​Beim ​FC Bayern München ist die linke Abwehrseite seit vielen Jahren das Revier von David Alaba. In den letzten drei Pflichtspielen musste der Österreicher allerdings als Innenverteidiger einspringen. Für seine bärenstarke Vorstellung ​beim jüngsten 4:0-Heimerfolg gegen ​Borussia Dortmund wurde der 27-Jährige von seinen Mitspielern über den grünen Klee gelobt. Alaba ist sicherlich eine hervorragende Alternative für das Abwehrzentrum, eine Dauerlösung sollte dies allerdings nicht werden.


Im Oktober hat sich nicht nur Niklas Süle (Kreuzbandriss) schwer verletzt. Mit Rekordneuzugang Lucas Hernandez (Innenbandriss Sprunggelenk) fällt ein weiterer Innenverteidiger voraussichtlich bis zur Winterpause aus. Weltmeister Jerome Boateng hat sich zudem mit seiner frühen Roten Karte gegen Eintracht Frankfurt selbst um die Chance auf Einsatzzeiten gebracht. 


Aufgrund der Ausfälle und der Sperre von Boateng vertraute ​Interimstrainer Hans-Dieter Flick in den letzten beiden Partien im Abwehrzentrum auf ​Javi Martinez und Alaba, die der zuletzt äußerst anfälligen Defensive des deutschen Rekordmeisters ​deutlich mehr Stabilität verliehen haben. Gegen den BVB lieferten die beiden "Aushilfs-Innenverteidiger" eine starke Vorstellung ab. Alaba wurde nach der Partie von vielen Seiten mit Lob überhäuft.


Kimmich über Alaba: "Einer der besten Spieler auf der ganzen Welt"


"In der Innenverteidigung ist er für mich mit einer der besten Spieler auf der ganzen Welt", schwärmte Joshua Kimmich (via Abendzeitung). Auch Leon Goretzka war voll des Lobes für den Österreicher. "Er interpretiert die Innenverteidiger-Position sehr eigen. Ich finde es hervorragend, wie er das macht", gab der zentrale Mittelfeldspieler zu Protokoll. "Er ist extrem zweikampfstark und gibt uns eine gute Stabilität, weil er nach vorne und offensiv denkt." 


Gegen Dortmund entschied Alaba 60 Prozent (Quelle: kicker) seiner Zweikämpfe für sich und glänzte zudem mit einer hervorragenden Passquote. 92 Prozent seiner Pässe fanden den Weg zu einem Mitspieler. Alaba überzeugte zudem mit einem sehr guten Stellungs- und Aufbauspiel. Der österreichische Nationalspieler bringt zweifelsohne nahezu alles mit, um dauerhaft im Abwehrzentrum aufzulaufen. Auch im Topspiel hat der 27-Jährige gezeigt, dass er eine ernstzunehmende Alternative für die Innenverteidigung darstellt. 

Alaba bevorzugt die Linksverteidiger-Position

Als Dauerlösung sollte Alaba allerdings nicht herhalten, da man im Abwehrzentrum mit Süle und Hernandez hervorragend aufgestellt ist. Die beiden Verteidiger bringen auf dieser Position nicht nur mehr Erfahrung mit, sondern haben auch in Sachen Zweikampfstärke, vor allem in der Luft, die Nase vorn. Alaba punktet zwar durch einen starken Spielaufbau, hat man vor der Viererkette zwei spielstarke Sechser (Thiago, Kimmich etc.), fällt dies jedoch weniger ins Gewicht. 


Läuft der Österreicher im Abwehrzentrum auf, hat er zudem keine Möglichkeit, seine Offensivqualitäten einzubringen. Als Linksverteidiger hingegen kann sich Alaba immer wieder mit nach vorne einschalten und seinen Vordermann unterstützen. Das Eigengewächs machte zudem keinen Hehl daraus, dass er lieber auf der linken Abwehrseite aufläuft, weshalb man ihm die Rolle des Innenverteidigers nicht aufzwingen sollte, sofern dafür kein Bedarf besteht.