Nach elf Spieltagen steht ​Schalke 04 auf dem siebten Tabellenplatz, im Vordergrund steht vor allem die Entwicklung der Mannschaft. Nach der aktuellen Länderspielpause stehen für Schalke bis in den Dezember drei sehr wichtige Spiele in der ​Bundesliga an - was sollte man in den Spielen erfolgstechnisch und an der Entwicklung gemessen erwarten?


So schwer der Start in die aktuelle Saison für Schalke war, so kompliziert wird auch das Ende der Hinrunde im Winter. Die nächsten drei Spiele werden auch für Königsblau zu entscheidenden Spielen, in denen man Fortschritte und Leidenschaft zeigen muss.


12. Spieltag: Schalke in Bremen

Omar Mascarell,Nassim Boujellab,Max Kruse

Am zwölften und somit nächsten Spieltag muss Schalke bei ​Werder Bremen antreten. Über die letzten Jahre ein wahrer Angst-Gegner für die Gelsenkirchener, immer wieder hatten sie große Probleme mit dem Team von Trainer Florian Kohfeldt. Von den letzten sechs Duellen konnte der S04 lediglich eins gewinnen, und das ist bereits über zwei Jahre her. 


Auch wenn die Bremer seit Mitte September in der Liga sieglos sind - oder auch gerade deshalb -, wird es erneut eine äußerst schwierige Partie. Gefühlt sind die Königsblauen ohnehin der Aufbaugegner schlechthin, wenn man beispielsweise auf die Niederlage gegen die ​TSG Hoffenheim​ oder die aus S04-Sicht verlorenen Punkte gegen den ​1. FC Köln sowie kriselnde ​Dortmunder guckt. 


Besonders gefährlich wird es in der Defensive werden, denn Trainer David Wagner wird noch lange auf Salif Sané und Benjamin Stambouli verzichten müssen, und ​auch Matija Nastasic ist noch immer fraglich - ebenso fraglich ist, wann denn der Durchbruch der Stürmer beginnt. Gegen Bremen wird es, wie so häufig in den letzten Jahren, vor allem auf den Kampf und den Willen ankommen, und weniger auf möglichst schnellen und attraktiven Fußball.


13. Spieltag: Schalke empfängt Union Berlin

FBL-GER-BUNDESLIGA-SCHALKE-COLOGNE

Zum ersten Mal wird Schalke den Aufsteiger ​Union Berlin in der Veltins Arena empfangen. Der derzeit Tabellenelfte hat bisher einige Mannschaften überraschen können, vor allem durch Leidenschaft und die heimischen Fans im Rücken, die jedes Heimspiel in der ersten Liga ganz​ besonders feiern. Während man gegen den Effzeh lediglich einen Punkt geholt hat, gegen den dritten Aufsteiger, den ​SC Paderborn, 5:1 gewinnen konnte, muss auch gegen die Eisernen ein Sieg her. 


Dass Schalke, mitten in der groben Veränderung der spielerischen Entwicklung, gegen die Top-Teams noch nicht kontinuierlich gegenhalten und punkten kann, ist selbstredend und verständlich. Im gleichen Gegenzug muss der S04 jedoch gegen Gegner aus dem unteren Drittel der Tabelle gewinnen. 


Auch Ende November wird sich die Abwehr-Situation noch nicht entspannt haben, doch gegen Union sollte es primär darauf ankommen, den eigenen Offensiv-Plan konsequent und effizient umzusetzen. Bei allem Respekt vor Union Berlin, doch solche Spiele müssen dazu genutzt werden, um sich Selbstvertrauen für größere Gegner zu erspielen. 


14. Spieltag: Schalke in Leverkusen

Guido Burgstaller,Julian Baumgartlinger

Am vierzehnten Spieltag, dem ersten im Dezember, kommt es zum Duell mit dem Champions-League-Teilnehmer ​Bayer Leverkusen. Als Mannschaft, die jedes Jahr über enorm großes Potenzial verfügt, dieses jedoch zu selten ausschöpfen kann, sind die Duelle über die letzten zwei Jahre ausgeglichen. Aus den letzten sechs Spielen gibt es jeweils zwei Siege und zwei Unentschieden. Für beide Mannschaften wird das Spiel eine wahre Standortbestimmung. 


Wenn die Ballbesitz-Mannschaft von Peter Bosz auf das Umschalt-Team von David Wagner trifft, werden beide Vereine jeweils ihre Stärken am besten ausnutzen müssen, um erfolgreich zu sein. Für Königsblau werden sich voraussichtlich viele Möglichkeiten bieten, das angestrebte Umschaltspiel zu forcieren, zu verbessern und es dann (möglichst erfolgreich) anzuwenden. 


Sieht man diese drei Spiele realistisch zusammen, sollte Schalke mindestens das Heimspiel gegen Berlin gewinnen, während man in den Duellen mit Bremen und Leverkusen möglichst ungeschlagen bleiben sollte. Dass man noch keine genauen Ziele in dieser ersten Saison unter Wagner hat, ist klar geworden. 


Die Entwicklung steht weiterhin im Vordergrund, und warum das so ist, hat man in den letzten fünf Spielen eindrucksvoll gesehen: Entweder konnte man ein dominantes Spiel aufziehen, sich jedoch (an der Torquote gemessen) nicht genug gefährliche Torchancen herausarbeiten, oder - wie gegen den ​FC Augsburg - das Spiel an sich war sehr mühsam und zäh, doch durch Leidenschaft konnte man die gegnerische Mannschaft bezwingen. Eine Endphase der Hinrunde, die für viele Mannschaften, inklusive der Schalker, eine Standortbestimmung werden wird.