​Der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gehen nach der Verletzung von Niklas Süle allmählich die Innenverteidiger aus. Nicht zuletzt deswegen wird eine Rückkehr von Mats Hummels von einigen immer vehementer eingefordert. Doch Nationalcoach Jogi Löw will seinen Kurs der Verjüngung eigentlich nicht abbrechen, sondern mit den vorhandenen Optionen (Niklas Stark, Robert Koch, Antonio Rüdiger, Matthias Ginter) weiterarbeiten. Augsburgs Trainer ​Martin Schmidt preist jetzt einen seiner Schützlinge als weitere durchaus brauchbare Alternative für das DFB-Team an.


Es geht um die Leihgabe ​Felix UduokhaiDer 22-jährige Innenverteidiger kam in diesem Sommer per Leihe vom VfL Wolfsburg. Im Juni 2020 würden zehn Millionen Euro über die Kaufoption fällig - zwar kein Pappenstiel, aber für einen perspektivischen Nationalspieler (Uduokhai hat von der U19 an sämtliche Nachwuchsmannschaften des DFB durchlaufen) auch kein Mondpreis. 


Schmidt von Uduokhai begeistert


Und angesichts der Lobeshymnen seines Trainers scheint es mehr als wahrscheinlich, dass die Fuggerstädter die Option im nächsten Jahr ziehen werden. "Er ist eine große Stütze", beginnt Schmidt seine Eloge auf den Abwehrrecken (1,92 Meter). "Ab und zu hat er einen flapsigen Fehler drin. Das ist sicher seiner Jugend geschuldet, er hat noch nicht so viele Bundesligaspiele in der Startelf am Stück absolviert." Aber: "Die Fehler werden immer weniger, er wird konzentrierter", relativiert der Übungsleiter diese leichte Kritik umgehend. Zudem sei Uduokhai ein sehr kompletter, schneller, technisch versierter und dazu kopfballstarker Spieler. Die eierlegende Wollmilchsau, sozusagen.


Auch ein Kandidat für Löw?


Dazu besitzt Uduokhai noch ein Alleinstellungsmerkmal, das ihm den Konkurrenzkampf auf Sicht noch mehr erleichtern könnte. "Er ist ein Linksfuß", so Schmidt, "auf der linken Innenverteidigerposition, da gibt es in Deutschland sehr wenige. Ich kann mir vorstellen, dass er sich mit solchen Leistungen in Deutschland in den Fokus spielt." (Quelle: transfermarkt.de via kicker). 


Man darf gespannt sein, ob Uduokhai noch vor dem im nächsten Jahr anstehenden EM-Turnier eine Chance von Jogi Löw erhalten wird. Termine für Testspiele sind nur noch im März 2020 verfügbar. Vielleicht "testet" Löw aber auch schon bei den beiden letzten Qualifikations-Spielen Mitte November (gegen Weißrussland und Nordirland). 


Beide Gegner (die Weißrussen noch weniger als die Nordiren) gehören nicht unbedingt zur Beletage des europäischen Fußballs und sollten, bei allem Respekt, eigentlich keine allzu hohe Hürde für eine wie auch immer zusammengestellte deutsche Nationalmannschaft darstellen. 

So oder so: die Zeit, noch bis 2020 in den DFB-Kader zu rutschen, wird für Uduokhai knapp. Für die Zeit nach der Euro 2020 kann man aber davon ausgehen, dass der Abwehrspieler eine wichtige Rolle spielen wird.