Am Montag soll die Beförderung von Hasan ​Salihamidžić zum Sportvorstand des FC Bayern beschlossen werden. Ob der große Wunsch von Uli Hoeneß vom Aufsichtsrat erfüllt wird, soll aber gar nicht so sicher sein, wie bisher angenommen. Gegen den Sportdirektor regt sich Widerstand im Gremium.


Am Sonntagvormittag gab sich Uli Hoeneß mal wieder richtig Hoeneß-like: Zu viel Unsinn wurde dem Bayern-Präsidenten geredet in der Sport1-Talkrunde 'Doppelpass'. ​Kurzerhand griff er zum Hörer um sich live in die Runde einzuschalten. Ein wichtiger Punkt in Hoeneß-Telefonattacke: Hasan Salihamidžić.


Hoeneß verteidigt Brazzo - und will dessen Beförderung durchdrücken


Der ​FCB-Sportdirektor ist in der öffentlichen Wahrnehmung bei vielen nur ein Handlanger der Bosse Hoeneß und Rummenigge. Zudem "besticht" er des Öfteren mit fragwürdigen TV-Auftritten und unsouveränen Aussagen. Doch von alle dem will Hoeneß nichts wissen. Brazzo komme in der Öffentlichkeit viel zu schlecht weg und mache überhaupt einen überragenden Job, polterte der 67-Jährige.


Und so ist es längst bekannt, dass dessen ​letzte große Amtshandlung als Präsident sein soll, Salihamidžić zum Sportvorstand zu befördern. Unterstützt wird er bei diesem Anliegen von Karl-Heinz Rummenigge, intern gilt Brazzo ohnehin als sehr fleißig und wird von den Mitarbeitern geschätzt.


Widerstand im Aufsichtsrat gegen Salihamidžić'-Beförderung?


Ganz so sicher scheint die Beförderung aber nicht, bevor Hoeneß am Freitag als Präsident abtritt. Denn wie die Bild berichtet, regt sich auch Widerstand gegen den Bosnier. Am heutigen Montag findet die besagte Aufsichtsratsitzung statt, bei der der Beschluss zur Beförderung erwartet wird. Unter den Mitgliedern soll diese dabei nicht ganz so sicher sein, wie es Hoeneß und auch Rummenigge gerne wahrhaben würden.


Während Hoeneß am Sonntag am Telefon noch Salihamidžić' überragende Transfers von Hernandez, Pavard und Davies in den Himmel lobte, die allesamt allein von Brazzos initiiert worden seien, halten die Mitglieder dem designierten Sportvorstand einen geplatzten Transfer vor. Es soll vor allem um die Causa Hudson-Odoi gehen. Der Engländer war Salihamidžić' Wunschspieler - das teilte er auch öffentlich mit. Am Ende platzte der Deal - wohl auch, weil dem FC Chelsea das öffentliche Werben sehr missfiel. Dazu sei so mancher TV-Auftritt von Salihamidžić den Mitgliedern ein Dorn im Auge.


Am Ende wird es ein gemeinsamer Entschluss des Aufsichtsrates sein. Das erklärte auch Hoeneß, als er am besagten Sonntag erklärte, der FC Bayern sei ein "ziemlich demokratischer Klub". Es wird also nochmal spannend, ob Hoeneß seinen letzten großen Wunsch als FCB-Präsident erfüllt bekommt.