​Am Samstagabend richten sich alle Augen auf das Spiel zwischen ​Bayern München und Borussia Dortmund. Nach vielen hohen Pleiten in der Münchner Allianz Arena will der BVB endlich wieder einen Auswärtssieg feiern, doch dafür muss vieles zusammenkommen. 90min benennt fünf Schlüsselfaktoren für Lucien Favre und seine Mannschaft.


Die aufsteigende Form

Achraf Hakimi

2:1, 3:0, 3:2 - der BVB ist wieder in der Erfolgsspur. Die vergangenen drei Pflichtspiele wurden allesamt gewonnen, nach der Länderspielpause gelangen insgesamt vier Siege in sechs Partien. Nach einem schwierigen September machte die Mannschaft zuletzt wichtige Schritte, perfekt ist das Dortmunder Spiel aber noch lange nicht. Dass die Tendenz weiter nach oben zeigt, muss am Samstag erst bestätigt werden.


Der Kampfgeist vom Inter-Spiel

Borussia Dortmund v Inter Milan: Group F - UEFA Champions League

Am Dienstag schien der BVB nach 45 Minuten bereits geschlagen. Wie schon beim ersten Aufeinandertreffen im Giuseppe-Meazza-Stadion ging Inter Mailand früh in Führung, baute den Vorsprung vor dem Halbzeitpfiff aber auf 2:0 aus. Doch in den zweiten 45 Minuten drehte Dortmund auf, spielte sich vor dem Tor von Samir Handanovic fest und feierte dank Doppel-Torschütze Achraf Hakimi und Julian Brandt einen verdienten 3:2-Sieg.


"Wir haben uns in der Halbzeit gesagt, dass wir mehr Druck aufs Tor entwickeln wollen. Dass das so beeindruckend klappt, hätte ich nicht geahnt", sagte Abwehrchef Mats Hummels nach der Partie (zitiert via ​Sport1). "In der zweiten Halbzeit haben wir Inter wenig Luft zum Atmen gelassen." Im Hinblick auf das Topspiel in München sagte der 30-Jährige: "Wir dürfen ihnen nicht das Gefühl geben, dass sie gewinnen können." Eine ähnliche Energieleistung wie in der Champions League würde dabei enorm helfen.


Die Null muss weiter stehen

Lautaro Martinez,Roman Burki

Viermal konnte der BVB in der laufenden Bundesligasaison die weiße Weste wahren, das letzte Gegentor kassierte Roman Bürki vor einem Monat beim 2:2 gegen den SC Freiburg. Seit der Länderspielpause aber feierte Dortmund drei Zu-null-Spiele in Serie. 


Um in München zu bestehen, muss in vorderster Linie die Arbeit gegen den Ball funktionieren. Das letzte Mal, dass Dortmund in der Allianz Arena kein Gegentor kassierte, war am 12. April 2014 der Fall. Damals setzte sich Jürgen Klopp im Duell gegen Pep Guardiola mit 3:0 durch. 


Für dieses Vorhaben wird es vor allem darauf ankommen, Robert Lewandowski auszuschalten. "Lewandowski ist mit und ohne Ball schnell, er bewegt sich richtig und kann die Bälle halten, er ist brandgefährlich im Strafraum", schwärmte Lucien Favre laut ​kickerWeltmeister Jürgen Kohler gab der Dortmunder Hinterreihe einige Hinweise für den Umgang mit dem Torjäger. "Man muss sich als Abwehrspieler bewusst sein, welche Auftaktbewegung Lewandowski macht. Er dreht häufiger über die rechte Seite auf als über die linke. Bei ihm darf man auch nicht zu nah drauf sein", so der frühere Innenverteidiger. Wichtig sei es, "ihn mit zwei oder drei Leuten abzufangen - oder schon im Vorfeld den Pass auf ihn unterbinden".


Was wird aus Manuel Akanji?

Manuel Akanji

Manuel Akanji behält weiterhin seinen Stammplatz - bei den Fans kommt diese Entscheidung aber nicht gut an. Gegen Inter sah der Schweizer beim 0:1 durch Lautaro Martinez alles andere als gut aus, immer wieder verursacht er mit individuellen Fehlern oder Nachlässigkeiten ein Gegentor.


Dass Favre mit Dan-Axel Zagadou eine tadellose Alternative besitzt, stellte der 20-Jährige eine Woche zuvor im DFB-Pokal unter Beweis. Beim 2:1-Erfolg über Borussia Mönchengladbach war Zagadou einer der Schlüsselspieler und gewann in intensiven 90 Minuten zahlreiche Duelle - sowohl am Boden, als auch in der Luft. Seit vielen Wochen benötigt Akanji eine Pause, doch mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er auch in München über 90 Minuten auf dem Platz stehen.


Hakimi muss spielen

Achraf Hakimi

Schon als Dortmund kriselte, war Achraf Hakimi der beste Mann auf dem Platz. Der eigentliche Außenverteidiger besitzt enorme Qualitäten in der Offensive, gegen Inter Mailand erzielte er seine Saisontore fünf und sechs. Im Spiel gegen den Ball ließen die Münchner in den letzten Wochen häufig große Räume auf der Außenbahn, diese gilt es, mit Hakimi zu bespielen. Sollte es dem Marokkaner gelingen, die Abwehr ein ums andere Mal zu hinterlaufen, wird es vor dem Tor von Manuel Neuer brandgefährlich.


Da Paco Alcácer gerade erst von einer Verletzung zurückgekehrt ist und Marco Reus genau wie Jadon Sancho fraglich ist - der deutsche Nationalspieler ist ohnehin bei weitem nicht in Top-Form -, wird Hakimi auch am Samstag einer der Schlüsselspieler sein.