Seit Wochen steht Niko Kovac erneut im besonderen Fokus der Kritik. Der ​FC Bayern München schwächelte zuletzt arg, altbekannte Probleme treten immer wieder auf. Aus der Mannschaft heißt es, dass man Strukturen vermisse.


Betrachtet man bei Bayern München die letzten vier Spiele in der Bundesliga, so sieht man einen nicht wirklich souveränen Sieg gegen ​Union Berlin, ein 2:2-Unentschieden gegen den ​FC Augsburg, eine Niederlage gegen die ​TSG Hoffenheim und einen wackeligen 3:2-Sieg gegen den ​SC Paderborn. Gegner, über die man in den letzten Jahren mit einer klaren Selbstverständlichkeit einfach drüber gerollt wäre. Hinzu kommt zuletzt ein äußerst mühsamer Last-Minute-Sieg im Pokal gegen den ​VfL Bochum.


Keine Souveränität und Dominanz - Spieler vermissen klare Strukturen und Anleitungen


Die Souveränität und die Dominanz scheinen etwas abhanden gekommen. Dass man einen Gegner empfängt, und diesen aus purer Selbstverständlichkeit abfertigt, mit allen Wegen und Mitteln der Fußballkunst an die Wand spielt, ist gefühlt sehr lange her. Die Kritik an Trainer Niko Kovac wächst täglich, sowohl von den eigenen Fans, als auch intern. 


Wie der kicker berichtet, vermisst die Mannschaft klare Strukturen und Herangehensweisen, die ihnen unter Kovac nicht an die Hand gegeben werden. Demnach schätze man beispielsweise die Video-Analysen, doch wichtige Aspekte wie Automatismen, abgestimmte Spielzüge und einfache Lösungen im Ballbesitz kommen demnach viel zu kurz. Das entspricht auch der Kritik von außen. Zu häufig müssen es Einzelaktionen von Topspielern wie Robert Lewandowski oder Serge Gnabry sein, welche die in den letzten Wochen oftmals engen Siege retten können. 


Des Weiteren heißt es, im Training liege der Fokus zu sehr auf der Defensive. Dennoch bekommt der FC Bayern ungewöhnlich viele Gegentore. Währenddessen wird die Offensive mitsamt möglicher Pläne in der Spieleröffnung, dem Spielaufbau aus dem defensiven Bereich, oder im letzten Drittel zu sehr außen vor gelassen. Auch das macht sich bemerkbar.

Kovac-Kritik gegen eigene Spieler sorgt ebenfalls für Verstimmung


Dass Kovac mittlerweile mehrmals seine eigenen Spieler öffentlich kritisiert, soll in der Kabine ebenfalls gar nicht gut ankommen. Das große Problem dabei: Von Selbstkritik seitens des Trainers keine Spur. Aussagen, die ​Probleme gegen Bochum haben mit der Einstellung und nicht mit seiner Taktik zu tun, der ​Pressing-Vergleich mit dem ​FC Liverpool, oder auch die Notnagel-Thematik um Thomas Müller, werden intern sehr kritisch gesehen. Spieler, die den Trainer ohnehin kritisch betrachten, bekommen noch solche Dinge zu hören. Keine Grundlage für eine harmonische und wirkungsvolle Zusammenarbeit. Einige Spieler soll laut kicker gar "eine Kluft" von Kovac trennen.