Beim ​3:0-Sieg über den VfL Wolfsburg feierte Borussia Dortmunds Torjäger Paco Alcácer sein Comeback. Der Spanier verpasste die drei vorherigen Bundesligaspiele aufgrund einer Reizung der Achillessehne, nicht ausgeschlossen, dass er wie schon im Vorjahr noch häufiger aufgrund von muskulären Beschwerden ausfallen wird. Laut Sebastian Kehl bestehe jedoch "keine Notwendigkeit", sich im Winter mit einem möglichen Ersatz zu beschäftigen.


Die Zahlen von Paco Alcácer sind beeindruckend - allein in dieser Saison hat der Spanier in sieben Bundesligaspielen fünf Tore erzielt. Doch wenn Alcácer wie so häufig mit Problemen im muskulären Bereich zu kämpfen hat, wegen denen er in der abgelaufenen Saison nur elf Startelfeinsätze in der ​Bundesliga erhielt, tut sich der BVB deutlich schwerer.


Mit Alcácer erzielte Schwarz-Gelb in sieben Spielen 17 Tore, ohne seine Unterstützung auf dem Platz fielen in sieben weiteren Partien nur zehn Treffer. Weder Marco Reus noch Julian Brandt funktionieren auf der Neun, Mario Götze besitzt längst nicht die Torgefahr seines Konkurrenten. 


Kehl: Alle stehen in der Pflicht


Das Toreschießen, erklärte Sebastian Kehl im Aktuellen Sportstudio, obliege aber nicht nur den Stürmern. Der Lizenzspielerleiter verwies auf die übrigen Offensivkräfte, zu denen neben Reus, Brandt und Götze auch Thorgan Hazard, Jadon Sancho, Jacob Bruun Larsen und wahlweise auch Achraf Hakimi und Raphael Guerreiro zählen. Sie alle stehen in der Pflicht, ihre enormen Qualitäten vor dem gegnerischen Tor einzubringen. "Wir haben drumrum genug Spieler, die Tore schießen können", erklärte der 39-Jährige folglich im Gespräch mit Moderatorin Dunja Hayali.

"Natürlich" werde sich auch der BVB kritisch hinterfragen, dies gehöre sich "für jeden großen Klub", so Kehl. Sollte im Zuge einer Sondierung des Marktes die "Möglichkeit", und nach einer eingehenden kritischen Analyse des Kaders sogar die "Notwendigkeit" bestehen, "im Winter zu handeln", würde man dies also auch tun. Auf Nachfrage von Hayali antwortete er aber deutlich: "Im Moment sehe ich die Notwendigkeit noch nicht."


​Somit ist nicht davon auszugehen, dass die Verantwortlichen im Januar einen weiteren Angreifer präsentieren werden. Bereits im Sommer lehnte Hans-Joachim Watzke weitere personelle Verstärkungen in der Spitze ab, gleichzeitig monierte Michael Zorc nach der 0:2-Niederlage in der Champions League bei Inter Mailand, dass man ohne Alcácer ohne klaren Mittelstürmer dastehe. Doch wie Kehl folgerichtig sagte, sollte die so extrem talentierte Offensive der Borussia auch ohne ihren Top-Torjäger in der Lage sein, sich auch in den großen Spielen durchzusetzen.