemal.