Mit Uli Hoeneß tritt nun eine Person von ihrem Amt als Vereinspräsident ab, die beim ​FC Bayern München eine eigene Ära geprägt hat. Zahlreiche Spieler hat er während seiner Amtszeit begleitet, einer davon war Philipp Lahm. Gegenüber der Münchener Abendzeitung hat sich der 36-Jährige zum Rückzug von Hoeneß geäußert.


Ein "Bauchmensch" sei Uli Hoeneß schon immer gewesen, urteilt Philipp Lahm in der Münchener Abendzeitung. Dieser habe nun den "richtigen Zeitpunkt" erfasst, "um loszulassen". Er habe den Verein, der unter ihm zahlreiche erfolgreiche Jahre feiern konnte, stets ​wie ein Familienunternehmen geführt. "Es wird eine große Ära zu Ende gehen, aber auch eine neue Starten", so Lahm im Hinblick auch auf Oliver Kahn, ​Hasan Salihamidzic und Co. "Es wird wieder etwas Neues entstehen."


Hoeneß tritt ab, neue Figuren kommen hinzu


Eine neue Ära beim deutschen Rekordmeister soll, wenn möglich, auch Kahn prägen. Dieser "hat alles erlebt im Fußball, auf absolutem Spitzenniveau". Dazu sei es wichtig, dass man Leute in der Vereinsführung hat, "die aus dem Fußballgeschäft sind und sich im Fußball auskennen." Ähnlich ist es auch beim aktuellen ​Interimscoach Hansi Flick, den Lahm noch aus gemeinsamen Jahren in der Nationalelf kennt und der ebenfalls fünf Jahre für die Bayern spielte. "Ich habe sehr an ihm geschätzt, dass er immer offen war, sich auch andere Meinungen anzuhören", lobte Lahm. Der Fokus müsse nun darauf liegen, sich zu überlegen, "wer für diese Situation der Richtige ist".


Vorausgegangen war dem Trainerwechsel auch ein gewisser Kontrollverlust seitens Nico Kovac. Einige Spieler sollen sich intern gegen ihn ausgesprochen haben, Ärger gab es u. a. mit Thomas Müller aufgrund dessen geringer Einsatzzeiten. An einen Abschied Müllers glaubt Lahm indes nicht: "Das ist für mich undenkbar. Ich glaube nicht, dass der FC Bayern ihm die Freigabe erteilen würde." Für ihn sei Müller zu wichtig, um das 'Mia san mia' im Verein zu stärken und es zu bewahren. Besonders aktuell brauche man "Identifikationsfiguren wie Thomas Müller", so Lahm weiter - schließlich könne er eine Mannschaft mitnehmen und die Verbundenheit mit den Fans sei ebenfalls "ungemein wichtig".