​Am Sonntagabend ging die Bundesliga-Partie zwischen dem ​SC Freiburg und ​Eintracht Frankfurt (​1:0) unrühmlich zu Ende. In der Nachspielzeit checkte SGE-Kapitän David Abraham in der Freiburger Coaching Zone Cheftrainer Christian Streich um, was tumultartige Szenen und eine weitere Rote Karte für Vincenzo Grifo zur Folge hatte. Nach der ​völlig unnötigen Aktion des Innenverteidigers stellt sich die Frage, ob dieser als Kapitän noch tragbar ist.


Es lief die sechste Minute der Nachspielzeit, als der Ball vor der Freiburger Bank ins Aus rollte. Abraham spurtete diesem hinterher und räumte dabei Streich unsanft aus dem Weg. "Ich wollte in der letzten Minute der Nachspielzeit den Ball so schnell wie möglich wieder ins Spiel bringen und hätte ausweichen müssen", erklärte der 33-Jährige nach der Partie. Der Argentinier spielt mittlerweile seit Januar 2013 in der ​Bundesliga und ist als Heißsporn bekannt. Emotionen gehören im Fußball einfach dazu und vor Spielern, die bis zum Abpfiff alles in die Waagschale werfen, muss man den Hut ziehen. 


Abraham ist am Sonntagabend jedoch deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Mit seiner völlig unnötigen Aktion, die in keinster Weise zu entschuldigen ist, hat der Kapitän (!) seine Vorbildfunktion mit Füßen getreten. Gerade in einer Zeit, in der im Amateurfußball die Gewalt zunimmt und es immer wieder zu Angriffen auf Schiedsrichter kommt, ist ein solcher Vorfall völlig fehl am Platz. Nun ist der DFB gefordert und muss ein klares Zeichen setzen, dass solche Aktionen auf den Fußballplätzen, egal ob im Profi- oder Amateurbereich, nichts zu suchen haben. Abraham dürfte für mehrere Spiele aus dem Verkehr gezogen werden.

Abraham zeigt Reue - alles geklärt mit Streich und Grifo


Dem 33-Jährigen muss man jedoch zugutehalten, dass er nach der Partie umgehend das Gespräch mit Streich und Grifo gesucht und sich für seine Aktion entschuldigt hat. "Ich bin sehr froh, dass wir nach dem Spiel gesprochen haben und alles gut zwischen uns ist", so der Defensivspieler. ​Auch für Streich ist die Szene damit abgehakt. "Ich bin kein besonders nachtragender Mensch", erklärte der 54-Jährige. 


Fraglich ist allerdings, ob Abraham nach seinem Streich-Check die Kapitänsbinde behalten sollte. Auf der einen Seite gibt es einige Argumente, die für eine Degradierung des Argentiniers sprechen. Der Innenverteidiger hat nicht nur eine rote Linie klar überschritten, sondern mit seinem Fehltritt auch dem Ansehen des Vereins geschadet. Auf der anderen Seite genießt der Routinier im Klub und auch bei den Fans ein hohes Ansehen, weshalb er wohl weiterhin die Kapitänsbinde tragen darf. Durch die lange Sperre, die Abraham droht, dürfte die Kapitänsfrage ohnehin etwas in den Hintergrund rücken.


Durch sein Verhalten nach der dummen Aktion hat Abraham immerhin die Größe gezeigt, seinen Fehler umgehend einzugestehen. Er dürfte intern einen ordentlichen Rüffel und auch eine Strafe bekommen - an seinem Kapitänsamt wird aber wohl nicht gerüttelt. Und das geht unter dem Strich wohl auch in Ordnung. Zumindest eine zweite Chance hat der Argentinier verdient.