​Die ​erste Trainerentlassung der Saison gab es am Sonntagabend beim ​​FC Bayern München zu vermelden. Die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters und Cheftrainer Niko Kovac haben sich nach einem offenen Gespräch einvernehmlich auf eine Trennung geeinigt. Die Bild-Zeitung hat mittlerweile Details von der letzten Ansprache des 48-Jährigen an die Mannschaft enthüllt. 


​Die Entlassung des ehemaligen Bayern-Profis hatte sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet. Die Münchner entschieden zwar drei der letzten vier Partien für sich, lieferten dabei allerdings über weite Strecken enttäuschende Vorstellungen ab. Mit der 1:5-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt wurde am Samstagnachmittag ein neuer Tiefpunkt erreicht. Die Entlassung kam daher nicht wirklich überraschend. Keine Entwicklung und die zuletzt gezeigte Spielweise waren die Hauptkritikpunkte, die sich Kovac vorwerfen lassen musste. Dem Vernehmen nach hatte der 48-Jährige auch in der Mannschaft kaum noch Rückhalt.

Laut Informationen von Sport 1 waren sich die Verantwortlichen bei der Trainerfrage nicht einig. Demnach soll sich Präsident Uli Hoeneß, der als großer Fürsprecher von Kovac galt, für den Ex-Profi eingesetzt haben. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hingegen war angeblich nicht mehr wirklich von der Arbeit des 48-jährigen Übungsleiters überzeugt. Auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic tendierte eher zu einer Entlassung. Beim Gespräch am Nachmittag, das letztendlich zur Trennung führte, soll Kovac seinen Rücktritt angeboten haben.


Kovac ging mit seiner Mannschaft hart ins Gericht

Die Bild-Zeitung hat nun Details von der letzten Ansprache des ehemaligen Cheftrainers an die Spieler enthüllt. Am Sonntagvormittag sprach Kovac rund 20 Minuten lang vor versammelter Mannschaft und analysierte 25 Spielszenen aus der Partie in Frankfurt. Dabei hat der gebürtige Berliner nicht nur seine Defensive ("Wir haben hinten Überzahl und bekommen Gegentore"), sondern auch bewusst einzelne Spieler kritisiert. Serge Gnabry musste sich beispielsweise den Vorwurf gefallen lassen, dass er zu einfach Bälle verliert. Kingsley Coman musste Kritik für seine Einstellung einstecken. "Du bleibst stehen und Thomas (Müller) kämpft", soll der 48-Jährige gesagt haben. 


Mittelfeldmotor Thiago hat Kovac angeblich ans Herz gelegt, dass er sich auf die einfachen Dinge konzentrieren und "nicht zaubern soll". Jerome Boateng warf der Ex-Trainer fehlende Cleverness bei seiner frühen Roten Karte vor. 


"Ihr hört nicht zu! Wir besprechen Dinge und trainieren Dinge und ihr setzt sie nicht um", kritisierte Kovac, der anschließend seine letzte Trainingseinheit leitete. Dem Boulevardblatt zufolge wurden die meisten Spieler im Vorfeld nicht über die Entlassung von Kovac informiert und waren deshalb überrascht von dieser Entscheidung. Als Interimstrainer springt Co-Trainer Hansi Flick ein. In den Medien werden bereits ​einige Kandidaten auf die Kovac-Nachfolge gehandelt.