Was für ein bitterer Abend für Eintracht Frankfurt! Ohne Auswärtsfans setzte es in Lüttich die 1:2-Pleite in der letzten Minute der Nachspielzeit. Filip Kostic hatte nur Sekunden davor selbst die Entscheidung für die Eintracht auf dem Fuß. In einer zerfahrenen Partie gingen die Hausherren zunächst in Front, ehe Kostic per direktem Freistoß für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte. Auf dem schlechten Geläuf in Belgien musste die SGE damit einen herben Rückschlag hinnehmen: Standard zog in der Tabelle an Frankfurt vorbei.


Tore: 1:0 (56. Minute, Kofpball nach Ecke) Zinho Vanheusden, 1:1 (65. Minute, direkter Freistoß) Filip Kostic, 2:1 (95. Minute, Schuss) Lestienne


Eintracht FrankfurtRönnow - Abraham, Hinteregger, Hasebe - Kostic, Fernandes, Sow, Rode, da Costa - Paciencia, Silva
Standard LüttichBodart - Fai, Vanheusden, Laifis, Gavory, Cimirot, Bastien, Amallah, Carcela-Gonzalez, Cop, Emond

Showdown in Lüttich: Mit einem Sieg konnte Eintracht Frankfurt die K.o.-Phase der Europa League buchen. Dazu begann die Eintracht die Partie gegen Standard Lüttich zwar ohne die eigenen Fans, aber mit einem frischgebackenen Nationalspieler-Duo: Die Portugiesen Gonçalo Paciência und André Silva wurden für die anstehenden Länderspiele nominiert.

Ohne die frenetischen Anhänger im Rücken, standen die Adler vor einer schweren Aufgabe: Lüttich hatte in dieser Saison zuhause acht Siege und ein Remis eingefahren - und blieb damit in neun Spielen ungeschlagen. Um dennoch die entscheidenden drei Punkte einzufahren, vertraute SGE-Coach Adi Hütter weitestgehend auf die Bayern-Bezwinger. Zwei Positionen änderte er trotzdem: Hasebe kam für N'Dicka zurück ins Team, bereits erwähnter Silva stürmte von Beginn an für Bas Dost.


Auf schwierigem Geläuf starteten beide Teams relativ verhalten. Die Eintracht übernahm auf dem "Acker von Lüttich" von Beginn an die Spielkontrolle, nach 20 Minuten blieben Torchancen aber auf beiden Seiten Mangelware.


Nach gut einer halben Stunde nahm die Partie aber Fahrt auf. Und Lüttich kam zu seiner ersten Chance: Cimirot zog aus rund 20 Metern ab, Rönnow lenkte den Ball aber mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten. Auf der Gegenseite konterte die Eintracht zwei Minuten später stark. Sow flankte den Ball in die Mitte, wo Silva per Kopf aber nur den Pfosten traf - dickes Ding für die Eintracht!


Ein ganz dickes hatte aber auch noch Lüttich vor der Halbzeit. In der 45. Minute erreichte ein Pass in den Strafraum den freien Cop, der den Ball im Fallen nur Millimeter am linken Pfosten vorbei legt.


Nach wenig ereignisreichen ersten 30 Minuten ging es vor der Pause dann doch noch etwas munterer hin und her. Treffer vielen auf beiden Seiten aber nicht - und so ging es am Ende leistungsgerecht torlos in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel zunächst dasselbe Bild wie zu Beginn der Partie. Lüttich wurde in der Folge aber besser. Nach 56. Minute zappelte dann der Ball im Eintracht-Netz. Einen Eckball verlängert Emond an den zweiten Pfosten, wo Vanheusden per Kopf keine große Mühe mehr hatte - 1:0 für Lüttich, die damit in der Tabelle aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs an der SGE vorbeiziehen.


Die Adler mussten sich kurz schütteln, hatten aber kurz darauf die Möglichkeit durch Kostic den Ausgleich zu erzielen. Nach dem Dribbling des Serben im Strafraum wurde der Winkel aber etwas zu spitz, Lüttich-Keeper Bodart klärte zur Ecke.


Hütter reagierte und brachte mit Kamada einen weiteren Offensivakteur. Der Japaner wurde in der 64. Minute auch gleich kurz vor dem Sechzehner gefällt und sorgte so für eine gute Gelegenheit. Kostic ließ sich nicht zweimal bitten und streichelte den Freistoß einfach flach und sehr platziert in die Torwartecke - 1:1! Bodart sah dabei allerdings nicht gut aus - der Keeper der Hausherren stand vor der Ausführung schon viel zu zentral.

Schiedsrichter Matej Jug stand dann wieder im Mittelpunkt. Der Slowene wirkte über das ganze Spiel hinweg nicht wirklich souverän. Als Rode dann erneut ganz kurz vor der Strafraumkante zu Fall gebracht wurde, verzichtete er zur Verwunderung der Eintracht auf eine Gelbe Karte für Laifis. Es wäre seine zweite gewesen - und damit ein Platzverweis.



Die Schlussphase blieb dann sehr zerfahren, ohne deutliches Übergewicht für eines der beiden Teams. In der letzten Minute der Nachspielzeit dann das Eintracht-Drama: Erst hatte Kostic den Siegtreffer auf dem Fuß, im Gegenzug schlug dann aber Lüttich zu! Lestiene war zur Stelle und entschied das Spiel in der letzten Sekunde!


Damit springt Lüttich auf den zweiten Platz, punktgleich mit der Eintracht. Arsenal bleibt trotz des Remis in Guimaraes am Mittwoch unangefochten an der Spitze, vier Zähler vor den Verfolgern. Dennoch bleibt noch alles möglich für die Eintracht, dafür müsste das Hütter-Team aber wohl in London punkten.