​​Borussia Mönchengladbach konnte Donnerstag einen erlösenden 2:1-Sieg gegen die AS Roma bejubeln und hat durch diesen Erfolg auch in der Europa League alles in der eigenen Hand. Die Gladbacher trotzen derzeit dem Verletzungspech und gewannen die letzen drei Spiele gegen ​Eintracht Frankfurt​Bayer Leverkusen und die AS Roma vor allem wegen viel Einsatz und Leidenschaft. Auf der anderen Seite geht die Borussia bei eigentlich angeschlagenen Spielern ein Risiko ein, dass sich bisher als lohnenswert erwiesen hat. 


In der 95. Minute der Europa League Partie am Donnerstag gegen die AS Roma bebte der Borussia Park, ​nachdem Shootingstar Marcus Thuram den entscheidenden Last-Minute-Treffer zum 2:1 erzielt hatte und schließlich am vierten Spieltag der Gruppenphase der befreiende erste Sieg verzeichnet werden konnte. Mit fünf Punkten steht die Borussia derzeit auf dem zweiten Platz hinter Istanbul Basaksehir, die mit sieben Punkten die Gruppe anführen. Punktgleich auf dem dritten Platz befindet sich die AS Roma, gegen die Gladbach allerdings den direkten Vergleich gewinnen konnte. Auf dem letzten Platz steht der nächste Gegner der Fohlenelf, der AC Wolfsberg mit vier Punkten. Mit Siegen gegen die Wolfsberger, wo die Gladbacher nach der 4:0-Schmach aus dem Hinspiel nach einer Revanche trachten und gegen Istanbul Basaksehir, könnte die Borussia nach dem schwachen Start auf der europäischen Bühne jetzt aus eigener Kraft den Gruppensieg holen.


Vor der Partie gegen die Roma war es fraglich, ob Matchwinner Thuram überhaupt spielen könne. Der Einsatz vom wiedergenesenden Landsmann Alassane Pléa, der letztlich den Treffer vorbereitete war ebenso ungewiss. Am Ende spielte Thuram von Anfang an durch, während Pléa in der ​74. Minute für den bis dato schwachen Neuhaus eingewechselt wurde. Thuram avancierte in dem Match schließlich zum entscheidenen Mann, nachdem er schon das Eigentor beim zwischenzeitlichen 1:0 mit einer scharfen Hereingabe provoziert hatte. 

Die Entscheidung, den Spieler der letzten Wochen bei der Borussia spielen zu lassen, stellte sich also am Ende als die Richtige heraus. 


Gladbach mit Risiko bei angeschlagenen Spielern


Aufgrund der hohen Intensität und Belastung während der letzten englischen Wochen mit der Bundesliga, dem DFB-Pokal und der Europa League sehnen die Gladbacher nahezu die Länderspielpause herbei, damit einige Spieler, die nicht zu der Nationalmannschaft reisen müssen, den Akku wieder aufladen können. Vor der Pause empfangen die Gladbacher am Sonntag um 13:30 Uhr noch den ​SV Werder Bremen​. Wegen der vielen verletzten Spieler stellte sich die Mannschaft von Coach Marco Rose in den letzten Wochen nahezu von selbst auf. Mittlerweile konnten gestandene Spieler wie Jonas Hofmann und Kapitän Lars Stindl wieder aus langen Verletzungspausen hinzukommen und trugen auch schon den Teil zu den erfolgreichen Resultaten bei, jedoch reihten sich mit Breel Embolo und zuletzt ​Tony Jantschke auch wieder neue Spieler in der Liste der Verletzten ein. Embolo könnte den Gladbachern nach der Länderspielpause wieder zur Verfügung stehen, während ​Tony Jantschke zunächst bis auf Weiteres ausfallen wird


Um den größtmöglichsten Erfolg zu gewährleisten, wurde in Absprache mit der medizinischen Abteilung die Entscheidung getroffen, dass Stefan Lainer schon in der Bundesliga am achten Spieltag gegen Borussia Dortmund trotz eines Außenbandrisses im Sprunggelenk nach gerade einmal elf Tagen wieder auflaufen konnte. Der Österreicher selbst äußerte mehrfach, dass er zwar nicht beschwerdefrei sei, allerdings biss er auf die Zähne und absolvierte seitdem jedes Pflichtspiel über die volle Distanz. Auch Stindl und Hofmann wurden nach den langen Verletzungen relativ schnell wieder in das kalte Wasser geworfen und gingen - obwohl sie natürlich noch nicht bei 100 Prozent sein können - bereits eine hohe Belastung ein und spielten über eine lange Distanz. 


Marcus Thuram plagten nach dem Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen Kniebeschwerden aufgrund einer Überbelastung, Trainer Marco Rose sagte noch: "Eine Überlastungserscheinung bei der wir vorsichtig sein müssen. Ich hoffe aber das wir es bis Donnerstag hinkriegen." Bei der Aussage ist es schon verwunderlich, dass der 22-jährige Franzose letztlich gegen die Roma über die volle Distanz auf dem Platz stand. Ohne Frage birgt die hohe Belastung der Spieler das Risiko, dass sich zunehmend mehrere Spieler verletzten. Bei den Leistungsträgern um Stefan Lainer und Marcus Thuram ist es bisher noch einmal gut gegangen. Bleibt zu hoffen, dass sich Rose nicht verzettelt und schließlich länger ohne wichtige Spieler auskommen muss. Rose betonte jedoch bei der Pressekonferenz vor der Partie gegen die AS Roma die gute Zusammenarbeit mit dem Staff." Insgesamt entspannt sich gerade alles ein bisschen gefühlt. Die Physiotherapie, die Ärzte und die Reha macht einen großartigen Job." Am Niederrhein hoffen die Verantwortlichen darauf, dass nach der Länderspielpause die Jungs aus dem Aufbautraining wieder an Bord sind. Rose wird intensiv abgleichen, bei welchen Spielern es geht und welche Spieler eventuell noch mehr Zeit brauchen und ist bisher trotz des Risikos mit seiner Herangehensweise erfolgreich.