​Bei ​Borussia Mönchengladbach läuft es momentan hervorragend, mit 25 Punkten steht die Truppe von Trainer Marco Rose die sechste Woche in Folge in der Bundesliga auf dem ersten Tabellenplatz und auch auf europäischer Bühne haben die Fohlen nach dem Last-Minute-Sieg gegen die AS Roma wieder beste Chancen aufs Weiterkommen. Das Spielsystem des Trainers greift, zudem sind die Neuzugänge auf Anhieb eingeschlagen und junge Spieler im Kader konnten einen großen Schritt nach vorne gehen. Völlig bei der Borussia abgetaucht ist jedoch Julio Villalba, der allem Anschein nach keine Zukunft am Niederrhein haben wird. 


Schon im Alter von 17 Jahren wagte Julio Villalba den Schritt aus Paraguay nach Europa und wechselte für eine Ablöse über 1,25 Millionen Euro von seinem Heimatverein Cerro Porteño zu Borussia Mönchengladbach. Seitdem kann der mittlerweile 21-jährige Mittelstürmer erst einen Einsatz für die Profis verzeichnen. Nach seinem Wechsel an den Niederrhein bekam der Südamerikaner beim zweiten Spiel der Saison am 09.09.2017 einen sechsminütigen Kurzeinsatz gegen ​Eintracht Frankfurt. Sein erster Einsatz im Dress der Fohlen sollte bis hierhin auch sein letzter sein. Zu allen Ungunsten ist Villalba aufgrund seiner südamerikanischen Herkunft nicht für die zweite Mannschaft in der Regionalliga West spielberechtigt, sodass er auch dort keine Spielpraxis sammeln und sich für höhere Aufgaben empfehlen kann. 


Nachdem Julio Villalba zu Borussia Mönchengladbach gewechselt war, hatte er mit einigen schwerwiegenden Verletzungen zu kämpfen. Bereits in seiner ersten Saison zog sich Villalba einen Muskelbündelriss zu und fiel damit fast die gesamte Spielzeit aus. 2018 kamen noch eine Schulterverletzung und ein Außenbandriss im Sprunggelenk hinzu. Auch in dieser Saison blieb er bisher nicht verletzungsfrei und verpasste wegen einer Muskelverletzung die gesamte Saisonvorbereitung, weshalb er sich auch bei dem neuen Coach Rose nicht präsentieren konnte. 


Rose sagte noch zuletzt gegenüber der Rheinischen Post über den 21-jährigen: "Wir müssen ihn einfach gesund und belastungsfähig kriegen, dann kann ich auch mehr zu seiner Situation sagen." Im Vorfeld der Saison sagte der Stürmer aus Paraguay im Interview mit der Rheinischen Post zu seiner Lage: "Es wird schwer für mich, dass ist mir bewusst, aber ich werde für meine Zukunft bei der Borussia kämpfen." Etwa drei Monate später muss festgehalten werden, dass sich bei der Personalie Villalba nichts geändert hat. 


Villalba wohl ohne Zukunft in Gladbach


So wie es aussieht wird sich für den jungen Stürmer bei der Borussia auch in Zukunft nichts ändern, zum einen ist die Konkurrenz zu groß, auf der anderen Seite kann er sich weder durch Pflichtspieleinsätze, noch aufgrund seiner Anfälligkeit für Verletzung dauerhaft empfehlen. Der junge Stürmer ist momentan nicht zu beneiden. Privat läuft es für den 21-jährigen, der mittlerweile fließend deutsch sprechen kann und auch eine Freundin in Mönchengladbach gefunden hat (via express.de) zwar gut, sportlich spielt er jedoch momentan schlichtweg keine Rolle. Auch aufgrund des derzeitigen Erfolgs wird er wohl keine Möglichkeit haben, in den Kader der Borussia zu rutschen. 


Ob der Stürmer aus Paraguay mit einer Körpergröße von 1,74 Meter überhaupt in das Anforderungsprofil von Trainer Marco Rose passt, ist außerdem höchst fraglich. Mit Marcus Thuram und Breel Embolo wurden in der Transferphase im Sommer zwei offensive Spieler verpflichtet, die viel Wucht und Dynamik mitbringen und genau den Vorstellung von Rose entsprechen. Beide Spieler konnten bisher überzeugen, vor allem Thuram kristallisierte sich in den letzten Wochen mehr und mehr als absoluter Leistungsträger heraus, während Embolo momentan noch die Folgen eines leichten Muskelfaserrisses aus der Partie gegen Eintracht Frankfurt am neunten Spieltag auskuriert. 


Villalba hingegen ist nicht als ein solcher Spielertyp zu bezeichnen, sondern als kleiner, wendiger und schneller Stürmer. Diese Qualitäten konnte er bisher aber eben selten bis gar nicht unter Beweis stellen. Sollte es den Gladbachern möglich sein, könnte eine Leihe oder ein Verkauf im Winter angestrebt werden. Durch eine Leihe könnte der Südamerikaner immerhin Spielpraxis sammeln, selbst in diesem Fall wird er aber eher keine Alternative für die Zukunft sein.