​Der FSV Mainz 05 konnte mit dem 3:1 Erfolg über den 1.FC Köln in der Bundesliga einen wichtigen Befreiungsschlag landen und steht nach neun Spieltagen mit neun Punkten auf dem 13.Tabellenplatz. Auf dem Platz wirkte die Mannschaft am vergangenen Freitag gefestigt und zeigte sich als Einheit. In der Kabine soll es unter den Profis der Mainzer hingegen brodeln und immer wieder zu Auseinandersetzungen kommen. Eine wesentliche Rolle dabei spielen wohl die Franzosen Jean-Philippe Mateta und Moussa Niakhaté.


Freitagabend konnten sich die Mainzer endlich für eine couragierte Leistung in der Bundesliga belohnen, nachdem sie sich zuvor so oft selbst um den eigentlich verdienten Lohn gebracht hatten. Trotz des frühen Rückstands im Heimspiel gegen die Domstädter aus Köln, drehte Mainz das Spiel und gewann am Ende hochverdient. Vor allem das 2:1 Führungstor aus der Distanz vom schwedischen Stürmer Robin Quaison kann als eine Augenweide bezeichnet werden. 


Schon in anderen Partien in dieser Saison zeigte Mainz 05 teilweise ansprechende Leistungen, wie etwa bei den Heimspielen gegen ​Borussia Mönchengladbach und den ​VfL Wolfsburg, stand am Ende allerdings ohne Punkte dar. Umso befreiender der zweite Heimsieg der Saison gegen den 1.FC Köln, der die Mainzer im Abstiegskampf erst einmal aufatmen lassen kann. 


Mainzer Sieg wichtig für die Moral und Stimmung in der Mannschaft


Schon Ende September ging es im Training der Mainzer ordentlich zur Sache, Aaron Martin und Moussa Niakhaté gerieten bei dem Spiel auf dem kleinen Feld mit Leandro Barriero ​und Jean-Paul Boetius zusammen, inklusive Gerangel und Rudelbildung, Mitspieler gingen dazwischen. Trainer Sandro Schwarz befand gegenüber der Bild diese Situation jedoch als förderlich. "Das fand ich geil, das hat mich an alte Zeiten als Spieler erinnert. Da ging es im Training oft so zur Sache. Das ist sehr positiv gemeint, Wir brauchen das." Sandro Schwarz warnte allerdings auch davor nicht zu überdrehen. 


Mit dem Sieg gegen den 1.FC Köln sollten die Gemüter der Mainzer nun etwas beruhigt worden sein. Am Samstag treffen die Rheinhessen um 15:30 Uhr auf die derzeit kriselnden Leipziger. Im besten Fall wirkt sich der Erfolg gegen den 1.FC Köln auch auf die Stimmung in der Gruppe der Mainzer aus, wo es laut der SportBild gerade in der Kabine untereinander ziemlich brodeln soll, auch wenn davon am Platz gegen die Kölner nichts zu sehen war. 


Mainzer Gruppenbildung und Kabinen-Zoff?


Bei den Mainzern soll die Gruppe um den französischen Innenverteidiger Moussa Niakhaté und den momentan Verletzten Torjäger Jean-Philippe Mateta viel Einfluss gewonnen haben und mittlerweile wohl in der Kabine einen hohen Stellenwert einnehmen und in den Augen einiger Mitspieler zu viel zu sagen haben. Auch die Musik, für die Jean-Philippe Mateta in der Kabine verantwortlich ist, gefällt wohl nicht allen Spielern. Es geht vor allem um französischen Rap, der in der Kabine die Überhand genommen haben soll, mit einigen der Rapper soll Mateta persönlich befreundet sein. 


Nicht nur die musikalischen Differenzen tragen wohl zu dem Unmut im Kader bei. Auch der Umgang des französischen Duos um Mateta und Niakhate soll teilweise unangebracht und abgehoben sein. So würden sich laut SportBild die Spieler z.B. weigern, Wasserkisten zu tragen und untereinander würde nicht mehr gesprochen werden, als es überhaupt nötig sei. 


In der Vorsaison mahnten schon Spieler wie René Adler und Ex-Kapitän Niko Bungert, dass es momentan niemanden geben würde, der jenen Ausreißern die Grenzen aufzeigen würde, Kapitän Danny Latza und Co-Kapitän Daniel Brosinski können sich gegenüber den anderen Spielern nicht als konsequent und tonangebend erweisen. 


Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder wehrt sich allerdings vehement gegenüber der SportBild zur aufkommenden Diskussion und weist jegliche Probleme unter der Mannschaft von sich ab: "Das sind Schubladen, die die Presselandschaft in solchen Zeiten immer bedient. Aber: Gerade in schwierigen Phasen entwickeln sich neben den bestehenden Hierarchien auch immer wieder neue Leader, die bereit sind für die Gruppe vorweg zu gehen."


Ohne Frage herrscht im Mainzer Kader momentan ein gewisses Feuer, mit Sicherheit auch der Anspannung des Abstiegskampfes geschuldet. Ob aber in der Mannschaft wirklich solche Probleme bestehen, scheint fraglich, zeigte sich die Mannschaft gegen den 1.FC Köln doch solide und geschlossen - auch ein Verdienst des lautstarken Motivators Sandro Schwarz, der es gegen den Effzeh geschafft hat, dass das Team diese Leidenschaft und das Feuer auf dem Platz verkörpert.