Nach der letzten Saison hat sich auf Schalke viel geändert. Neben einem neuen Trainer und einem neuen Sportvorstand brach man alte Strukturen auf, verbesserte alte Herangehensweisen und brachte neue auf den Weg. Einen weiterführenden Umbruch im Kader sieht man jedoch nicht (mehr) als notwendig an, so Jochen Schneider in der Sportbild.


Vor der aktuellen Saison dachten viele, ​Schalke 04 müsse den gesamten Kader umräumen und umstrukturieren. Teilweise hatte man bereits vor Augen, innerhalb weniger Transferphasen eine personell stark veränderte Mannschaften zu sehen. Das wird nach dem guten Einstand in die neue Spielzeit, inklusive der fortschreitenden guten Entwicklung, wohl nicht (mehr) der Fall sein. 


"Einen Umbruch wird es auf Schalke nicht geben"


"Einen Umbruch wird es nicht geben. Dafür ist die Basis, die wir haben, zu gut. Es würde gar keinen Sinn machen, einen radikalen Schnitt zu machen", so S04-Sportvorstand Jochen Schneider gegenüber der Sportbild. Anstatt den Kader umzukrempeln, wird man versuchen, ihn nach und nach zu verstärken. Je nach Notwendigkeit, je nach finanziellem Spielraum. Spieler, die im letzten Jahr nicht richtig zu funktionieren schienen, wie ​Omar Mascarell, Amine Harit oder Salif Sané, gehören mittlerweile zur enorm wichtigen Stütze des Teams. 


Schneider hat dabei den mittel- und langfristigen Auftrag, eine Mannschaft zu bauen, die wieder regelmäßig ins internationale Geschäft vorstoßen kann. Mit Trainer ​David Wagner scheint er bislang eine sehr gute Personalie dafür gefunden zu haben, und auch Michael Reschke kann als Kaderplaner und Scouting-Chef wieder in genau seinem Bereich - und im Hintergrund - arbeiten.

Gute Entwicklungen im Schalke-Kader - Schneider hofft auf Chance bei Kenny


Auch Suat Serdar hat eine starke Entwicklung genommen. Im letzten Jahr schien er seine Rolle und seine Stärken noch nicht richtig gefunden zu haben. Über die letzten Wochen hat er sich zu einem der wichtigsten Spieler auf dem Platz gearbeitet, wurde sogar durch die Berufung in die A-Nationalmannschaft belohnt. "Natürlich haben ein paar Spieler im zentralen Mittelfeld gefehlt", gab Schneider diesbezüglich zu. "Aber wenn Suat weiter diese Entwicklung nimmt, [...] dann glaube ich schon, dass er gute Chancen hat, regelmäßig von Joachim Löw eingeladen zu werden." 

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Suat Serdar hat in den letzten Monaten eine starke Entwicklung machen können



Ein weiterer wichtiger Spieler für den S04 ist Jonjoe Kenny. Der 22-jährige Brite ist bis zum Sommer vom FC Everton ausgeliehen und konnte die Lücke auf der Position des Rechtsverteidigers perfekt schließen. Dass man ihn gerne über den Sommer hinaus halten würde, scheint offensichtlich. Dass dies jedoch sehr schwer wird, ebenfalls. Das weiß auch Schneider: "Ich hoffe, dass wir nicht chancenlos sind, ihn länger an uns zu binden." 


Bei den derzeit gezeigten Leistungen von Kenny wäre wohl die einzige Möglichkeit, wenn der Spieler selbst unbedingt bleiben will und der FC Everton dementsprechend verhandeln könnte. Doch selbst in diesem Szenario wäre er vermutlich zu teuer für Schalke. 


Im bald anstehenden Wintertransfer-Fenster wird man voraussichtlich versuchen, einen weiteren Stürmer zu verpflichten. Dabei solle der Sportbild nach jedoch der Vorsatz gelten, dass man in der neuen Konstellation lieber Qualität statt Quantität verpflichten möchte. Dazu soll der Fokus auf die Knappenschmiede erneut verstärkt werden. "Wir können stolz sein, mit Norbert Elgert den besten Nachwuchstrainer in ganz Deutschland im Verein zu haben", lobte Schneider. Mehr Investitionen in den Jugendbereich sollen folgen.