Der FC Bayern München ist beim VfL Bochum haarscharf der Pokal-Blamage entgangen. Der Deutsche Rekordmeister lief lange einem Rückstand hinterher, konnte die Partie erst in den letzten zehn Minuten drehen. Serge Gnabry und Thomas Müller trafen für den FCB.


VfL: Riemann - Celozzi, Decarli, Bella Kotchap, Danilo - Losilla, Tesche, Zoller - Lee, Blum - Ganvoula


FCB: Neuer - Kimmich, Pavard, Boateng, Davies - Tolisso, Thiago, Goretzka - Perisic, Coman, Gnabry 


Tore: Davies (ET, 36.), Gnabry (83.), Müller (89.)


Sportlich konnte der FC Bayern in den letzten Wochen nicht überzeugen. Der Deutsche Rekordmeister stand beim DFB-Pokalspiel gegen den VfL Bochum durchaus in der Bringschuld. Niko Kovac gönnte einigen seiner Stars eine Pause; Lewandowski, Coutinho und Müller rotierten auf die Bank, Perisic, Davies, Tolisso und Goretzka durften von Beginn an spielen.


Die Bayern präsentierten sich in den ersten Minuten in Bochum jedoch harmlos. Schon in der ersten Minute schockte Simon Zoller den FCB, der Stürmer verzog jedoch völlig freistehend. Wirklich wachgeküsst wurden die Bayern von dieser Bochumer Großchance allerdings nicht; die Mannschaft von Niko Kovac wirkte kopf- und ideenlos, brachte kaum mehr zustande, als einige Quer- und Diagonalpässe, die dem Spiel des Rekordmeisters keinerlei Tiefe brachte.


Bayern harmlos - Bochum geht in Führung!


Die Mannschaft von Niko Kovac wurde nach einer schwachen Anfangsphase dominanter, aber nicht zwingender. Der VfL Bochum hielt mit Mentalität und Einsatzbereitschaft dagegen und erschwerte das Spiel der Bayern im letzten Drittel. Für den mutigen und griffigen Auftritt konnte sich der Zweitligist dann sogar belohnen: eine scharfe Hereingabe von Danny Bum, bei der die Bayern-Defensive viel zu passiv agierte, fälschte Alphonso Davies nach 36 Minuten ins eigene Tor ab.


Nach dem Seitenwechsel - und gehörig unter Druck - brachte Kovac Lewandowski ins Spiel, später auch Coutinho und Müller. Dem statischen Spiel der Bayern verschaffte jedoch auch das Star-Trio keine Abhilfe. Zwar blieben die Münchner dominant und spielbestimmend, fanden jedoch keine Lösungen gegen die kompakte Bochumer Defensive. Das unglückliche Gegentor aus dem ersten Durchgang brach den Bayern das Genick. Zwar konnte der FCB viel Druck aufbauen, erarbeitete sich jedoch nicht die großen Chancen. Bei einem wilden Ausflug von Manuel Neuer hatten die Bayern nach 80 Minuten zudem Glück, dass Bochum den Sack nicht vorzeitig zumachte. 


Gnabry und Müller verhindern die Blamage


Die Kraft der Westfalen reichte dann auch nur für ebendiese 80 Minute. Nach 83 Minuten durfte Joshua Kimmich eine Flanke im Bochumer Strafraum schlagen, fand am zweiten Pfosten Serge Gnabry, der sich den Ausgleich aus sechs Metern Torentfernung nicht nehmen ließ. Der Treffer von Gnabry rang Bochum nieder: fünf Minuten später rutschte Bella-Kotchap bei der Ballannahme aus und sicherte die Kugel als letzter Mann mit der Hand; es gab zurecht den Platzverweis. In Unterzahl konnte sich der VfL nicht mehr wehren. Kingsley Coman brachte den Ball nach 89 Minuten in die Mitte, wo der eingewechselte Thomas Müller den Ball irgendwie über die Linie brachte.


Der FC Bayern entgeht in Bochum nur haarscharf der Pokal-Blamage. Sicher ist aber, dass sich der Deutsche Rekordmeister erneut gehörig Kritik anhören muss. Die Luft für Niko Kovac wird immer dünner.