​Der ​SV Werder Bremen muss erneut auf die Dienste seines Innenverteidigers Ömer Toprak verzichten. Nach Beschwerden während des Aufwärmens bei der 1:3-Niederlage gegen ​Borussia Mönchengladbach diagnostizierte eine MRT-Untersuchung am Mittwoch eine Muskel- und Sehnenverletzung in der linken Wade. Die Konsequenz: ​Hinrunden-Aus!

​Schon wieder verletzt! Wegen einer Waden-Verletzung verpasste Toprak bereits die Spieltage drei bis acht. Nun fehlt er den Bremern für weitere sechs Wochen, in diesem Jahr kann der 30-Jährige nicht mehr spielen. Toprak entwickelt sich zum Dauerverletzten. 

​Ohne ein Auge auf die eventuell (!) falsche bzw. schlechte medizinische Betreuung des Bundesligisten zu werfen, da es bekanntlich viele Verletzte im Bremer Kader gab und gibt, soll die Frage beleuchtet werden, ob die Toprak-Leihe mit anschließender Kaufoption wirklich klug war.


​Anfangseuphorie erlischt 

​Fakt ist: Nachdem Topraks Transfer im Sommer verkündet wurde, freute man sich am Osterdeich. Ein erfahrener Mann mit viel Qualität ist im Anmarsch und stellt - wie es immer gefordert wird - eine direkte Hilfe dar. Neben Niklas Moisander sollte er das Abwehrzentrum sauber halten und für einen starken Spielaufbau sorgen.

​Das funktionierte bisher allerdings noch gar nicht. Toprak ist ein extrem anfälliger Spieler. Obwohl es beim Aufwärmen in Gladbach offensichtlich nicht zur Maximalbelastung kam, folgte eine weitere schwere Verletzung - ein Mysterium!


​Werder muss Toprak kaufen

​Für diesen anfälligen Spieler wollen und müssen die Grün-Weißen nach Saisonende fünf Millionen Euro nach Dortmund überweisen. Eine Kaufverpflichtungs-Klausel im Leihvertrag des Deutsch-Türken greift. Doch war dieser Deal wirklich schlau? Beim BVB wird man sich über das Geld freuen. Favre und Co. brauchen ihn nicht mehr - auch zuletzt war er beim BVB nur absoluter Ergänzungsspieler. Bei den Schwarz-Gelben fiel Toprak zudem bereits häufig wegen Muskelverletzungen aus. 

​SVW-Coach Florian Kohfeldt betonte zuletzt, er habe keinen Zweifel daran, dass Toprak noch eine wichtige Rolle für den Verein spielen werde. Auch Sportdirektor Frank Baumann bereute den Transfer nicht und freut sich auf eine weitere Zusammenarbeit. Ich glaube allerdings, der ehemalige Hoffnungsträger wird den Bremern immer mehr zum Verhängnis. 


​Toprak neben der Spur

​In den vier Spielen für den SV Werder holte Toprak keinen einzigen Sieg, musste sich mit zwei Unentschieden zufrieden geben. Trotz seiner enormen Erfahrung von mehr als 200 Bundesligaspielen, 39 ​Champions-League-Partien sowie 27 Nationalspielen für die Türkei wirkte er zuletzt alles andere als sicher. Bei seinem dritten Einsatz erzielte er in Leverkusen ein Eigentor, zuletzt verteidigte er beim 2:2-Lastminute-Treffer des SC Freiburg zu lieblos. 

​​Zu wenig Spielpraxis, ständig verletzt und einige Patzer: Rund läuft es für Toprak beim SV Werder überhaupt noch nicht. Es bleibt abzuwarten, wie es in der Rückrunde weiter geht. Natürlich gibt es auch Positives über Toprak zu erzählen. Mit einer Zweikampfquote von 72,7 Prozent belegt der Bremer immerhin Rang drei in der Bundesliga. Außerdem nahm er das angesprochene Gegentor gegen Freiburg unmittelbar nach Abpfiff auf seine Kappe. Das verdient Respekt. Nicht ohne Grund ist Toprak jemand, der Verantwortung übernimmt und als absoluter Teamplayer gilt. Wenn er jedoch dauerhaft verletzt ist, helfen auch diese positiven Aspekte nicht weiter.