Der Pokalabend am Dienstag hatte einige spannende Duelle zu bieten. Eins davon: ​Schalke 04 gegen ​Arminia Bielefeld. Nach der ersten Halbzeit sah es jedoch überhaupt nicht mehr nach Spannung aus, doch ​eine schwache zweite Hälfte seitens S04 holte die Arminia zurück. Die Tops und Flops des Spiels aus Schalke-Sicht.


Die "Tops" des Spiels der Schalker


Ozan Kabak als guter Stambouli-Ersatz

​Nach der Verletzung am Fußwurzelknochen, durch die Benjamin Stambouli vermutlich bis zum Ende der Hinrunde ausfallen wird, war ein Ersatz notwendig. Der Franzose war für S04 in den letzten Wochen sowohl defensiv, als auch im Spielaufbau enorm wichtig. David Wagner entschied sich dafür, ​Ozan Kabak anstatt Matija Nastasic ins Spiel zu bringen. Kabak erledigte seine Aufgaben gut, band sich vor allem in der ersten Halbzeit auch gut in den Spielaufbau ein. Ein zweikampfsicheres Auftreten konnte er ebenfalls an den Tag legen und eine abgeklärte und souveräne Leistung zeigen. Lediglich beim Gegentreffer zum 3:1-Anschlusstreffer hätte er konsequenter verteidigen müssen. 


Rotation geglückt: Raman und Uth kommen wieder in Fahrt

Mit Benito Raman und Mark Uth hatte Wagner auch zwei Sorgenkinder​ in die Startelf geschickt. Raman schien zuvor noch nicht richtig angekommen zu sein, wurde durch Probleme im Sprunggelenk zusätzlich zurückgeworfen. Uth spielte seit seiner Verletzung ebenfalls außer Form. Gegen Bielefeld hingegen konnten sie in der ersten Halbzeit, zusammen mit Amine Harit, die Offensive beleben und für einige gefährliche Aktionen sorgen. Dass Raman doppelt traf und Uth beide Treffer vorbereiten konnte, wird für Aufschwung der beiden sorgen und ihnen gutgetan haben. 


Amine Harit wieder stärker im Fokus

In den letzten beiden Spielen der Liga, gegen die ​TSG Hoffenheim und ​Borussia Dortmund, konnte sich Amine Harit nicht richtig ins Offensivspiel einschalten. Nach einem starken Einstand in den ersten Spielen der Saison hatte er deutlich weniger Einfluss. Das konnte er am gestrigen Abend wieder ändern - er leitete viele Aktionen ein, sorgte mit Dribblings für freie Räume und wichtige Überzahlsituationen. Das Umschalt- und Offensiv-Spiel wirkte auch durch ihn deutlich lebendiger, als in den letzten Wochen.

Routiniert wie eh und je: Sané, Kenny und Mascarell liefern

Mittlerweile finden starke Leistungen von Salif Sané, ​Omar Mascarell und Jonjoe Kenny kaum noch besondere Erwähnungen. Das liegt jedoch nicht an einem Abfall der Leistungskurve, im Gegenteil. Mittlerweile spielen alle drei ihr Spiel so souverän und routiniert runter, dass es kaum noch besonders auffällt. Alle drei glänzten auch gestern mit sehr starken Passquoten. Vor allem in der ersten Hälfte überzeugten Sané und Mascarell als Sicherung der Defensive und als wichtige Akteure im Spielaufbau, während Kenny wie gewohnt gut in die Zweikämpfe kam und einige Aktionen in der Offensive einleitete oder begleitete. 

Erneute Dominanz und die dazugehörige Belohnung

Wie bereits gegen Hoffenheim und Dortmund konnten die Gelsenkirchener auch am Dienstagabend wieder eine dominante und sichere Spielweise aufziehen. Mit einem erneut hohen Pressing zwang man den Zweitligisten zu Fehlern, die man anschließend gut ausnutzen konnte. Dass man drei Tore in den ersten 45 Minuten erzielen konnte, war wichtig - so belohnte man sich endlich für ein starkes Auftreten. Der abgefälschte Schuss in der ersten Minute, sowie der Pfostentreffer von Harit ließen erst anderes vermuten...

Die "Flops" am Dienstagabend


Trotz Rotation: Miranda weiterhin ohne Chance

David Wagner hatte bereits vor dem Spiel angekündigt, an manchen Stellen rotieren zu wollen. Viele Fans erwarteten dementsprechend den ersten Einsatz von Leihspieler Juan Miranda, der Bastian ​Oczipka hätte ersetzen können. Stattdessen wurde er - vermutlich auch als Opfer der zweiten Halbzeit, nicht mehr eingewechselt. Damit wurde es jedoch wahrscheinlicher, dass er Sonntag gegen den ​FC Augsburg auflaufen wird. Oczipka wird vermutlich keine drei Spiele in acht Tagen spielen (können). 


Kutucu muss sich weiterhin hinten anstellen

Dass beispielsweise Benito Raman nach seiner Verletzung Einsatzzeiten gegen die Arminia bekommen würde, war für viele absehbar. Ähnlich erwarteten viele, dass Ahmed Kutucu endlich die Möglichkeit bekommt, sich in der Startelf zu zeigen. Guido Burgstaller bekam tatsächlich seine überfällige Pause, doch Wagner entschied sich für Mark Uth. Der machte es zwar auch gut, doch so steht der 19-jährige gebürtige Gelsenkirchener mittlerweile hinter beiden an, zumindest bei Wagner. 


Die Herangehensweise der zweiten Halbzeit

Als beide Mannschaften nach der Pause aus der Kabine kamen​, sah es in den ersten zehn Minuten so aus, als wolle Schalke das Spiel nun zu Ende verwalten. Die dominante und in sehr weiten Teilen auch sichere Spielweise der ersten Halbzeit schien zu genügen, doch im eigenen Stadion wollte sich der Deutsche Sport-Club nicht mit der Niederlage zufriedengeben. Gegen aufstrebende Bielefelder verlor S04 die Kontrolle, sodass man dem Gastgeber mit dem nicht konsequent verteidigten Anschlusstreffer erlaubte, erneut Fahrt aufzunehmen. So geriet man in einen Strudel aus zu leichten Fehlern, sodass die Gefahr drohte, die Führung noch herzugeben. Unnötige Gefahr, die angesprochen und aufgearbeitet werden muss. 


Wagners Wechsel: zu wenig Einfluss von der Bank?

Dass die Art und Weise des Spielstils von David Wagner anstrengend und kräftezehrend ist, ist keine Überraschung. So fuhren die Königsblauen ab der 65. bis 70. Minute mit ihren Kräften stark zurück, was Bielefeld zusätzlichen Aufschwung verlieh, weil sie immer häufiger zum Torabschluss kamen. Mögliche Impulse seitens Wagner, gegen diesen erneut eintretenden Trend zu steuern, kamen jedoch nicht. Die Einwechslung von Suat Serdar gegen Weston McKennie zeigte kaum Wirkung, und die spätere, ebenfalls wirkungslose Einwechslung von Burgstaller brachte viele Fans auf die Palme. Am Ende konnte man zwar gewinnen, doch muss man sich einen Plan zurechtlegen, wie man auf erneuten Leistungsabfall adäquat und rechtzeitig reagieren kann. ​