Nach einem spannenden Pokalabend kam ​Hertha BSC am Mittwoch mit einem blauen Auge davon und zog in das Achtelfinale ein. In der Liga belegt der Hauptstadtklub derzeit aber nur einen Platz im Mittelfeld der Tabelle. Einer, der seine Sache bislang dennoch gut macht, ist Marius Wolf. Wenn es nach der sportlichen Führung der Herthaner geht, soll der variabel einsetzbare Leihspieler von ​Borussia Dortmund den Berlinern noch länger erhalten bleiben.


Nach einer überragenden Saison im Dress von Eintracht Frankfurt hatte ​Marius Wolf im Sommer 2018 den Sprung zum BVB gewagt. Durchsetzen konnte sich der heute 24-Jährige bei den Schwarz-Gelben aber nicht wirklich und wurde daher bereits ein Jahr später auf Leihbasis an den Hauptstadtklub abgegeben. Bislang erwies sich dieser Deal für Spieler und Verein als ein echter Glücksfall, blüht der gebürtige Coburger in den vergangenen Wochen doch sichtlich auf.


Covic setzt regelmäßig auf Wolf


Vom Start weg hinterließ Wolf bei der Hertha einen bemerkenswerten Eindruck und benötigte kaum Zeit, um seinen Cheftrainer Ante Covic von sich zu überzeugen. So stand Wolf seit seinem Wechsel in sechs Ligaspielen in Folge stets in der Startelf der Herthaner und trug auch am Mittwoch beim denkbar knappen Pokaltriumph gegen Zweitligist Dynamo Dresden mit einer Vorlage zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich durch Dodi Lukebabio seinen Teil bei.​


Das Spielerprofil von Marius Wolf:

Position​​RA
​Alter24​
​Markwert​8 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2020 (Leihe)
​Hertha-Spiele​7
​Hertha-Scorerpunkte​4


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Zu den herausragenden Qualitäten des Leihspielers gehört dabei seine mentale Stärke. "Er nimmt alles an, was man ihm mitgibt", wird Covic vom kicker zitiert. Darüberhinaus schätzt der Hertha-Coach sehr, dass Wolf extrem vielseitig ist und auch im Trikot der Berliner bereits ​auf verschiedenen Positionen seinen Mann gestanden hat: "Für einen Trainer ist es immer immer gut, einen so vielseitigen Spieler auf dem Platz zu haben."


Zum Repertoire des Neu-Berliners gehört dabei neben seinem etatmäßigen Posten als Rechtsaußen und einer Rolle auf der Acht, auch die rechte Defensivseite. Wolf selbst stört sich keineswegs daran, so oft in neue Rollen schlüpfen zu müssen, sondern betont vielmehr, dass solche Umstellungen - selbst innerhalb eines Spieles - für ihn "kein Problem" darstellen.


Preetz ist zufrieden und deutet Verpflichtung an


Auch Michael Preetz stellt Wolf ein gutes Zwischenzeugnis aus: "Marius zeigt das, was wir uns von ihm versprochen haben​." Im Umfeld des Pokalabends lobte der Manager, dass Wolf "nie nervös" werde und immer den Ball haben möchte. Kein Wunder also, dass die Berliner liebend gerne noch lange mit dem noch immer entwicklungsfähigen Spieler arbeiten möchten.


Im Zuge des bis zum Saisonende gültigen Leihvertrages mit den Borussen, konnten sich die Berliner eine Kaufoption in Höhe von satten 20 Millionen Euro sichern. Zeigt die Formkurve des Flügelspezialisten weiter so steil nach oben, sei diese Summe für die Berliner aber kein K.o.-Kriterium. 


Grundsätzlich könne man sich von Seiten der Herha laut Preetz daher eine feste Verpflichtung vorstellen. Im gleichen Atemzug deutete der Kaderplaner aber an, dass in Sachen Ablösesumme noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde. "Reden kann man immer miteinander" so Preetz und passte den Ball damit in Richtung der BVB-Bosse. Wolfs Vertrag mit dem BVB läuft im Sommer 2023 aus.